Bund und Land machen Weg für Investitionsoffensive frei

Zehn Millionen für Alt-Ober-Roden

+
Geld aus dem Förderprogramm könnte der Stadt bei der Finanzierung eines Fußgänger- und Radfahrerschlupfs zwischen dem „Rosengarten“ und der verlängerten Gartenstraße helfen. Die Unterführung soll die Situation an den Schranken in der Dieburger Straße entschärfen.

Ober-Roden - Land und Bund haben Ober-Rodens Ortskern in ihr Förderprogramm „Stadtumbau in Hessen“ aufgenommen. Zuschüsse ermöglichen innerhalb von zehn Jahren Investitionen von zehn Millionen Euro. Zwei Drittel des Geldes kommen aus den Fördertöpfen, ein Drittel muss die Stadt aufbringen. Von Michael Löw

Im Zentrum von Ober-Roden könnte Wirklichkeit werden, was dem Alt-Ort Urberach vor zwei Jahren verwehrt blieb: Umfangreiche Sanierungen und Verschönerungen mit satten Zuschüssen von Bund und Land. Rödermark wurde zusammen mit neun weitereren Kommunen im zweiten Anlauf ins Programm „Stadtumbau in Hessen“ aufgenommen. Umweltministerin Priska Hinz (Grüne) überreichte den Förderbescheid an eine große Delegation aus Rödermark: Bürgermeister Roland Kern, Ersten Stadtrat Jörg Rotter, Ernst Schäck, Gerd Schreiner und Arno Mieth von der Ortskerninitiative IGOR sowie Bauamtsleiter Thomas Kron. Als Teilnehmer des Förderprogramms kann die Stadt - verteilt auf zehn Jahre - Investitionen von zehn Millionen Euro in Angriff nehmen. Den Löwenanteil der Kosten, nämlich zwei Drittel, tragen Bund und Land.

Was privates Geld bewirken kann, wenn das Drumherum stimmt, zeigt im Ober-Röder Ortskern unter anderem dieses renovierte Fachwerkhaus in der Schulstraße.

Kern sprach von einer „hervorragenden Möglichkeit, nun Dinge umzusetzen, die wir die ganze Zeit schon im Sinn hatten“. Als Beispiele nannte er den Bau einer Unterführung für Fußgänger und Radfahrer zwischen Gartenstraße und dem „Rosengarten“, die Umgestaltung des Platzes zwischen der Kulturhalle, dem ehemaligen Feuerwehrhaus und dem von der Stadt erworbenen „Seitz-Haus“. Kern will auch die Sanierung der 1964 eingeweihten Ex-Feuerwache, in der die Kinderabteilung der Stadtverwaltung, das Jugendzentrum und der Seniorentreff untergebracht sind, und die Sanierung des „Jägerhauses“, das als Kultur- und Bildungseinrichtung genutzt werden könnte, vorantreiben. Auch Vorhaben wie die Sichtbarmachung der Rodau im bebauten Gebiet, die Neugestaltung und Verknüpfung von Wegen, Begrünungsmaßnahmen oder Anreize für die energetische Sanierung von Privathäusern seien nun möglich. „Das ist für uns wie ein Sechser im Lotto“, schwärmt Kern.

Für Stadtrat Rotter rückt dank des Förderprogramms die seit Jahren immer wieder diskutierte kleine Unterführung unter den S-Bahn-Gleisen in den Bereich des schnell Umsetzbaren. Der Schlupf zwischen dem „Rosengarten“ und der verlängerten Gartenstraße läge nicht einmal 100 Meter von den Schranken in der Dieburger Straße entfernt. An denen herrscht vor Schulbeginn und nach Schulschluss ein gefährliches Gedrängel zwischen Fahrrädern und Autos. Rotter: „Wir können von Glück sagen, dass noch nichts passiert ist.“

Leserbilder: Die schönsten Plätze in Rödermark

Der erste Schritt ist nun die Erarbeitung eines „Integrierten Stadtentwicklungskonzeptes“ in enger Abstimmung mit dem Ministerium. Das Land hat für dieses Jahr 71.000 Euro bewilligt. Den Antrag hatte eine Arbeitsgruppe der Verwaltung unter Beteiligung der Interessengemeinschaft für einen lebenswerten Ortskern Ober-Roden (IGOR) ausgearbeitet. Aufgelistet werden dort 17 Einzelmaßnahmen mit einem Kostenvolumen von knapp 10 Millionen Euro.

Der positive Bescheid des Umweltministeriums ist nach Ansicht von Bürgermeister Kern und Erstem Stadtrat Rotter nicht zuletzt darauf zurückzuführen, dass sich in Rödermark in den vergangenen Jahren eine breite Form der Bürgerbeteiligung entwickelt hat – von den Quartiers- und Ortskerngruppen bis hin zum Leitbildprozess. „Ohne ihr Engagement wäre das nicht zustande gekommen“, lobte Kern das Engagement seiner bürgerschaftlichen Mitstreiter. Verwaltungsspitze und IGOR-Aktive gehen davon aus, dass es nicht bei zehn Millionen Euro an öffentlichen Investitionen bleibt. Sie hoffen, dass die damit finanzierten Maßnahmen auch für Hausbesitzer Ansporn sind, Geld in die Hand zu nehmen.

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Kommentare