Trinkbornschule: 146 Erstklässler / Hoffnung auf Luftreiniger für alle

Rödermark: Unterricht ohne Seiteneinsteiger

Drei getrennte Feiern, drei Extra-Vorstellungen: Die „Großen“ der Trinkbornschule legten sich bei der Begrüßung der Erstklässler gestern schwer ins Zeug.
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Rödermark: Drei getrennte Feiern, drei Extra-Vorstellungen: Die „Großen“ der Trinkbornschule legten sich bei der Begrüßung der Erstklässler gestern schwer ins Zeug.

Einen Tag später als gewohnt feierte die Trinkbornschule in Rödermark-Ober-Roden gestern ihre Erstklässler. Rektor Stefan Wesselmann nutzte eine neue Verordnung des Landes, die die Einschulung entzerrt: Sie kommt Eltern entgegen, die auch ein Kind in die fünfte Klasse schicken – für diesen Jahrgang musste der Unterricht am Dienstag beginnen.

Rödermark - 146 Neulinge in sechs Klassen und einer Vorklasse bedeuten einen leichten Rückgang im Vergleich zum vorigen Jahr, doch die Schwankungen liegen im normalen Rahmen. Die Klassen sind etwas dünner besetzt.

Bestens besetzt ist die größte Grundschule des Kreises mit Personal. 40 Lehrerinnen und Lehrer sowie Sozialpädagoginnen und Sozialpädagogen bilden das Kollegium. Dazu kommen drei Sonderpädagogen, die sich in „Lerninseln“ um Kinder mit Defiziten oder Behinderungen kümmern.

„Wir haben erstmals keine Seiteneinsteiger im Kollegium“, hob Wesselmann eine Besonderheit des neuen Schuljahres hervor. Lange habe es an der Trinkbornschule „ein Riesenloch in der Lehrerversorgung“ gegeben, weil das Betriebsklima nicht stimmte. Lehramtsstudenten noch vor dem zweiten Staatsexamen und andere Externe zum Beispiel stopften die größten Lücken.

Seit Wesselmann im Sommer 2017 Chef in Ober-Roden wurde, fuhr er die Zahl der Seiteneinsteiger stetig zurück. Zum Betriebsklima sagt er: „Es gibt mehr Versetzungsanträge zu uns hin als von uns weg.“

Nach einem Gespräch mit Landrat Oliver Quilling ist Rektor Stefan Wesselmann sicher, dass die Trinkbornschule in absehbarer Zeit mobile Luftreiniger für alle Klassenräume bekommt. Der Kreis habe vier Millionen Euro in Geräte investiert, deren UV-Strahlen Corona-Viren töten. Das reiche, um alle Schulen auszustatten, in denen ungeimpfte Kinder unterrichtet werden – also die Grundschulen und die Klassen fünf und sechs.

Ein „echter Sommeraufreger“ bescherte Schulleitung, Kollegium und Eltern während der Ferien jede Menge Verdruss. Nach den Plänen der Stadt sollten sich beide Rödermärker Grundschulen den Mittwoch im Badehaus teilen. Konsequenz: Dann hätten die Kinder nicht mehr jede Woche, sondern nur noch alle 14 Tage Schwimmunterricht gehabt.

Ganz so schlimm kommt’s nun doch nicht: Beide Schulen dürfen rein, aber nur noch mit einer statt zwei Klassen zur gleichen Zeit. Zieht man von der Schul-Doppelstunde noch das corona-bedingt entzerrte Umziehen und Duschen ab, bleibt laut Wesselmann noch eine Netto-Wasserzeit von 35 Minuten – und das in einer Stadt, die sich lange dafür lobte, dass kein Kind die Grundschule verlässt, ohne schwimmen zu können.

Bei der dreigeteilten Einschulungsfeier gestern, an der auch Bürgermeister Jörg Rotter teilnahm, war der Sommeraufreger höchstens ein Thema für Randgespräche. Der Verwaltungs-Chef verband seine Begrüßung mit einem eindringlichen Appell an die Eltern: Sogenannte Laufbusse brächten selbst Erstklässler besser an die Schule als das vermeintlich sichere Elternauto.  (Michael Löw)

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