Sehr große Spuren hinterlassen

Letztes Schulkonzert mit Musiklehrerin Sigrid Margraf

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65 Sängerinnen und Sänger präsentierten beim Sommerkonzert zum letzten Mal einen bunten Strauß an Lieder mit und für ihre Leiterin Sigrid Margraf.

„Hey, hey, Frau Margraf – sie macht, was uns gefällt!“ Mit einem extra von Eltern getexteten Abschiedslied bedankte sich der Chor der Schule an den Linden bei seiner Leiterin Sigrid Margraf.

Urberach – Nach 23 Jahren, in denen sie unzähligen Urberacher Kindern den Takt vorgegeben hat, verabschiedete sich die Musiklehrerin in den Ruhestand – ohnehin ein Jahr später als möglich, aber gefühlt immer noch viel zu früh.

Noch hat sie keine Nachfolge. Die Zuteilung neuer Lehrkräfte erfolgt meist erst gegen Ferienende. Rektorin Andrea Schöps verbreitete in ihren Dankesworten zwar einen leichten Hoffnungsschimmer im Hinblick auf die Zukunft. Sie bescheinigte Sigrid Margraf aber auch, dass sie sehr fehlen werde, gerade auch im stets gelingenden Zusammenspiel mit der Pianistin Ulrike Stahn. „Sie werden hier sehr große Fußspuren hinterlassen“, lobten auch Kathrin Dahm und Ramona Rippert. Die beiden Mütter baten um Verlängerung: „Sie müssen nicht ganz gehen; unsere Schule bietet schließlich ständig halbjährige AGs an.“

Aus ihrem letzten Sommerkonzert hatte Sigrid Margraf eigentlich ein kleines „Best of…“ machen wollen. Doch die Idee musste sie schon bald verwerfen – sie hätte drei Stunden und mehr mit Liedern füllen können. So aber hatte der gut 60-köpfige Schulchor – meist alle gemeinsam, manchmal auch nur die „Großen“ oder nur die „Jüngeren“, aber oft auch zwei- und dreistimmig – eine schöne Mischung im Programm. Fröhliches, Bewegtes, Altes und Neues und zum Ende hin mit dem Matthias-Claudius-Lied „Der Mond ist aufgegangen“ auch Bewegendes wurde mit jener spürbaren Freude am Singen dargeboten, die Chorleiterin Sigrid Margraf bei aller gebotenen Resolutheit immer so wunderbar vermitteln konnte.

Dazwischen reicherten Schülerinnen mit instrumentalen Beiträgen das Programm an. So etwa Kajsa Achten und Emilia Jakob auf dem Klavier oder – ganz ungewöhnlich in diesem jungen Alter – oder das Querflötenquintett Lilly Michel, Romy Lederhuber, Lena und Lilly Scharbau und Victoria Steih. Dass solche besonderen Beiträge aufgeführt werden können, ist ein Verdienst der Lehrkräfte der Musikschule Rödermark, die ihre jungen Künstler darauf vorbereiten.

Auch Ehrungen gab"s zum Finale: Für regelmäßige Teilnahme am Schulchor verlieh Sigrid Margraf silberne, goldene und sogar regenbogenfarbige Urkunden. Und die anderen Kinder erhielten Teilnahme-Urkunden, damit sie nicht traurig sein müssten. Genau dieses „Denken an alle“ zeichnete die Chorleiterin all die Jahre aus.

Die Schlange der Eltern und Freunde, die am Ausgang noch mit lieben Worten und Umarmungen Abschied nehmen wollten von der langjährigen Musiklehrerin, nahm kein Ende. Einige Kinder wollten Sigrid Margraf kaum loslassen. Sie aber lachte spürbar erleichtert: „Wir sehen uns doch noch! Es sind noch zwei Wochen Schule, und den Auftritt bei der Einschulung mach ich doch auch noch!“ Hoffentlich ist bis dahin – am 13. August – die Nachfolge klar geregelt. Abschiedstränen werden aber sicher noch einmal kullern.

VON CHRISTINE ZIESECKE

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