Rödermark

Erst Zusage vom Amt, dann die Absage: Traum von der Wohnung zerplatzt jäh

„Hier könnte ich einziehen.“ Peter Weigel am Franziskushaus.
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„Hier könnte ich einziehen.“ Peter Weigel am Franziskushaus.

Peter Weigel freute sich über die Zusage einer kleinen Wohnung in Rödermark im Kreis Offenbach. Doch mitten in den Umzugsvorbereitungen wendet sich plötzlich das Blatt.

Rödermark - Trotz amtlicher Zusage die Wohnung nicht bekommen: Vor diesem Trümmerhaufen steht Peter Weigel. Der 74-Jährige hatte vom Kreissozialamt die schriftliche Bestätigung, er könne ein Mietangebot für zwei Zimmer, Küche, Bad im Franziskushaus gegenüber dem Urberacher Märktezentrum annehmen. Der Mann bestellte im guten Glauben Möbel und den Umzugswagen. Doch der 49-Quadratmeter-Traum platzte krachend, als der Rentner mitten in den Umzugsvorbereitungen im Briefkasten der neuen Bleibe plötzlich einen Ablehnungsbescheid des Amts fand.

Auf die Zusage zuvor hätte er sich lieber nicht verlassen sollen. „Denn Sozialhilfe wird nur dann gezahlt, wenn auch Anspruch besteht“, nimmt eine Kreissprecherin pauschal Stellung, ohne aus Datenschutzgründen auf den konkreten Fall einzugehen.

Einkünfte aus Rente zu hoch: Mann aus Rödermark im Kreis Offenbach erhält Wohnung nicht

Was war geschehen? Weigel hatte beim Amt angefragt, ob die Wohnung generell sozialhilferechtlich angemessen sei. Dafür kam das Ok. Für mehr aber auch nicht. Parallel stellte er den konkreten Antrag auf Mietübernahme durch Sozialhilfe. Erst bei dessen Prüfung stellte sich dann heraus, dass der Ruheständler 26,66 Euro zu viel Einkünfte aus seiner Rente hat. Das Einkommen übersteigt den Bedarf.

Es besteht gegenüber dem Staat kein Anspruch. Der frühere Außendienstler ist sich keiner Versäumnisse bewusst. Schließlich hat er das Ganze mit Hilfe des Sozialdienstes der Stadt Rödermark, dem er sehr dankbar ist, eingefädelt. Für Peter Weigel ist die Sache besonders bitter, weil er seit fünf Jahren in einer städtischen Notunterkunft auf 33 Quadratmetern lebt.

Rödermark (Kreis Offenbach): Mann bekommt Wohnung nicht – Hoffnung auf Neuberechnung

„Mit der Wohnung wäre ich aus allem Schlamassel heraus gewesen. Das wäre ideal gewesen“, sagt der Mann enttäuscht. Er weiß nicht, wie er von 1050 Euro Rente die neue Wohnung (450 Euro kalt) und sein Leben bezahlen sollte. Jetzt hofft der 74-Jährige auf die Aussagekraft weiterer Papiere von der Rentenkasse, die er dem Amt im Kreishaus nachgereicht hat – und auf eine Neuberechnung. (bp)

Nachdem einem schwerkranken Ehepaar aus Rödermark die Wohnung gekündigt wurde, haben sie jetzt auch noch eine Räumungsklage bekommen. Die Verzweiflung ist groß.

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