Abgesehen vom „Hapschraubär“ klappt‘s prima

+
Spielsprachschule für Kindergartenkinder im Seligenstädter St.-Josefshaus: „Die Kinder haben keine Hemmungen, in der fremden Sprache zu sprechen.“

Seligenstadt (th) ‐ „Hapschraubär“ schlägt der sechsjährige Denny als englische Übersetzung für das deutsche Wort Hubschrauber vor. Da kann sich auch Englischlehrerin Simone Wagner ein Grinsen nicht verkneifen.

Da müsse er noch einmal überlegen sagt sie und zeigt ein nächstes Bild. Diesmal liegt die ganze Gruppe richtig und übersetzt korrekt „plane“ (Flugzeug). Es sind sechs Kinder an diesem Morgen, die im Kindergarten St.-Josefshaus Englischunterricht bekommen. Lesen können die fünf- und sechsjährigen Seligenstädter zwar noch nicht, Farben, Zahlen und Substantive vom Deutschen ins Englische übersetzen und sogar einfache Sätze bilden wie „My name is…“ aber schon.

Mit viel Spaß sind sie dabei, konzentriert üben sie und plappern ohne Hemmung drauf los. Spielerisch führt Simone Wagner die Kinder an die fremde Sprache heran, es wird gemalt, gesungen und sich bewegt. „Abwechslung muss sein, sonst bleiben die Kinder nicht bei der Sache“, erzählt Simone Wagner.

Seit 2001 bietet die gelernte Bilanzbuchhalterin ihre Spielsprachschule für Kindergartenkinder an. Auf die Idee kam sie, als sie für den eigenen Nachwuchs ein entsprechendes Angebot suchte - und keines fand. Sie informierte sich und recherchierte, fand einen Ausbildungskurs für frühkindlichen Sprachunterricht, den sie absolvierte. Seither bietet sie die Kurse an, in Kindergärten, aber auch in ihren Privaträumen. Die Gruppen sind klein, maximal acht Kinder zugleich. „Und trotzdem kann eine Stunde ganz schön lang werden“, sagt sie. Schließlich seien es ja immer noch kleine Kinder, mit denen geübt wird.

Die Erfolge des zeitigen Erlernens der englischen Sprache in Grundlagen zeigen sich dann spätestens in der Schule. „Die Kinder haben keine Hemmungen, in der fremden Sprache zu sprechen“, weiß Simone Wagner. Mehrere hundert Kinder haben in den vergangenen Jahren ihre Kurse besucht. „Viele von ihnen gehören später im mündlichen Schulunterricht zu den Besten der Klassen“, sagt sie mit sichtlichem Stolz.

Dank vieler Wiederholungen der englischen Begriffe blieben die Vokabeln für die Kinder parat, die gezeigten Bilder von Schmetterlingen, Blumen und Wolken helfen dem Gedächtnis. Auch wenn die Zahlen noch manchmal an den Fingern abgezählt werden - bis zehn und sogar darüber hinaus, können beispielsweise alle kleinen Schüler schon auf Englisch zählen.

Eine besondere Herausforderung für die Englisch-Anfänger ist immer das gelispelte „th“ in vielen Worten - aber auch davor verlieren die Knirpse schnell die Scheu. Ein - sicherlich vernachlässigbares Problem - ergibt sich dennoch, weil die Kinder nach einiger Zeit die englischen Worte intuitiv begreifen. „In vielen Familien ist es ja üblich, dass die Eltern englisch reden, wenn die Kleinen etwas nicht mitbekommen sollen“, erzählt Simone Wagner. Doch der mittlerweile recht vertraute Klang des Englischen führe dann dazu, dass der Nachwuchs nun erst recht die Ohren spitzt.

Englisch für Kindergartenkinder. Das ist kein Drill sondern Spaß für die Rasselbande an diesem Morgen im St.-Josefshaus. Und der kleine Denny ist mächtig stolz, dass ihm doch noch die richtige Vokabel für Hubschrauber einfällt: „Helicopter“ nämlich.

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Kommentare