Im Breidert

„Waldkobolde“ füttern Vögel

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Guten Hunger: Die Kinder der Waldkita „Waldkobolde“ schauen in Zukunft regelmäßig bei der zweiten Ganzjahres-Fütterstation für Waldvögel im Schillerwald vorbei, um den gefiederten Freunden Nachschub zu bringen.

Ober-Roden – Hoch genug, dass nicht zu viele Futterneider daran kommen, aber tief genug, dass die „Waldkobolde“ beobachten und füttern können: Das ist die neue Futterstelle für Waldvögel im Breidert. Das grün-orangefarbene Häuschen wird das ganze Jahr über mit Samen, Körnern und Nüssen befüllt.

Gemeinsam mit Dr. Rüdiger Werner, weiteren Mitgliedern des Naturschutzbundes (NABU) Rödermark und einigen Helfern der Initiative „Wir sind Breidert“ zog es rund ein Dutzend der derzeit 18 Waldkinder mit ihrem Erzieher Matthias Claßen tief in den Wald hinein. An einem Ast hängte Gerd Gries, der Breidert-Fachmann für vieles Handwerkliche, ein von einem Schreiner hin hergestelltes und vom NABU gestiftetes Futterhäuschen auf.

Schon beim gemeinsamen Waldtag von „Wir sind Breidert“ und NABU hatte bei den Teilnehmern großes Interesse am Thema der Ganzjahresfütterung geherrscht, für welche erst im Herbst Herta Botz und Siegried Braun als „Vogelmütter“ mit der Ehrenurkunde der Stadt Rödermark ausgezeichnet wurden. Die Empfehlung des NABU-Spezialisten: „Neben der Futterstelle am Braaret-Bernsche wird nun der zweite Futterplatz eingerichtet, da sich glücklicherweise mit den Kindern und dem Team des Waldkindergartens weitere Betreuer gefunden haben, die uns die Nistkastenbetreuung im Bereich Schillerwald abnehmen.“

Die „Waldkobolde“ freuen sich auf die neue Aufgabe: „Wir laufen hier eh jeden Tag mindestens einmal vorbei, und da behalten wir das schon im Blick. Es muss eh nicht jeden Tag gefüttert werden“, begründet Matthias Claßen diese Bereitschaft. Bisher hatten die „Vogelmütter“ das Futter selbst finanziert, jetzt unterstützt die Breidert-Initiative diese Arbeit.

Warum uns die Natur so gut tut

Vogelfütterung auch jenseits strenger Wintertage ist ein strittiges Thema. Was empfehlen die NABU-Spezialisten? „Bei uns setzt sich wie auch bei vielen Ornithologen immer mehr die Meinung durch, ganzjährig zu füttern. Zwar nicht flächendeckend, da das Futter sonst übrig bleibt und schlecht wird, aber eine Futterstelle im weiteren Umfeld ist wünschenswert, falls mal Not an Futter herrscht, was leider immer häufiger passiert.“ Und das unterstützte der NABU auch gleich mal mit jeweils 50 Kilogramm Vogelfutter für die beiden Futterstellen. „Besonders im Frühjahr wird diese Zufütterung von den Waldvögeln sehr gut angenommen: Dann sorgen die Vogeleltern mit den eher spärlichen Insektenfunden lieber für ihre Jungen und bedienen sich selbst an diesen Futterstellen“, sagt Rüdiger Werner. Spätestens beim nächsten Waldtag können auch die Waldkinder von ihren Erfahrungen berichten. (chz)

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