Quartiersgruppe packt an

Schmucke Bänke unter Trauerweide

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Das Erdreich, das Maria Becker am Grund der Bachquelle abträgt, wird gleich wieder zum Befestigen der Treppe genutzt.  

Urberach - Was auf den Weg gebracht werden kann, sobald engagierte Bürgerinnen und Bürger Ideen entwickeln, die Stadt mit ins Boot holen und dann anpacken, das kann man derzeit am verlängerten Sperberweg in Urberach beobachten: Ein Projektteam der Quartiersgruppe Urberach ist dabei, eine der Rodauquellen sichtbar und erfahrbar zu machen. Von Christine Ziesecke 

Die Rodauquelle hinter dem Spielplatz am Sperberweg als Ort der Ruhe und zugleich als naturnaher Treffpunkt für Jung und Alt: Seit Mai arbeiten rund zehn Menschen – Mitglieder der Quartiersgruppe sowie Bürgerinnen und Bürger aus der Nachbarschaft der Quelle – daran, aus diesem etwas heruntergekommenen Kleinod der Rodauquelle einen identitätsstiftenden Platz zu schaffen.

Mit Steinen aus dem Steinbruch befestigen Bernd Erlebach und Friedrich Kühne die Ränder der neuen Treppe.

Die Stadt unterstützt sie dabei finanziell und der NABU trägt die Sorge um die Natur, Flora und Fauna. In den vergangenen Tagen wurde von tatkräftigen Bürgern eine naturnahe Treppe gebaut, die es möglich macht, bequem und sicher zum Quelltopf zu gelangen. Allen voran bauten Bernd Erlebach und Friedrich Kühne (Elektroingenieur und Banker) einen sicheren Abgang vom Spielplatz hinab zur symbolischen Quelle.
Der wahre Ursprung liegt wenige Meter weit entfernt im dichten Hag. Sie schleppten zentnerschwere Steine, besorgten Kies für die Stufen, nutzten das von Maria Becker aus dem Quellbett ausgehobene Erdgemisch als Befestigung der Steine und vieles mehr. Insgesamt war’s genau eine Tonne, die sie von einem Steinbruch bei Messel in mehreren Fuhren geholt haben.

Dass sie dabei auch noch mit unendlich vielen Din-Normen und Auflagen der Stadt wie der Naturschutzverbände wie etwa die Höhe, die Dicke oder die Materialen des Handlaufs der Treppe zu kämpfen hatten, erleichterte den Bau nicht gerade. Doch alle Quartiersgruppenmitglieder sind dankbar: Der NABU Rödermark unterstützt das Projekt ebenso wie die Stadt, die auf einen Bittbrief von Quartiersgruppen-Mitglied Brigitte Beldermann hin Hilfe etwa beim Mähen, aber auch finanzieller Art zugesagt hat.

Allein die Vorbereitung durch das Entfernen alten Wurzelwerks etwa hat viel Zeit und unheimlich viel Kraft gefordert, „doch wir sind sehr glücklich: Viele Menschen aus der Nachbarschaft haben uns ganz freiwillig geholfen, haben manchmal wie die Heinzelmännchen gearbeitet, wenn wir gerade nicht da waren, oder sich entschuldigt, wenn sie nicht konnten – es läuft sehr gut“, freut sich Brigitte Beldermann ebenso wie Carla Karl etwa.

Was nun folgt, sind ein oder zwei passende Bänke unter die jetzt freigelegte tief hängende Trauerweide. Möglichst noch im Oktober wird es dann ein kleines Fest zur Einweihung des neuen Kleinods an der Rodauquelle geben – und falls es bis dahin regnen sollte, wird’s dann vielleicht auch mehr als die kleine Pfütze an Wasser geben, die aber jetzt schon den Tieren der Umgebung als lebensnotwendige Wasserstelle dient.

Beste Stimmung bei der Orwischer Kerb: Bilder

Die Quartiersgruppe Urberach ist wie ihre „Kollegen“ aus dem Breidert und aus Waldacker ausgesprochen lebendig. Beim Generationenfest im August hinterm Badehaus hatten ihre Mitglieder mit ihrem Bücherstand einen Spendenerlös von 275 Euro erzielt. Dieses Geld ist der Grundstock für einen öffentlich zugänglichen Defibrillator für Urberach, der bald im Vorraum der Sparkasse an der Konrad-Adenauer-Straße hängen soll. Wie auch im Ober-Rodener Ortskern wird das Rote Kreuz ihn überwachen, Sparkassenmitarbeiter haben ihre Mithilfe zugesagt. „Wir sind nun auf dem Weg zu ortsansässigen Geschäften und Unternehmen, um weitere Spenden zu generieren“, erzählt Quartiersmitglied Beldermann und freute sich über eine größere Spende einer Urberacher Apotheke.

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