Am Bad soll’s schöner werden

Freigelände am Badehaus ist Politikern zu schmuddelig

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Manchmal verwaist, manchmal von den falschen Leuten genutzt: CDU und Andere Liste wollen die Flächen rund ums Badehaus attraktiver für die breite Öffentlichkeit zu machen.

Urberach - Mehr als verschönerungsfähig, dreckig, Auslöser mulmiger Gefühle: Die Urteile der Kommunalpolitiker über die Freiflächen rund ums Badehaus fallen wenig schmeichelhaft aus. CDU und Andere Liste haben eine Initiative gestartet, mit der sie sowohl die Wiese Richtung Kleingärten als auch die Parkplätze des Schwimmbads aufwerten wollen.

Was 2006 bei der Eröffnung des Badehauses noch Stand der Dinge war, passt zwölf Jahre danach nicht mehr in die Landschaft. Die eingezäunte Liegewiese zum Beispiel ist meist leer, Besucher des Hallenbads wollen nicht raus. Gleichzeitig hätten die „Saunaritter“, die den Wellnessbereich von der Stadt gepachtet haben, gerne Schwimm- oder Tauchbecken im Freien. Unbefriedigend ist die Situation am Parkplatz – und zwar sowohl bei Zu- und Ausfahrt als auch bei den eigentlichen Stellflächen. Im Zuge einer Umstrukturierung könnte außerdem der Badehaus-Biergarten mehr ins Blickfeld durstiger Gäste gerückt werden.

Je schöner das Wochenende, desto hässlicher die Wiese. Überquellende Papierkörbe sind da noch ein relativ kleines Übel.

Größtes Problem ist jedoch die Wiese mit Bolzplatz, Volleyballfeld und Sitzecken. Dort sieht’s nach schönen Wochenenden böse aus. Überquellende Papierkörbe mit jeder Menge (Fleisch-)Abfällen drumherum zeugen von der Attraktivität als Grillplatz, dazu kommen zerdepperte Flaschen und anderer Dreck quer über die Wiese verteilt. Aufgeräumt wird die Schweinerei meist Montagsmorgens von den Männern des Betriebshofs auf Kosten der Allgemeinheit. Für Michael Spieß von der CDU muss Sauberkeit ein vorrangiges Ziel der Umgestaltung werden: „Notfalls müssen wir das Grillen verbieten!“

Nach Ansicht der FDP tummeln sich abends die falschen Leute hinterm Badehaus. „Ein Großteil der Bevölkerung fühlt sich dort nicht wohl“, hat der stellvertretende Fraktionsvorsitzende Dr. Rüdiger Werner ausgemacht. Eine verstärkte öffentliche Nutzung bedeute eine bessere Kontrolle des vergleichsweise abseits gelegenen Geländes.

Der Magistrat soll jetzt prüfen, was dort geschehen könnte. Die schwarz-grüne Koalition regt ein Planschbecken oder andere Wasserspielmöglichkeiten und eventuell eine Toilette an. Vergrößert werden müsse die Freifläche an der Skaterbahn, die das Badehaus-Gelände Richtung Osten abschließt. Der Nutzungsdruck gerade in der warmen Jahreszeit sei enorm. Der SPD-Fraktionsvorsitzende Samuel Diekmann bringt ein Freiluftkino nach Dietzenbacher Vorbild ins Gespräch.

Die 25 Badeseen und Freibäder in der Region

Damit die Umgestaltung kein städtischer Alleingang wird, will Bürgermeister Roland Kern neben den „Saunarittern“ auch die Schwimmvereine in das Konzept mit einbeziehen. Gedanken über die Finanzierung hat sich Andrea Schülner, die Parteivorsitzende der Anderen Liste, gemacht. Sie schlägt vor, Mittel aus dem Förderprogramm „Zukunft Stadtgrün“ zu beantragen. Es ermöglicht der Stadt, über zehn Jahre verteilt eine Million Euro im Norden von Urberach zu investieren. Mehr als 60 Prozent der Kosten werden von Bund und Land getragen.

Die Umgestaltung der Freiflächen darf aber kein Selbstzweck sein, fordert die CDU. Ein schöneres Drumherum soll dem Badehaus zusätzliche Gäste bringen. Das Defizit ist weit weg von den einst 1,2 Millionen Euro Miesen, aber mit weit über 800.000 Euro immer noch eine große Belastung für Stadt und Kommunale Betriebe. (lö)

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