Andere Liste: Beton im Ortskern hätte den Falschen genutzt – den Autofahrern

Rödermark: „Unterführung macht Bahn nicht pünktlicher“

Verkehrsplaner Klaus Freudl hatte Anfang des Monats alle Tunnel-Träume in Rödermark-Ober-Roden platzen lassen. Tenor seines Gutachtens: Eine autotaugliche Unterführung der Bahngleise in der Dieburger Straße würde etliche Grundstücke unbewohnbar machen.

Rödermark - Die Andere Liste (AL) sieht sich durch Freudl in ihrer Politik bestätigt. Das Stadtparlament habe 1995 mit den Stimmen der AL und großen Teilen der CDU „die einzig richtige Entscheidung getroffen“, nämlich die Schranken zu lassen. Damals hatte es eine CDU/FDP-Koalition gegeben, die allerdings in dieser Frage gespalten war.

Über all die Jahre ist es nach Ansicht der AL den motorisierten Verkehrsteilnehmern auch nicht in erster Linie um eine Unterführung gegangen, sondern um eine Verkürzung der Schrankenschließzeiten – ähnlich wie in Urberach. Dort hat es die Forderung nach einer Unterführung deshalb auch nie gegeben. Eine solche Verkürzung der Schließzeiten ist in Ober-Roden technisch machbar, würde allerdings rund eine halbe Million Euro kosten. Dies ist allen Beteiligten bekannt.

Die AL ist sicher, dass die Beseitigung des schienengleichen Übergangs in Ober-Rodens Mitte den Falschen genutzt hätte: Ob ein vom Bundesverkehrsministerium unter Klimaschutz-Gesichtspunkten angekündigtes Gesetz eine neue Sachlage schaffen würde, muss nach Auffassung der AL sehr bezweifelt werden. Mit den dort vorgesehenen Mitteln soll ja der Zugverkehr pünktlicher und attraktiver gemacht werden. Eine Bahnunterführung in Ober-Roden würde den Zugverkehr aber um keine einzige Sekunde pünktlicher oder schneller machen. Die Züge der S1 fahren ja jetzt schon ungehindert in den Bahnhof ein und aus.

Die Stadt habe mit dem Kauf von drei zentralen Grundstücken (Jäger-Haus, Seitz-Haus, Köhler-Haus) in der Dieburger Straße wichtige Grundlagen für eine Neuordnung des Bereichs zwischen Rathaus und Kulturhalle geschaffen. Eine Bahnunterführung sei dort nicht vorgesehen. Sie würde den Ortskern nicht beleben, sondern zerstören. Und ein weiterer negativer Effekt ist laut AL das höhere Verkehrsaufkommen entlang der Dieburger und Frankfurter Straße.  (Michael Löw)

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