Verleihung der Pro-Musica-Plakette

Essen mit dem Bundespräsidenten

+
Eine große Ehre für die 30-köpfige Delegation des Musikvereins Viktoria Ober-Roden und des Winkeler Frauenchores: die Überreichung der Pro-Musica-Plakette sowie der Zelter-Plakette durch Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier im Beisein seiner Frau Elke Büdenbender.

Ober-Roden - Einen herausragenden Moment in der langen Vereinsgeschichte erlebte eine Delegation des Musikvereins Viktoria 08.

Nicht nur, dass Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier persönlich die besonderen Verdienste des Vereins um die Pflege des instrumentalen Musizierens mit der Pro-Musica-Plakette ehrte. Obendrein gab es noch ein ungezwungenes Mittagessen mit dem charmanten Präsidentenehepaar Steinmeier/Büdenbender.
Von einem Bundespräsidenten geehrt zu werden ist nun schon eine seltene Auszeichnung. Aber anschließend auch noch mit ihm gemeinsam Mittag zu essen und ihm am Tisch gegenübersitzen – diese Ehre hatten bislang nur wenige Bundesbürger.

Selbiges aber durften Michael Langhammer und Peter Faber, Vorsitzender und Vorstandsmitglied des Musikvereins Viktoria 08, am Sonntag erleben. Ihr Gegenüber: Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier und seine Gattin. Der Hintergrund: letztes Jahr hatte sich – im Vorausblick auf sein diesjähriges 110-jähriges Bestehen – der Verein um die jährlich bundesweit nur einmal verliehene Pro-Musica-Plakette für Orchester beworben und dazu einen dicken Ordner mit vielen historischen Fundstücken und allen benötigten Nachweisen ihres intensiven Orchesterlebens eingereicht.

Schon im Herbst stand fest, dass der Verein diese große Ehre erfahren wird – im Rahmen der „Tage der Chor- und Orchestermusik“ in Bad Homburg und gemeinsam mit Verleihung der Zelter-Plakette an den Winkeler Frauenchor; 14 Orchester und 40 Chöre hatten sich dafür beworben. Außer der Viktoria werden weitere 13 Musikvereine aus dem Bundesgebiet im Laufe dieses Jahres bei regionalen Veranstaltungen die Plakette ebenfalls überreicht bekommen.

„Wir reisten am Sonntagmorgen mit 30 Musikerinnen und Musikern aus dem großen Blasorchester und dem Endlisch-Musigg-Orchester mit dem Bus an“, erzählt Michael Langhammer. Die leichte Aufregung steigerte sich spätestens an der ersten Sicherheitskontrolle, und es sollte nicht die letzte sein.

Im großen Saal des Kurhauses, der mit rund 500 Personen voll besetzt war, saßen die beiden Viktorianer schließlich mit ihrem Anhang in Reihe A – ganz vorne und zwei Reihen vor dem Bundespräsidenten in Reihe I. Der erste Satz des Staatsoberhauptes beim Betreten der Bühne: „Endlich mal eine schöne Veranstaltung. Davon hatte ich nach der Wahl nicht viele!“

Besonders freute sich die Ober-Röder Delegation, dass auch im musikalischen Rahmenprogramm dieser Feierstunde durchweg Musiker waren, die schon in Ober-Roden aufgetreten waren – „als wäre alles nur für uns ausgerichtet“, strahlt Michael Langhammer. Die Ehrung selbst: festlich, aber angenehm locker, stilvoll, aber nicht steif.

„Ein völlig relaxter und in sich ruhender, freundlicher Mensch“, so beschreibt Michael Langhammer den Präsidenten. Nach der Ehrung ging’s ins Casino zum Mittagessen – mit dem Präsidentenpaar, obwohl es schon kurze Zeit später zum Flieger musste. Und dann das Essen: am Zwölfertisch saßen Michael Langhammer und Peter Faber ihnen genau gegenüber.

„Erst überlegt man schon, was man so zum Thema Etikette alles mal gelernt hat. Aber dann war’s ganz leger mit viel Small Talk und manchen politischen Anmerkungen, etwa zur gleichzeitigen Oberbürgermeisterwahl in Frankfurt.“ Kein Wunder – saßen doch neben den Ober-Rödern unter anderem Staatsminister Boris Rhein, Hessens Landtagspräsident Norbert Kartmann, der Oberbürgermeister von Bad Homburg Alexander Hetjes und viele mehr. Aber man sprach auch übers eigene Musizieren, wie man einen solch großen Verein finanziert und mehr – „nichts Ernsthaftes, aber viel aus der Vereinsebene.“

Bilder: Pinocchio-Märchen in Ober-Roden

Trotz des Zeitdrucks blieben Frank-Walter Steinmeier und seine Frau Elke Büdenbender in aller Ruhe bis nach dem Sorbet zum Nachtisch. „Wir haben ihnen auch die CD mit der Aufnahme unseres 50. Weihnachtskonzertes überreicht, und sie wirkten wirklich erfreut – vielleicht haben sie im Flugzeug schon hineingehört“, erzählt Michael Langhammer schmunzelnd, für den dieser Tag ebenso wie für Peter Faber und alle mitgereisten Chormitglieder ein großes Erlebnis war. Aber eines war ihnen auch klar: „110 Jahre Tradition – wir haben diese Ehrung für den ganzen Verein in dieser langen Zeit entgegengenommen!“ (chz)

Viele Fotos von diesem Festtag gibt’s auf der Homepage des Preisträgers unter www.musikverein08.de

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Kommentare

Ab dem 25.5.2018 gilt die Datenschutzgrundverordnung. Dazu haben wir unser Kommentarsystem geändert. Um kommentieren zu können, müssen Sie sich bei unserem Dienstleister DISQUS anmelden. Sollten Sie zuvor bereits ein Profil bei DISQUS angelegt haben, können Sie dieses weiter verwenden. Nutzer, die sich über den alten Portal-Login angemeldet haben, müssen sich bitte einmalig direkt bei DISQUS neu anmelden.