Urberacher Kino fiebert ersten Kassenfüllern entgegen

Rödermark: Warten auf Eberhofer und Bond

Mehr als ein halbes Jahr hing dieses Filmplakat im Schaukasten vor dem geschlossenen Kino. Doch Anfang August läuft der nächste „Eberhofer“-Krimi tatsächlich – auch wenn Monika Köhler und ihr Enkel Ben noch immer skeptisch dreinschauen.
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Rödermark: Mehr als ein halbes Jahr hing dieses Filmplakat im Schaukasten vor dem geschlossenen Kino. Doch Anfang August läuft der nächste „Eberhofer“-Krimi tatsächlich – auch wenn Monika Köhler und ihr Enkel Ben noch immer skeptisch dreinschauen.

In den Neuen Lichtspielen in Rödermark-Urberach ist wieder Leben eingekehrt. Die langjährigen Betreiber, die Familie von Monika Köhler, profitierten zunächst von der städtischen „Film des Monats“-Reihe.

Rödermark - Der letzte Newsletter mit den Filmankündigungen der laufenden Woche flatterte den Rödermärker Cineasten am 22. Oktober in den Mail-Briefkasten – dann herrschte gähnende Leere bis vor drei Wochen, als der erste „Film des Monats“ angekündigt wurde: „Wir freuen uns, es geht wieder los! Endlich wieder Kino“, jubelte die Kinofamilie Köhler. Während der vergangenen Monate haben sie zwar Kind und Kegel und da vor allem den zweijährigen Enkel Ben und ebenso Haus und Hof versorgt oder auch mal Urlaub gemacht. Aber hauptsächlich haben die Betreiber „Däumchen gedreht und gewartet“. „Man hätte die Zeit besser nutzen können, wenn man das Kino am Anfang der Pandemie gleich zum Testzentrum umfunktioniert hätte“, schlägt der sonst oft im Vorführraum verschwundene Sohn des Hauses vor.

Am 1. Juli kamen deutschlandweit die Kinos wieder in Gang. Das war ein Tag, den viele Liebhaber der großen Leinwanderlebnisse schon lange herbeigesehnt haben, gerade nach der Zeit des sprunghaft gestiegenen Fernsehguckens. Und es läuft auch in Urberach gut an – mit drei Vorführungen des mit der Stadt gemeinsam veranstalteten Films des Monats „Mrs. Taylor’s Singing Club“ – eine nachdenklich stimmende, liebevolle und zugleich sehr humorvolle Eröffnung der neuen Kinosaison.

Kassenfüller kommen im Spätsommer und Herbst wirklich ausreichend auf den Markt; einige vor der Pause angekündigte Filme sind jetzt quasi das Vorprogramm dafür. So zum Beispiel die Krimikomödie „Kaiserschmarrndrama“ um den Bayern-Polizisten Franz Eberhofer, deren Ankündigung all die Monate im Schaukasten hing. Am 5. August ist es nun (hoffentlich) tatsächlich so weit. Auch auf den gefühlt seit zehn Jahren beworbenen, nun nicht mehr neuen James Bond kann man sich langsam freuen: „Keine Zeit zum Sterben“ soll im Oktober bei der Deutschlandpremiere auch in Urberach über die Leinwand flimmern.

Bis dahin haben sich bestimmt die potenziellen Besucher wieder aus ihren Corona-Schneckenhäusern getraut. Im Moment ist der Besuch noch recht ruhig, doch das ist Monika Köhler gerade recht: „Wir sind ein reiner Familienbetrieb, wir haben da keine Probleme – wir spielen auch mal vor zwei oder drei Zuschauern. Wir haben an fünf und mehr Tagen in der Woche Programm, und alle Filme laufen.“

Rätselhaft ist ihr allerdings, „warum die Menschen jetzt, nach dem zweiten Lockdown, wo die Inzidenzen niedrig und alle Beschränkungen wieder etwas gelockter sind, weniger ins Kino gehen als nach dem ersten Lockdown, als wir sehr harte Maßnahmen hier hatten.“ Derzeit können rund 60 Menschen in dieses Kino, das normalerweise 160 Plätze hat. Die Chefin wird jedenfalls durchhalten, und sie freut sich riesig, dass es wieder richtig losgeht: „Warum sollte ich schließen? Wir kriegen das in der Familie gut geregelt, und was sollte ich denn machen, wenn ich das Kino schließen würde? Soll ich dann etwa den ganzen Tag zuhause staubwischen?“ Das lässt auf gute Zeiten in den Neuen Lichtspielen Urberach hoffen – das Programm und die notwendigen Auflagen finden sich unter www.neue-lichtspiele.de oder direkt im Kino, Ober-Rodener Straße 42, Telefon 06074 50663. (Christine Ziesecke)

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