Nach Auswertung von Gutachten 

A3 bei Seligenstadt: Herber Dämpfer für Lärmschutz-Hoffnung 

Bundesautobahn A3, Nähe Seligenstadt: „Keine Konflikte hinsichtlich des Verkehrslärms“. 
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Bundesautobahn A3, Nähe Seligenstadt: „Keine Konflikte hinsichtlich des Verkehrslärms“. 

Die Hoffnung der Seligenstädter Stadtverordnetenversammlung auf Lärmschutzmaßnahmen an der stark frequentierten Autobahn, um die der A 3 zugewandten Wohngebiete der Kernstadt Seligenstadt und des Stadtteils Froschhausen zu schützen, haben einen starken Dämpfer bekommen. 

Seligenstadt - Das im Nachgang zu einem Parlamentsbeschluss vom Dezember 2012 vom Magistrat beauftragte Ingenieurbüro Krebs + Kiefer Fritz AG, Darmstadt, kommt in einem Gutachten, das inzwischen vorliegt, zu einem klaren Ergebnis: „Die schalltechnischen Untersuchungen belegen, dass (. . . ) nach den derzeitigen gesetzlichen Grundlagen keine Konflikte hinsichtlich des Verkehrslärms bestehen. “ Die Experten hatten, wie aus dem aktuellen Bericht des Magistrats hervorgeht, „sowohl bei Tag als auch bei Nacht überprüft, ob durch eine Schallschutzwand Abhilfe geschaffen werden kann“, aber keine Grenzwertüberschreitung festgestellt. 

Das Straßen- und Verkehrsmanagement Hessen Mobil machte sich die Gutachter-Expertise inzwischen zueigen, und auch das Seligenstädter Amt für Stadtentwicklung sieht derzeit keine Chance für etwaige lärmmindernde Maßnahmen oder eine Geschwindigkeitsbeschränkung.

A3 bei Seligenstadt: Dämpfer für Lärmschutz 

In seiner Kommentierung der Gutachter-Ergebnisse macht Hessen Mobil deutlich, dass der Gesetzgeber (Bund) beim Lärmschutz an Bundesfernstraßen zwischen „Lärmvorsorge“ und „Lärmsanierung“ unterscheidet. Demnach kommen Lärmvorsorgemaßnahmen nur bei neu gebauten oder stark veränderten Straßen infrage, die auf eine Steigerung der Leistungsfähigkeit abzielen. In diesen Fällen sind Lärmschutzmaßnahmen bei Überschreitung der Grenzwerte (16. Bundesimmissionsschutzverordnung; BImSchV) möglich. Dagegen sind bei bestehenden Straßen, die keiner wesentlichen baulichen Änderung, beispielsweise des Straßenquerschnitts oder ihrer Lage unterliegen, Schutzmaßnahmen im Zuge der Lärmsanierung möglich – als freiwillige Leistung des Bundes als Straßenbaulastträger.

Im Falle der A 3, bei dem es sich eben nicht um eine Vorsorgemaßnahme handelt, können nur die Möglichkeiten einer Verbesserung der Situation auf der Grundlage der Kriterien für die Lärmsanierung überprüft werden. Jedoch ermittelten die Darmstädter Gutachter, dass die Auslösewerte weder bei den Kriterien zur Lärmsanierung noch zur Geschwindigkeitsreduzierung überschritten werden (dazu Kasten: „Auslösewerte...“)

Klitzekeiner Hoffnungsschimmer: „Erst durch die Beurteilung nach der für den Bau oder die Änderung von Verkehrswegen geltenden 16. BImSchV ergibt sich ein Anlass zur Untersuchung aktiver Schallschutzmaßnahmen. Insofern hat die vorliegende Untersuchung lediglich orientierenden Charakter“, so die Experten des Ingenieurbüros Krebs + Kiefer Fritz AG.

A3 bei Seligenstadt: Wenig Chancen für Lärmschutz 

Bilanz des Amts für Stadtentwicklung: „Ohne ein entsprechendes Neubauvorhaben besteht somit keine rechtliche Handhabe, die entsprechende Lärmschutzanlage einzufordern. Dies bedeutet, dass erst bei einer wesentlichen Änderung der A3 Hessen Mobil verpflichtet ist, weitergehende Lärmschutzmaßnahmen zu prüfen und ggf. umzusetzen.“

Bei der aktuellen A3-Sanierung zwischen den Anschlussstellen Hanau und dem Seligenstädter Dreieck ist die grundhafte Erneuerung der Fahrbahn abgeschlossen. Nach Angaben des des Straßen- und Verkehrsmanagements Hessen Mobil werden nunmehr auf einer Länge von fünf Kilometern die Schutzeinrichtungen erneuert. Im Zuge dieser nächsten Etappe sperren die Arbeiter derzeit den Standstreifen zwischen der Rastanlage Weiskirchen und der Anschlussstelle Seligenstadt ab. Dieser Bau dauert voraussichtlich bis Anfang des neuen Jahres. Ab Frühjahr 2020 folgt der dritte und letzte Abschnitt.

Von Michael Hofmann

Auch am Bahnhof Offenbach war Lärmschutz in diesem Jahr ein Thema. 

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