Ehrenamtliche lassen die Stadt aufblühen

Zahl der Grünpaten in Rödermark wächst

Grünpatin Nummer 46: Sandra Jäger (links), die sich an der befahrenen Straßenecke an der Odenwaldstraße gleich hinterm Bahnübergang von Bühwiesen-Expertin Doris Lerch (rechts) zeigen lässt, wie sie als Grünpatin nun am besten beginnt.
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Grünpatin Nummer 46: Sandra Jäger (links), die sich an der befahrenen Straßenecke an der Odenwaldstraße gleich hinterm Bahnübergang von Bühwiesen-Expertin Doris Lerch (rechts) zeigen lässt, wie sie als Grünpatin nun am besten beginnt.

Immer mehr Bürger in Rödermark entdecken ihren grünen Daumen. Immer mehr Leute wollen das Stadtbild verschönern. Grünpatin Nummer 46, Sandra Jäger, freut sich, ihren Beitrag leisten zu können.

Ober-Roden – „Ich hatte das Gefühl, auch etwas beitragen zu wollen zum grünen Herzen in unserer Stadt“, begründet Sandra Jäger bei ihrem ersten Termin als Grünpatin Nummer 46 ihr Engagement. Eigentlich ist sie mit sozialem Beruf und Vorstandsarbeiten in Ober-Rodens Kolpingsfamilie ebenso wie im Verein „Freunde im Dinjerhof“ ausgelastet. Doch über längere Gespräche kam sie dem Schritt zur Ehrenamtlichen-Aktion Grünpaten näher.

Rund um ihr Haus direkt am Bahndamm in der sehr engen und viel befahrenen Odenwaldstraße lechzten mehrere Ecken an den Bürgersteigen nach frischem Grün. Jetzt bekam sie von der ebenfalls dafür ehrenamtlich arbeitenden Doris Lerch eine erste Lektion, was zu tun ist und was am besten gepflanzt wird, um eine möglichst naturnahe und pflegeleichte Begrünung zu erreichen.

Grünpaten in Rödermark: Auch das Gießen gehört dazu - lieber gründlich als zu oft

„Heute Vormittag habe ich erst mal alle wuchernden Gehölze herausgerupft“, schildert die äußerlich recht zerkratzte Neupatin. „Jetzt pflanze ich hier nach der Bodenaufbereitung das Passende für heimische Trockenlagen ein. Und dann werde ich wohl morgens und abends immer so rund fünf Gießkannen hierherschleppen müssen.“ Das ist dank der nahegelegenen Wohnung von Sandra Jäger und einer Zisterne im Garten zumindest kein großes Wasserproblem.

Garten-Fachfrau Lerch empfiehlt ihr: Nicht zu oft, aber dafür sehr gründlich gießen! Die Pflanzen müssen lernen, ihre Wurzeln nach unten auszubilden.“ Und dann braucht man natürlich auch noch Geduld: Natur braucht Raum und Zeit.

46 Einwohner Rödermarks lassen ihre Stadt aufblühen

Grünpatenschaften, also ehrenamtliches Engagement für naturnahe Ecken und Streifen in Rödermark, meist nahe der eigenen Wohnlage, gibt es seit etwa 2015. Zum Leben erweckt von der damaligen Leiterin des Ehrenamtsbüros, Elke Heidelbach, startete die Aktion mit der Quartiersgruppe Urberach. Für die neu gepflegten Grünflächen gibt’s neben einem Zuschuss von fünf Euro pro Quadratmeter auch Tafeln, die das Engagement festhalten. Wer sich besonders engagiert und Ideen einbringt, wird dafür auch mit einem „Lobstebbel“ ausgezeichnet – ein kleines Dankeschön für ganz privaten Einsatz auf öffentlichem Gelände. 45 Aktive waren es bisher, die teilweise sogar mehrere Flächen betreuen – 29 in Urberach, 13 in Ober-Roden und drei in Waldacker. Jeder Grünpate muss erst einmal einen Antrag stellen und einen Förderantrag einreichen. Beim Start bekommt er für seine Bemühungen einen Patenbrief, eine „Grünpatenschaftsvereinbarung“, die auch die wichtigsten Regeln enthält – das reicht von artgerechtem Bewuchs bis zur Vermeidung von Gefährdungen wie etwa dem Zurücklassen spitzer Gegenstände.

Ein Exemplar bekommt der Pate, ein zweites wird beim Grünflächenamt der Stadt hinterlegt. Die meisten haben auch ein Grünpaten-Schild für die gepflegte Fläche; alle fehlenden werden in Kürze ausgeliefert. Die Stadtverwaltung freut sich ebenso wie die Bürger über jede weitere Patin und jeden Paten.

Ansprechpartnerin bei der Stadt Rödermark ist Kristina Lust, Telefon 06074 911216; kristina.lust@roedermark.de. (Von Christine Ziesecke)

Grün wird‘s auch vor der Kita Zwickauer Straße. Dort haben Kinder mit ihrer Erzieherin Angelika Fichtbauer und mit Mitgliedern der Initiative „Wir sind Breidert“ frischen Wiesenblumensamen ausgebracht.

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