Privater Garten statt Kelterscheune

Alternatives Zentrum startet am Sonntag Corona-gerechten Kultursommer

Ein Instrument, tiefgründig wie die irische Seele, ist die Harfe. Peter Wucherpfennig zupft sie am 28. Juni beim Alternativen Zentrum. Foto: Privat/Mareike Waidner
+
Ein Instrument, tiefgründig wie die irische Seele, ist die Harfe. Peter Wucherpfennig zupft sie am 28. Juni beim Alternativen Zentrum. 

Corona macht erfinderisch. Weil die Kelterscheune und andere städtische Räume nach wie vor gesperrt sind, suchte das Alternative Zentrum eine neue Spielstätte.

Urberach – Und diese neue Spielstätte fand das Alternative Zentrum (AZ) im Garten seines stellvertretenden Vorsitzenden Dieter Oberfranz in der Egerländer Straße 8. Schon am 21. Juni startet die Reihe „Kultur am Sonntag“.

„Nachdem wir seit Mitte März acht Veranstaltungen absagen und verschieben mussten, haben wir jetzt die Faxen dicke“, streicht AZ-Vorsitzender Lothar Rickert die Sommerpause der Kulturinitiative, die voriges Jahr ihren 40. Geburtstag gefeiert hatte.

Corona-gerechter Kultursommer in Urberach (Rödermark): Privater Garten wird zur Spielstätte

Auf dem Grundstück von Birte und Dieter Oberfranz haben maximal 50 Zuschauer Platz. Dort sollen in den nächsten beiden Monaten Künstler aus dem Rhein-Main-Gebiet mit Musik, Kabarett und Comedy zum Zuge kommen und wenigstens ein geringes Einkommen haben. Das AZ zahlt eine Garantie, Eintritt wird nicht verlangt, aber die Zuschauer dürfen spenden.

Das Grundstück von Birte und Dieter Oberfranz in der Egerländer Straße ist vielen Rödermärkern von der Aktion „Offene Gärten“ bekannt. 

Natürlich gelten auch für „Kultur am Sonntag“ jede Menge Auflagen. Zuschauer müssen bei der Anmeldung die Personenanzahl aus einem Haushalt mitteilen, damit ein möglichst optimaler Sitzplan erstellt werden kann. Das Tragen einer Mund-Nasen-Maske ist Plicht. Der Eineinhalb-Meter-Abstand zu anderen Zuschauern außer zu Mitgliedern des eigenen Haushalts muss eingehalten werden; das gilt ebenso für die Hygieneregeln wie Händewaschen, Husten- und Nies-Etikette.

Kultursömmer in Rödermark-Urberach: Wer die Hygieneregeln nicht einhält bleibt bitte fern

„Wer dies nicht einhalten kann oder will, dem raten wir von einem Besuch ab, um bei Kontrollen nicht die ganze Veranstaltungsreihe zu gefährden“, appelliert Rickert. Bei Unwettern werden die Veranstaltungen mangels Ausweichmöglichkeit abgesagt.

Um den Midsommar, das schwedische Fest zur Sommersonnenwende, zu feiern, treten Sue Ferrers und Steffen Huther am Sonntag, 21. Juni, um 16 Uhr zum ersten Mal seit der Corona-Pandemie wieder live auf. Die gebürtige Neuseeländerin Sue Ferrers spielt die selten gehörte Nyckelharpa. Das ist ein mittelalterliches Saiteninstrument, ursprünglich in ganz Europa verbreitet, als Volksinstrument in Schweden erhalten geblieben und dort immer noch sehr populär.

Das Programm des Ehepaars enthält einfühlsame Melodien aus der irischen, spanischen und schwedischen Musiktradition, die mit eigenen Kompositionen verwoben sind.

Kultur in Urberach: Veranstaltungsreihe wegen Corona in privatem Garten 

„Die Magie der keltischen Harfe“ will eine Woche später ebenfalls um 16 Uhr Peter Wucherpfennig seinem Publikum vermitteln. In Irland ist die Harfe mehr als ein Musikinstrument. Sie ist sowohl Nationalemblem als auch ein Symbol für die Musiker und Poeten einer uralten Tradition. Ihre Melodien und Erzählungen aus grauer Vorzeit sind bis auf den heutigen Tag lebendig.

Die weiteren Termine und – sofern schon bekannt – die Programmpunkte von „Kultur am Sonntag“ im Oberfranz’schen Garten:

5. Juli, 12. Juli, 19. Juli, 26. Juli, 2. August (Langer & Langer, Pop- und Jazzstandards mit Bass und Gitarre), 9. August, 16. August.  

Info im Internet

az-rödermark.de

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Mehr zum Thema

Kommentare