Der nächste Meilenstein

Absichtserklärung zwischen Stadt und Turngesellschaft zum Hallenbau

Die alte Halle der Turngesellschaft Seligenstadt
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Geplanter Hallenneubau an der Grabenstraße: Hoffnung, dass die alte Halle so lange hält.

Hinter der etwas sperrig klingenden „Absichtserklärung zwischen der Einhardstadt und der Turngesellschaft Seligenstadt (TGS) zur Absicherung eines späteren Erwerbs des Grundstücks Grabenstraße“ steckt die Grundlage für ein Großprojekt, mit dem der Sportverein und mit ihm die Sportwelt ein neues Kapitel aufschlagen wollen: der Bau einer neuen städtischen Sport- und Wettkampfhalle mit Funktions- und Verwaltungsräumen und der TGS als Hauptnutzerin.

Seligenstadt - Dem entsprechenden Magistratsantrag stimmten in der Stadtverordnetenversammlung am Montagabend lediglich die CDU-/FDP-Koalition und die SPD zu. Obwohl auch die Oppositionsparteien eine neue Halle im Grundsatz befürworten, enthielten sich FWS und Linken-Politikerin Kirchner des Votums, weil sie die Absichtserklärung inhaltlich kritisieren; die Grünen sprachen sich dagegen aus, weil ihnen der Standort missfällt.

FWS-Politiker Matthias Rupp sagte zu Beginn der Diskussion, die frühere Koalition aus SPD, FDP und FWS habe das Hallen-Projekt nach Jahrzehnten entscheidend vorangebracht. Er störte sich nun allerdings an der Wortwahl des Textes sowie an den Nutzungsfestlegungen für eine Halle, die wohl erst in fünf Jahren fertig sei. Details über Nutzungs- und Belegungszeiten seien viel zu früh formuliert. Das Papier, so Rupp, sei keine Absichtserklärung, sondern ein Vorvertrag, nach dem die TGS als „Grundstückseinbringer“ Hauptnutzer sei.

Seligenstädter Bürgermeister Daniell Bastian spricht vom „nächsten Meilenstein“

Bürgermeister Daniell Bastian (FDP), der vom „nächsten Meilenstein“ nach vielen Jahren der Diskussion sprach, entgegnete, der Verein könne einen Weg der allgemeinen Inhalte und ohne Festlegungen nicht mitgehen, da die Halle für ihn „wesentlich und essenziell“ sei. „Das ist nicht einfach für die TGS, schließlich gibt sie ihre alte Halle und das Grundstück auf.“

SPD-Fraktionsvorsitzende Nicole Fuchs fasste den Ist-Zustand zusammen. Die Sanierung der alten TGS-Halle lohne sich nach Gutachtermeinung nicht. Ihr Wegfall würde aber 2 000 Sportler treffen. „Da ist es selbstverständlich, dass die Stadt eine neue Halle baut.“ Die Absichtserklärung, so Fuchs weiter, solle Sicherheit bieten, auch, dass der Bebauungsplan vorangetrieben wird, „alles in der Hoffnung, dass die alte Halle so lange hält.“

TGS ist größter Verein in Seligenstadt

Grünen-Fraktionsvorsitzende Natascha Maldener-Kowolik betonte, sie sei nicht davon überzeugt, dass der gewählte Standort der richtige sei. In vielen Gesprächen mit der TGS sei es nicht gelungen, plausibel zu erklären, weshalb genau dort neu gebaut werden müsse. „Aus unserer Sicht hätte es geeignetere Grundstücke gegeben, auf denen ein Neubau noch dazu schneller hätte realisiert werden können.“ Richtig sei, dass die TGS der größte Verein der Stadt ist und eine ungemein wichtige gesellschaftliche Funktion übernehme, doch sei für Stadtverordnete der entscheidende Maßstab, das Wohlergehen aller Seligenstädter im Fokus zu haben.

Der Hallenbau ist zentraler Bestandteil des „Städtebaulichen Entwicklungskonzepts Bleiche und Stadtbereich zwischen Jahnstraße und Steinweg“, das Bürgermeister Daniell Bastian Mitte Januar 2020 mit Stadtplanerin Karin Begher (Darmstadt) vorstellte. Er ging damals von Kosten zwischen zwölf und 15 Millionen Euro aus. (Von Michael Hofmann)

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