Der Radweg im Check

„wumboR“-Radweg soll sicherer werden - Freude für Radfahrer

Fast perfekte Idylle im Grünen: Von Messenhausen hinauf zur Bulau stimmen Beschilderung und Streckenführung. Der grobe Schotter und etliche Schlaglöcher zwingen Radfahrer aber zu erhöhter Vorsicht. Thomas Mörsdorf (links) und Willi Böllert haben"s in ihre Mängelliste aufgenommen. 
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Fast perfekte Idylle im Grünen: Von Messenhausen hinauf zur Bulau stimmen Beschilderung und Streckenführung. Der grobe Schotter und etliche Schlaglöcher zwingen Radfahrer aber zu erhöhter Vorsicht. Thomas Mörsdorf (links) und Willi Böllert haben"s in ihre Mängelliste aufgenommen.

Willi Böllert geht mit 86 Jahren noch auf Fahrrad-Patrouille. Zusammen mit Thomas Mörsdorf von der Stadtverwaltung checkte er den „wumboR“-Weg auf Schwachstellen wie fehlende Schilder oder Schlaglöcher ab. 

Im Auge hatten sie auch die Querung mit diversen Bundes- und Landesstraßen.

Rödermark – Der „wumboR“-Radweg hat nach elf Jahren einige Verbesserungen verdient. Zu dieser Erkenntnis kamen Thomas Mörsdorf und Willi Böllert nach einer Inspektionstour auf dem 21 Kilometer langen Rundkurs, der alle Stadtteile zumindest streift. Mörsdorf, der Referent von Bürgermeister Jörg Rotter, und der 86-jährige Böllert stellen ihm ein im Großen und Ganzen gutes Zeugnis aus.

Kurze Mängelliste für „wumboR“-Radweg

Die klassische Mängelliste ist nur sieben Positionen kurz, meist geht"s um die Markierung. Sechs Schilder sind beklebt oder mit Graffiti verschmiert und somit kaum lesbar. Ein Wegweiser ist verbogen, ein anderer zugewuchert. Einen weiteren haben unbekannte Scherzbolde verdreht und schicken Radler in die Irre.

Dreimal monierten die Kontrolleure den Untergrund. Der Weg hinter den BSC-Tennisplätzen Richtung Ober-Roden ist durch Forstarbeiten arg in Mitleidenschaft gezogen und daher nur schlecht befahrbar. Ähnlich sieht"s auf dem „wumboR“-Weg hinterm Umspannwerk in Urberach aus: Nach starken Regengüssen wie in den vergangenen Tagen reiht sich dort Pfütze an Pfütze.

„wumboR“-Radweg: Fahrradfreundlicher Belag muss her

Problemstelle Nummer drei liegt am Reiterhof Schönwaldau bei Messenhausen. Die Abfahrt von der Bulau hinunter sollten auch sportliche Fahrer wegen des Schotters mit Vorsicht genießen. Doch just dieses Stück liegt nicht auf Rödermärker Gebiet. „Wegen eines fahrradfreundlicheren Belags müssen wir uns mit Dietzenbach in Verbindung setzen“, sagt Mörsdorf.

Entlang des Rundwegs stößt man auf viel Naturidylle. Die Felder zwischen dem Ober-Röder Ortsrand und der Kläranlage sind die Heimat einer Storchenfamilie, über den Wiesen kreisen Bussarde. Da fühlt man sich ein wenig in die dörfliche Vergangenheit zurückversetzt.

Breitengrad und Römerstraße: Highlights des „wumboR“-Radwegs

Einen Stopp wert sind das „Braaret Bernsche“, das die Initiative „Wir sind Breidert“ freigelegt hat, und zwei Objekte der Regionalparkroute: Bei Waldacker quert der Radweg den 50. Breitengrad, Säulen mit Fotos zeigen die berühmtesten Städte entlang dieses Breitengrads. Auf der Bulau, dem höchsten Punkt der Strecke, machen ein Stück nachgebaute Römerstraße und der keltische Trauerzug, eine Stahlskulptur des Künstlers Kai Wujanz, Geschichte lebendig.

Der Rundweg hat aber auch seine Tücken. Die haarigste Stelle ist die Rampe zur Triftbrücke hinauf und hinunter: eng, steil, mit zwei Haarnadelkurven und jeder Menge schlecht gestutzter Sträucher.

"Augen auf" auf „wumboR“-Radweg

Fünfmal quert er viel befahrene Bundes- und Landesstraßen. Da heißt’s einfach „Augen auf!“, denn nur an zwei Stellen stoppen Ampeln die Autos. Zwei besonders gefahrenträchtige Punkte an der B 486 würden Böllert und Mörsdorf gerne entschärfen: das untere Ende des Bulauwegs und zwischen den Sportplätzen von Viktoria und BSC. Eine realistische Lösung – „Von einer Ampel wage ich nicht zu träumen!“ – wäre für Thomas Mörsdorf eine Radler-Furt wie sie Hessen Mobil auf der Kreisquerverbindung zwischen Rodgau und Dietzenbach gebaut hat. Doch Projekte mit der Landes-Verkehrsbehörde erfordern viel Geduld.

Verhältnismäßig schnell lässt sich eine optimierte Route in die Tat umsetzen. Willi Böllert und Thomas Mörsdorf wollen Radlern die Schleife durch Waldacker über den Eulerweg und die Goethestraße ersparen und sie stattdessen vom Anglerheim direkt an die Ampel über die B 459 schicken.

Gaststätten, Kneipen und Vereinsheime auf dem „wumboR“-Radweg

Denn den einzigen Grund für den Umweg gibt's schon seit vier Jahren nicht mehr: Im Sommer 2016 haben Rosi und Reiner Hartzdorf die Traditionsgaststätte „Zum Waldacker“ geschlossen.

Die „wumboR“-Radler müssen keine Angst haben, dass der Rundweg zur Durststrecke wird. Zwölf Gaststätten, Kneipen und Vereinsheime lagen entweder an der Strecke oder waren über ein paar Meter Umweg erreichbar. Allerdings sind außer dem Hartzdorf"schen Lokal zwei weitere Einkehrmöglichkeiten verschwunden: der „Grüne Baum“ in Messenhausen und die Pizzeria beim BSC Urberach. Auch deshalb will die Stadt den Radweg-Flyer bis Ende Mai überarbeiten.

Wo Radfahrer in der Coronasaison Flüssigkeit nachtanken können, ist aber ungewiss. Die üblichen Feste am „Braaret-Bernsche, im Schillerwald oder auf der Bulau fallen wohl aus. Da bleibt eigentlich nur eines: Eine Brotzeit in die Satteltasche packen und ein lauschiges Plätzchen suchen. Eine der schönsten Ecken des „wumboR“-Wegs ist der Mischwald südlich des Ober-Röder Industriegebiets.

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