Briefwähler machen Stimmenzählen zum Nachtmarathon

Rödermark: Zum zweiten mal Letzter beim Zählen

Erst um 3.07 Uhr am Montagmorgen stand in Rödermark das vorläufige amtliche Endergebnis der Bundestagswahl fest. Aufs lokale Ergebnis der Landratswahl mussten die Rödermärker gar bis kurz nach neun warten. Amtsinhaber Oliver Quilling (CDU) bekam 50,2 Prozent, SPD-Bewerber Carsten Müller 26 Prozent und der Grünen-Kandidat Robert Müller 23,9 Prozent. In Rödermark hätte Quilling also nicht in die Stichwahl gemusst.

Rödermark - Das Resultat der Bundestagswahl änderte sich nur geringfügig hinter dem Komma. Gestiegen ist die Wahlbeteiligung: Sie hatte um Mitternacht – da waren 19 der 21 Stimmbezirke ausgezählt – bei 66,2 Prozent gelegen und kletterte auf 78 Prozent.

Spannender als die letzten Korrekturen ist die Frage, warum Rödermark wie schon bei der Kommunalwahl weit und breit die letzte Kommune war, die das Ergebnis meldete. Der stellvertretende Gemeindewahlleiter Klaus Brehm begründete die Verzögerung gestern auf Nachfrage unserer Zeitung mit der hohen Zahl der Briefwähler: 47,8 Prozent der Rödermärker, gut 9 000 in absoluter Zahl, gaben ihre Stimme nicht in den Wahllokalen ab, sondern machten ihre Kreuzchen daheim. Das waren fast doppelt so viel wie bei der Bundestagswahl 2017.

Die Stadt hatte die Zahl der Briefwahlbezirke vorsorglich auf neun erhöht und alle in der Sporthalle neben dem Feuerwehrhaus konzentriert. Schon um 15.30 Uhr hatten die Helfer mit der Vorprüfung begonnen: Sie schnitten die großen Umschläge auf und kontrollierten den Inhalt auf Vollständigkeit und die korrekte Unterschrift der Wahlberechtigten. Die Umschläge mit den Stimmzetteln wurden dann Schlag 18 Uhr geöffnet.

Am späten Abend stockte die Auszählung in zwei Bezirken. Brehm verstärkte die Teams mit Helfern aus anderen Briefwahlbezirken und dem Rathaus. Dennoch dauerte es noch Stunden, bis das Ergebnis feststand.

Seit gestern hat er die Landrats-Stichwahl zwischen Oliver Quilling und Carsten Müller am 10. Oktober im Auge. Die Stadt hat die Umschläge und die Wahlbenachrichtigungen schon gedruckt. Der Kreis kündigte aber an, dass er die Stimmzettel frühestens am Mittwoch liefern kann. Wer also am Wochenende in den Herbsturlaub fährt und nicht vor dem 10. Oktober zurück ist, sollte seine Briefwahlunterlagen am Donnerstag oder Freitag im Rathaus abholen – am besten aber vorher anrufen. (Michael Löw)

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