Corona-Pandemie

Überschaubares Impf-Interesse: Nur knapp 60 lassen sich piksen

Impfarzt Tobias Kühnl und Rettungssanitäterin Nathalie Winter kümmern sich ruhig und freundlich um den ersten Impfwilligen in Ober-Roden, den Syrer Saeed Ibo.
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Impfarzt Tobias Kühnl und Rettungssanitäterin Nathalie Winter kümmern sich ruhig und freundlich um den ersten Impfwilligen in Ober-Roden, den Syrer Saeed Ibo.

Die erste öffentliche Corona-Impfung in Rödermark fand nur eine überschaubare Resonanz. Lediglich etwa 60 Personen kamen.

Ober-Roden – Erster öffentlicher Impftermin in Ober-Roden: Wer den Aufwand sah, mit dem vorsorglich für die Kapellenstraße in Ober-Roden eine einspurige Verkehrsführung umgestaltet wurde, und wer die Menge der bereitstehenden Fahrzeuge von Ordnungsamt und Feuerwehr bestaunte, der wunderte sich dann doch, als in der Sporthalle die erwarteten Menschenmengen aus blieben. Viele waren es nicht, die kamen: 23 Impfwillige in den ersten beiden Stunden, die den vom Ausländerbeirat angeregten öffentlichen Impftermin besuchten und ihn mit einem Stempel im Impfpass und einem kleinen Pflaster auf der Oberarm verließen. Am Ende waren es knapp 60 insgesamt.

Wer den Termin zur Impfung gegen Corona nutzte, war am Ende freilich erleichtert und zufrieden – so etwa der Syrer Saeed Ibo, der Erste an diesem Morgen. Immer wieder schaute er danach in seinen gelben Impfpass und freute sich, dass mit einem einzigen Pieks dank Johnson-&Johnson-Impfstoff schon alles erledigt war und dass er nun in Kürze eine Sorge weniger hat. „Ich wollte unbedingt geimpft werden, meine Tochter hat Diabetes und ich möchte sie auf keinen Fall anstecken.“

Corona-Impfaktion in Rödermark: Hoher Aufwand - wenig Resonanz

Der in Urberach lebende Automechaniker ging vom Test direkt zurück in seine Firma: „Ich arbeite jetzt gleich weiter, da merke ich nicht, wenn mein Arm weh tut. Und ich habe die Spritze ja auch den linken Arm gekriegt, ich arbeite ja mit rechts.“ Ihn – und auch seinen Kollegen Mohamed Barimon, der als Zweiter geimpft wurde, hat das Impfteam glücklich gemacht.

Wer die Anmeldung im Foyer passiert und alle notwendigen Daten angegeben hat, wird in der Sporthalle überaus freundlich und ruhig vom Impfarzt Tobias Kühnl empfangen. Einige Fragen, beruhigende Worte, wo es nötig scheint, dann der Hinweis auf den Ruheraum, wo die frisch Geimpften eine Zeitlang sitzen bleiben sollte.

Impfaktion in Rödermark im Kreis Offenbach: „Zufrieden, dass es jetzt geklappt hat“

Inzwischen hat die hauptamtliche Rettungssanitäterin Nathalie Winter desinfiziert, neues Serum in der Spritze aufgezogen und wartet wie der Arzt auf den nächsten Patienten. „Wir fahren zur Zeit jeden Tag zu einem anderen öffentlichen Impfort“, erzählt sie. „Die Termine werden sehr gut angenommen, die Impfwilligen sind altersmäßig völlig durchmischt; manche hatten bisher keine Möglichkeit, andere haben sich jetzt erst durchgerungen. Aber alle sind zufrieden, dass es jetzt geklappt hat.“

Sie machten den Anfang der Impfwilligen: Saeed Ibo (rechts) und Mohamed Barimon in der Aufnahme.

Etwas Stress hatten die Mitarbeiter der städtischen Stabsstelle Brandschutz unter Leitung von Stadtbrandinspektor Herbert Weber, die von freiwilligen Helfern der Stadt Rödermark unterstützt wurden, und Hallenwart Marcel Krayer. Nachdem sie erst alles auf die angekündigten zwei Impfstationen ausgerichtet hatten, mussten sie kurzfristig alles ändern, nachdem nur ein Team vom Impfzentrum des Kreises Offenbach kam (was auch durchaus ausreichte). Stühle umstellen, Laufwege ändern, Richtungspfeile umkleben – das war durchaus machbar, zumal auch die Verpflegung aus der Küche klappte. Bis 15 Uhr hofften alle Beteiligten auf möglichst viele Impffreudige – zu deren eigenem Wohl und zum Wohl aller Bürger. (chz)

Die Corona-Inzidenzen um Offenbach, Hanau und Darmstadt steigen weiter an. Besonders in Stadt und Kreis Offenbach sind die Zahlen hoch.

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