Neuer Naturbeirat soll gegensätzliche Interessen miteinander in Einklang bringen

Rödermark: Wanderung auf schmalem Grat?

Naturschutz und Landwirtschaft sollen keine Gegner, sondern Partner sein. Die Biene vor den heranreifenden Ähren im Urberacher Feld scheint der Beweis zu sein.
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Rödermark: Naturschutz und Landwirtschaft sollen keine Gegner, sondern Partner sein. Die Biene vor den heranreifenden Ähren im Urberacher Feld scheint der Beweis zu sein.

Gegensätzlicher könnte ein Arbeitskreis in Rödermark kaum besetzt sein. Dem „Beirat für Landschaftspflege, Umwelt und Naturschutz“, gehören Landwirte, Imker, Jäger, der Naturschutzbund (Nabu), Politiker sowie lokale und überörtliche Behörden an. Wobei diese Liste noch nicht vollständig ist.

Rödermark - Die Stadtverordnetenversammlung hatte den Beirat vorige Woche einstimmig auf Antrag der FDP beschlossen. Seine Aufgaben sind mindestens so vielfältig wie die Mitglieder: Suche nach Flächen für naturschutzrechtliche Kompensation („Öko-Punkte“), Biotopvernetzung, Steigerung der Biodiversität, Anlegen von Insektenwiesen und Blühstreifen, gemeinsame Projekte der Landschaftspflege.

Vor allem aber soll er mit dem Landschaftspflegeverband für den Kreis Offenbach zusammenarbeiten. Dessen Aufgabenkatalog erwähnt – im Gegensatz zum angedachten Rödermärker Zielekatalog – die Landwirtschaft zumindest mit einem Aspekt: den Bauern neue Einnahmequellen erschließen. Die größten Konfliktfelder bleiben ausgeklammert: Überdüngung und Monokulturen hier, Gängelung durch eine überbordende Naturschutzbürokratie und die Vernichtung von Äckern für Wohn- oder Gewerbegebiete da. Daher schreibt die FDP dann doch in ihrer Begründung: „Wichtig ist vor allem, die Landwirte mit ins Boot zu holen, denn sie bewirtschaften einen Großteil der Feldflur.“ Schließlich soll – so der einstimmige Parlamentsbeschluss – das neue Gremium „eine Diskussionsplattform mit hohem Praxis- und wenig Politikbezug sein“. Daher soll der oder die Vorsitzende aus der Runde der Teilnehmer kommen.  (Michael Löw)

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