Adventskonzert der Einhardschüler

„Carols“ dominierten

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Adventskonzert der Einhardschüler: Ohrenschmaus für das Publikum.

Seligenstadt - Da soll nochmal jemand sagen, Schülern fehle heutzutage oft das Engagement: Mit großer Ausdauer hatten sich Einhardschüler, aber auch die beteiligte Kollegschaft, Eltern und Ehemalige nebst laufendem Schulbetrieb auf das traditionelle Adventskonzert in der Basilika vorbereitet.

Lohn für die Mühen waren anhaltender Applaus und Zugabeforderungen. Nachdem der letzte Ton verhallt war, waren sich alle Beteiligten einig: Die Mühen im Vorfeld hatten sich gelohnt. Intensive Vorbereitungen, eine dreitägige Probenfahrt auf die Breuburg und etliche zusätzliche Übungsstunden hatten das große Konzerterlebnis erst möglich gemacht. Bereits die Eröffnung durch das von Bernhard Lingner geleitete Orchester der Seligenstädter Einhardschule war ein Ohrenschmaus. Die Musiker boten das berühmte Weihnachts-Concerto grosso von Arcangelo Corelli mit dem Beinamen „fatto per la notte di natale“ („für die Weihnachtsnacht komponiert“) nuancenreich mit vielen präzise ausgeführten Tempo- und Dynamikwechseln dar. Die in der abschließenden Pastorale dargestellte Hirtenidylle rundete den Vortrag ab.

Ein Frauenkammerchor bestehend aus Oberstufenschülerinnen und einigen Ehemaligen und Kolleginnen präsentierte anschließend sieben Teile aus der „Ceremony of Carols“ von Benjamin Britten, einem englischen Komponisten des 20. Jahrhunderts. Roman Zöller, Fachsprecher für Musik an der Einhardschule, hatte den Frauenkammerchor eigens für das Adventskonzert ins Leben gerufen. Der „Kranz von Lobchören“ in altenglischer Sprache ist für einen dreistimmigen Frauenchor und Harfe komponiert. Dieses abwechslungsreiche, aber schwierige Werk sangen die Sängerinnen mit klaren Harmonien und im kanonartigen Gesang.

Die einfühlsame Begleitung des Gesangsensembles oblag der in Frankfurt lebenden Konzertharfinistin Bettina Linck, die auch in ihrem Soloteil unterschiedliche Harfe-Spielweisen präsentierte: Zarte Flageolettöne und weich gespielte Glissandi erfüllten die Basilika mit Klang. Das Gitarrenensemble unter Leitung von Jan Masuhr präsentierte drei Werke, neben einer Sarabande auch ein durch spanische Rhythmen geprägtes Ensemblestück. Vor dem Hauptwerk des Abends sangen die Schüler des großen Chores der Einhardschule zunächst die Motette „Be thou my vision“ des zeitgenössischen Komponisten Bob Chilcott, der auch die abschließende Weihnachtskantate „On Christmas Night“ für Kinderchor, großen gemischten Chor, Orgel und Kammerensemble komponiert hatte.

In diesem Werk von Chilcott, einem Mitglied der King’s Singers, wird die Weihnachtsgeschichte in einer Folge von acht „Carols“ – zu deutsch: Weihnachtsliedern – präsentiert. Diese basieren auf traditionellen und bekannten englischen und deutschen Weihnachtsliedern, die Chilcott in seiner ihm eigenen Tonsprache verarbeitet hatte. So kombinierte er in seinen Carols immer wieder bekannte Weihnachtsweisen mit neuen, eigenen Melodien in unterschiedlichen Stilistiken und Stimmungen von tröstend oder nachdenklich über folkloristisch bis beschwingt und jubilierend. Chilcott verfolgte dabei die Idee, dem Publikum bei der Aufführung das Mitsingen zu ermöglichen.

Einige Soloparts wurden gekonnt von Chorgruppen aus Sopran und Alt dargeboten. Das Baritonsolo „O little town of Bethlehem“ übernahm in souveräner Weise Pascal Scholz. Der klangliche Höhepunkt dieser Kantate war zweifelsohne „Rejoice and be merry“, in dem alle Beteiligten jubilierend die Geburt Christi feierten. Dabei wurde auch die besondere Schwierigkeit des Werkes offenbar: Obwohl die große Orgel, hervorragend gespielt von Regionalkantor Thomas Gabriel, auf der anderen Kirchenseite angesiedelt ist, musste sie klanglich zu Kammerensemble und Chor passen. Mit Hilfe einer Videoübertragung gelang es aber, die problematische Klangsituation in der Einhardbasilika zu lösen.

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