Franziskushaus: Gymnastik für Betagte ist Ketteler-Stiftung 1000 Euro wert

Fitness senkt das Pflegerisiko

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Küchengymnastik? Physiotherapeutin Carina Vey vermittelt im Franziskushaus zehn Damen im Alter von 75 bis 85 Jahren Übungen, mit denen sie sich auch daheim beweglich halten können. Körperliche Aktivität kann Pflegebedürftigkeit verringern oder sogar vermeiden.

Herd, Dunstabzugshaube und Kaffeemaschinen, vor denen die Frauen jenseits der 75 die Arme kreisen oder am Theraband ziehen, haben Symbolcharakter.

Urberach – Denn das Bewegungsprojekt „Bleiben Sie fit im Alter“ soll auf den Lebensalltag übertragen werden – also auch auf einen Stuhl in der Küche. Der Ketteler-Stiftung war dies eine Spende von 1 000 Euro wert. Noch bis gestern übten die Damen jedoch im Gemeinschaftsraum des Franziskushauses der Caritas. Zehn Wochen dauerte der Kurs unter der Leitung von Carina Vey. Die Physiotherapeutin zeigte ihrer Truppe Übungen zur Verbesserung der Gelenkbeweglichkeit, der Muskelkraft und des Gleichgewichts sowie zur Verbesserung der Gehsicherheit und der Gehgeschwindigkeit. Hilfsmittel waren unter anderem Stühle, Hocker, Gymnastik- und andere Bälle, Therabänder oder Gymnastikstäbe.

Willkommene Finanzspritze: Dr. Werner Veith, Direktor der Ketteler-Stiftung, hatte 1 000 Euro für das Gesundheitsprojekt mitgebracht. Caritas-Bereichsleiterin Ute Kern-Müller hofft auf Nachahmer.

„Alt werden muss nicht zur Last werden“, sagte Ute Kern-Müller, die beim Caritasverband Offenbach für Gesundheit und Pflege verantwortlich ist. „Regelmäßige körperliche Aktivität ist immens wichtig, um die Gesundheit zu erhalten und zu fördern. Gerade im höheren Alter ist sie entscheidend für eine selbstständige Lebensführung und die persönliche Mobilität. Pflegebedürftigkeit kann dadurch hinausgezögert oder sogar vermieden werden. Außerdem kann körperliche Aktivität die Alltagskompetenzen verbessern und das Sturzrisiko mindern“, sagt Ute Kern-Müller.

Einfacher gesagt: Wer auch im hohen Alter sportelt, spart sich – wahrscheinlich – das Pflegeheim. Die zehn Damen aus dem Franziskushaus waren zwischen 75 und 85 Jahren alt. Männer können sich für diese Form von Sport offenbar nicht erwärmen, bedauert Ute Kern-Müller.

Das Bewegungsprojekt soll fortgesetzt werden. Und zwar möglichst mit einer Leiterin aus den eigenen Reihen. Die Spende der Ketteler-Stiftung ist also hoch willkommen. „Sie soll anderen Mut machen“, hofft Ute Kern-Müller. Sie meint damit nicht nur betagte oder hochbetagte Sportlerinnen, sondern auch weitere Geldgeber.  

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