Wohl dem, der drinnen verkaufte

Rödermark: „Late Night Shopping“ bei Schmuddelwetter

Rita Pförtkes Stand mit Kräuterlikör.
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Rödermark: Lichtblick an einem verregneten Abend: Rita Pförtkes Stand mit Kräuterlikör.

Die erste Shopping Night hatte zwei Gegner: Corona und das Wetter. Die machten vor allem jenen zu schaffen, die mit einer kleinen Budengasse Markt-Flair in den Ortskern brachten. Kauf- und Schaulustige gingen lieber in die Geschäfte.

Rödermark – Einen ersten Eindruck vom neuen Lebensgefühl, das sich in Coronazeiten bei schlechtem Wetter einzustellen droht, bekamen die Rödermärker beim „Late Night Shopping“. Gemeinsam von Stadt und Gewerbeverein vorbereitet, klappte die Premiere den schwierigen Umständen entsprechend recht gut – wenn"s nur trocken und wärmer gewesen wäre.

So war es vor allem für die Betreiber der etwa zehn Holzbuden am Markt- und am Rathausplatz in Ober-Roden eine echte Herausforderung, bis 22 Uhr mit kalten Füßen und feuchter Kleidung auf die Neugierigen und die Kunden zu warten, die bei strömendem Regen doch lieber im Warmen blieben. Mühsam versuchten die zahllosen rosaleuchtenden Laternen, dem Wetter ein freundliches Gesicht zu geben, aber auch sie verließ im Laufe des Abends die Kraft.

Optisch war der Mini-Markt wirklich eine Augenweide, zumal zahlreiche Geschäfte wie das „Pünktchen“ von Sabine Weber mit weiter außerhalb liegenden Läden kooperiert hatten und mit Blumenarrangements und Gestecken von Elke Koser oder mit Vintage-Wohndesign von Simone Ried ihre Auslagen belebten.

Neun offene Geschäfte im Ortskern, dazu gegen Abend die Gastronomie und vor allem die Hütten, die zumindest etwas Markt-Flair in den Ort brachten: Hier präsentierten einige Kunsthandwerker wie Mareike Grün oder Sylvia Baumer ein kleines Angebot. Um Schönheit und Wohlbefinden ging"s bei Antje Fritzsching und bei der Seifenmanufaktur von Tanja Weerts etwa. Auch der Deutsche Kinderschutzbund ließ unermüdlich sein Glücksrad kreisen.

Am besten besucht war wohl – vor allem gegen Abend, als es auch noch kalt wurde – der Likörstand von Rita Pförtke. Mit einem Stamperl Kräuterschnaps wurde es den Besuchern doch gefühlt sehr viel wärmer.

Mit Regenschirmen kamen so manche Neugierige vorbei, doch die gemütliche Plauderei vor den Ständen fiel diesmal aus – und das nicht nur wegen des Wetters. Und vor allem die „Meet&Eat“-Meile quer durch den Ort, der Höhepunkt der Marktgeselligkeit, fehlte natürlich. Die beteiligten Geschäfte zeigten ihre Angebote notgedrungen drinnen. Dennoch waren einige der Befragten durchaus zufrieden, so etwa die Mitarbeiter von Optik Cremer, die auch in Ober-Roden mit Rabatten den 40. Geburtstag ihres Urberacher Geschäfts feiern: „Hier war gerade ganz viel los im Laden; wir sind absolut zufrieden.“

Und auch bei Sabine Weber, die als zweite Vorsitzende des Gewerbevereins gemeinsam mit Alfons Hügemann von der städtischen Wirtschaftsförderung und mit ihrer Familie mittags all die zahllosen rosa Lampions als Blickfänge im Ortskern aufgehängt hatte, war sehr zufrieden: „Um 15 Uhr, als es losging, hatte man das Gefühl, hier sei gerade ein Bus angekommen.“ – so voll war ihr Laden. Viele Kunden fragten, wie es denn vor Weihnachten wohl weiter geht mit dem Rödermärker Verkaufsgeschehen. Das will Sabine Weber am sogenannten „Handelstisch“ zur Diskussion bringen – dies ist ein Treffen von Gewerbe und Wirtschaftsförderung.

Eine einigermaßen positive Bilanz zog auch der Vorsitzende des Gewerbevereins Rödermark, Wilhelm Schöneberger, obwohl er sehr bedauerte, dass nur sehr wenige Vereinsmitglieder sich am „Late Night Shopping“ beteiligt hatten: vier von 120 Mitgliedern, das entspricht drei Prozent. „Unter den gegebenen Umständen und Auflagen und unter den aktuellen Wetterbedingungen bin ich mit der Veranstaltung recht zufrieden. Die Zusammenarbeit mit der Stadt hat gut geklappt; darauf lässt sich aufbauen.“ (Christine Ziesecke)

Prozente zum „40.“: Im Optikgeschäft von Günter Cremer und seinem Team nutzten zahlreiche Kunden den Geburtstagsrabatt.

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