Stadt und Entega schalten Ladesäulen frei 

Turbo-Steckdosen für E-Autos

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Daniela Mogk, die städtische Klimaschutzmanagerin, und Bürgermeister Roland Kern tankten den Elektro-BMW hinter der Kulturhalle mit Ökostrom für seine erste Probefahrt durch Rödermark. 

Rödermark - Hinter der Kulturhalle und auf dem Urberacher Festplatz stehen Rödermarks erste öffentliche Elektrotankstellen. Besitzer von stromgetriebenen Autos können dort Energie laden.

Elektroautos verkaufen sich in Deutschland - unter anderem - so schlecht, weil das „Tankstellennetz“ so dünn ist. Das wiederum ist ein Grund, warum es hierzulande so wenig Elektroautos gibt. Die Katze beißt sich sozusagen in den Schwanz. Zumindest in Rödermark kann jetzt öffentlich Strom getankt werden: Auf dem Parkplatz der Kulturhalle und auf dem Festplatz in Urberach hat der Energieversorger Entega zwei neue Ladestationen errichtet. Sie kosten jeweils 10.000 Euro. Das Unternehmen zahlt 50 Prozent der Kosten, Stadt und Kreis jeweils 25 Prozent.

„Rödermark steht ganz klar für Nachhaltigkeit und möchte sich mit diesem Projekt für die Nutzung von Elektromobilität stark machen“, sagte Bürgermeister Roland Kern bei der Freischaltung der Elektrotankstelle in Ober-Roden. Dr. Marie-Luise Wolff, die Entega-Vorstandsvorsitzende, ergänzte: „Die Lade-Infrastruktur ist ein zentraler Faktor für den Erfolg der Elektromobilität. Mit Unterstützung des Landes Hessen wird Entega in diesem Jahr gemeinsam mit den Kommunen die Zahl der öffentlich zugänglichen Ladepunkte in Hessen um fast 30 Prozent erhöhen.“ Denn Wolff ist sicher, dass „in den nächsten zwei oder drei Jahren auch die deutschen Autohersteller auf diesen Zug aufspringen“. Der rollt - um im Bild zu bleiben - bislang meist in Form japanischer oder französischer Autos sowie der 100.000-Euro-Modelle des kalifornischen Herstellers Tesla. Für die gibt’s übrigens eine Ladestation in der Tiefgarage des Hotels „Villa Magnolia“ in Urberach.

Um dem erwarteten Bedarf Rechnung zu tragen, hat Entega das Projekt „Elektromobilität für Südhessen“ aufgelegt. Bis Ende 2017 sollen 100 Ladesäulen mit 200 Lademöglichkeiten errichtet werden. Vorstands-Chefin Wolff strebt in jeder Stadt des Entega-Versorgungsgebiets mindestens eine an. Das Projekt wird vom hessischen Wirtschaftsministerium mit 500.000 Euro gefördert. Die Entega schlägt eine dreigeteilte Ladung vor: daheim, am Arbeitsplatz und zwischendrin an öffentlichen Ladesäulen.

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An jeder der beiden Ladesäulen können zwei Elektroautos gleichzeitig tanken. Zum Einsatz kommen Ladesäulen mit einer Leistung von zwei Mal 22 kW. Die versorgen die Stromer zehn Mal schneller mit neuer Energie, als wenn sie daheim an der 220-Volt-Steckdose hängen würden. Getankt werden kann mit der Entega-Ladekarte oder mit anderen gängigen Karten. Mit der Ladekarte können Entega-Kunden für 25 Euro im Monat an 7500 europäischen Ladepunkten ihre Autos aufladen.

Die Inbetriebnahmen der Stromtankstellen war gleichzeitig der Startschuss für eine Elektromobilitätswoche in Rödermark: Dr. Marie-Luise Wolff überreichte Bürgermeister Roland Kern den Schlüssel für einen elektrisch betriebenen BMW i3. Bis zum 28. Juli werden einige angemeldete Bürger das Elektroauto testen. (lö)

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