Magistrat soll Konzept zur Verkehrsentlastung in Auftrag geben

Rödermark: Unzufriedenheit ist garantiert

Lächerlich ist nach Ansicht vieler Anwohner der Smiley in der Rodaustraße. Er springt zu früh auf Grün, wenn schnelle Autos auf die vorgeschriebene Höchstgeschwindigkeit von 50 Stundenkilometern herunterbremsen, kritisieren sie.
+
Rödermark: Lächerlich ist nach Ansicht vieler Anwohner der Smiley in der Rodaustraße. Er springt zu früh auf Grün, wenn schnelle Autos auf die vorgeschriebene Höchstgeschwindigkeit von 50 Stundenkilometern herunterbremsen, kritisieren sie.

Die Entlastung der Rodaustraße in Urberach und der „Kipferl“-Kreuzung in Ober-Roden ist ein Stückchen näher gerückt. Der Magistrat der Stadt Rödermark soll ein Konzept vorlegen, wie der Verkehr in beiden Straßen entschleunigt werden kann.

Rödermark - Die Freien Wähler (FWR) wollten die Sache mit einer ganzen Batterie von Kreiseln angehen. Zwei in Ober-Roden – einer an der „Kipferl“-Kreuzung (L 3097) und einen an der Einmündung der Hanauer in die Mainzer Straße –, in Urberach einen an der Rodaustraße – nämlich an der Kreuzung mit dem Zilliggarten.

Bevor die Stadt Fakten schafft, soll sie einen provisorischen Kreisel anlegen. Die überdimensionalen Lego-Steinen hatten zwar vor Jahren am Friedhof Ober-Roden noch Hohn und Spott hervorgerufen. Jetzt sind sie ein probates Mittel zur Verkehrsberuhigung. An der Rodaustraße kann nach Ansicht der FWR zusätzlich noch eine Ampel als Verkehrsbremse installiert werden.

Der FDP ging der FWR-Vorstoß zu sehr ins Detail. Sie legten einen Änderungsantrag vor, den die Stadtverordnetenversammlung dann auch einstimmig beschloss. Der Magistrat soll ein Konzept inklusive Kostenprognose auf den Weg bringen. Planer sollen klären, wie eine „entschleunigte Fahrbahnführung“ der Rodaustraße mit Kreisel und Ampel aussehen könnte. Sogar Poller hält die FDP für denkbar.

Ein Kreisel ist nach Ansicht der Liberalen auch an der „Kipferl“-Kreuzung sinnvoll. Außerdem fordern sie eine Querungshilfe für Fußgänger und Radler über die L 3097, nämlich an der Zufahrt zur Kläranlage.

Vertreter mehrerer Bürgerinitiativen verfolgten sie Sitzung der Stadtverordnetenversammlung. Ihre Hoffnung auf schnelle Lösungen dämpfte unter anderem der Vorsitzende der CDU-Fraktion, Michael Gensert. Er bezweifelt, dass die Anwohner der beiden Straßen mit dem Beschlossenen zufrieden sein werden. Die Initiativen machen teilweise schon seit drei Jahren Druck und kämpfen für eine Verkehrsentlastung vor ihren Häusern. Ihr stets wiederholter Vorwurf: Die Stadt nimmt die Klagen der Bürger nicht ernst und schiebt die Zuständigkeit der Landesbehörde Hessen Mobil zu. Für die BI-Sprecher Norbert Kern und Jakob Rhein ist’s aber genau andersrum: Die Stadt muss mit einem schlüssigen Konzept den ersten Schritt tun.

Kern und Rhein werden nicht gern gehört haben, dass Gensert betonte: „Wir können prüfen. Aber mehr können wir nicht.“ Und auch Bürgermeister Jörg Rotter sieht die Kompetenzen nach wie vor bei Hessen Mobil. Und er deutete ein weiteres Hindernis an – die Finanzen: „Alles, was wir zusätzlich auf die Torte bestellen, müssen wir auch bezahlen.“

Klar ist: Die von den Anwohnern als unzumutbar empfundene Verkehrsbelastung wird auch die neugewählte Stadtverordnetenversammlung beschäftigten. Vorigen Freitag waren deshalb vor allem die zahlreichen neuen Parlamentarier zu einer Sondersitzung des Bauausschusses eingeladen. Behörden und Teilnehmer des Runden Tisches Verkehrsentlastung erläuterten die Probleme, das bisherige Vorgehen und die bislang diskutierten Lösungsvorschläge. (Michael Löw)

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Mehr zum Thema

Kommentare