Bürgermeister rechnet mit 150.000 Euro Kosten

Zwei Festival-Wochenenden wollen Lust auf Europa machen

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Rödermark - Kreative Köpfe aus Rödermark und befreundeten Städten aus mehreren Ländern wollen Kultur im Schneeballsystem über Europa bringen. Das Fest „Kultur ohne Grenzen“ findet nächstes Jahr an zwei Wochenenden in Ober-Roden und Urberach statt und soll in einer der teilnehmenden Städte mit deren Partnern fortgesetzt werden. So viel Internationalität hat ihren Preis: Bürgermeister Roland Kern kalkuliert mit Kosten von 150.000 Euro. Von Michael Löw 

Skulpturen, Theater, Musik, Nacht der Märchen, Lesungen, Speisen und Getränke aus mehreren Ländern: Rödermarks Kulturinitiativen und Kulturschaffende bereiten zusammen mit der Stadt das Festival „Kultur ohne Grenzen – Frieden und Freiheit in Europa“ vor. Mit dabei sind die Partnerstädte Bodajk (Ungarn), Tramin (Südtirol) und Saalfelden (Österreich) sowie Hekimhan (Türkei) und Bourgoin-Jallieu (Frankreich). Zu diesen Städten pflegt Rödermark besondere Beziehungen, hat aber eine Partnerschaft. Die Fäden der Vorbereitung halten die Künstlerin Sylvia Baumer und Thomas Mörsdorf, der Büroleiter von Bürgermeister Roland Kern, in der Hand.

Zwei Fixtermine stehen schon fest: 8. bis 10. März in Ober-Roden und vom 13. bis zum 17. Juni in Urberach. Auch zwischendrein sind Aktivitäten geplant und erwünscht. Ins Programm einbezogen werden der Austausch der Nell-Breuning-Schule mit dem Gymnasium in Bourgoin-Jallieu sowie das Sommerfest der Schule an den Linden in Urberach. Bei einer Auftaktveranstaltung im März wurden mehr als 50 Ideen gesammelt und Paten für die einzelnen Sparten gefunden: Um die Musik kümmern sich Lothar Rickert (Alternatives Zentrum), Sylvia Altenberg und Albert Böttner (Jazzclub). Oliver Nedelmann ist der Mann fürs Theater, Sandra Schallmayer die Frau fürs Kulinarische.

Der Europa-Gedanke soll bei einem Diskussionsabend vertieft werden, bei dem Autoren aus Rödermark und allen beteiligten Städten den Bürgern ihre Gedanken erläutern. In der Sparte Musik erwartet die Gäste ein buntes Programm mit internationalen Künstlern, Nachwuchsbands und Musikvereinen, die im Juni nächsten Jahres in einem großen Zelt im Park am Entenweiher spielen.

Eröffnet wird das Festival mit der Ausstellung „50 cities/50 traces“ (50 Städte, 50 Spuren), Spuren haben nicht nur München, Montreal oder Hiroshima hinterlassen, sondern auch Rödermark hinterlassen: Bürgermeister Roland Kern macht zwar neugierig, verrät aber noch nicht, wie sich Rödermark in der Ausstellung verewigt hat. Die Künstlergruppe KiR arbeitet an einer Ausstellung „Zukunft Europa?“, im Park am Entenweiher entsteht eine Partnerschaftsskulptur, die Künstler aus allen beteiligten Städten gestalten.

Bilder: „Orwischer Woigass“ in Rödermark

Und selbst wenn Kunst nicht brotlos ist, so ist sie doch kalorienfrei. Sandra Schallmayer und ihr Team wollen mit einer Apfelweinverkostung, einem Grüne-Soße-Wettbewerb, Bodajker Kesselgulasch und Traminer Wein Hunger und Durst verhindern. Das Festival soll die Städtepartnerschaften ausbauen und geht auf einen Parlamentsbeschluss vom 14. Juni vorigen Jahres zurück. Bürgermeister Kern rechnet mit Kosten von 150.000 Euro - also einer Summe fast wie beim großen Stadtfest 2007 in der Grünen Mitte. Rund 50  Prozent wollen Kern und Mörsdorf aus Fördertöpfen von Land, Bund und Europäischer Union zurückholen. Der Rest soll von Sponsoren und aus dem städtischen Veranstaltungsbudget finanziert werden. Bleiben die Einnahmen weit hinter den Erwartungen zurück, könne das Programm zumindest ein Stück weit abgespeckt werden, sagen sie.

„Kultur ohne Grenzen – Frieden und Freiheit in Europa“ soll nach dem Willen seiner Rödermärker Macher in einer der Partnerstädte fortgesetzt werden. Dann kommen deren Partnerstädte dazu, hofft Kern auf den Schneeballeffekt. Saalfelden ist zum Beispiel mit einer englischen und einer belgischen Kommune verschwistert, Bodajk pflegt enge Beziehungen unter anderem nach Polen.

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