Menschentrauben und Feierkreise

Adventsmarkt Seligenstadt: Erster großer Ansturm am Wochenende

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Den ersten Ansturm erlebte der Adventsmarkt am Wochenende: Besonders auf dem Marktplatz wurde es am Samstagabend eng.

Ein bisschen besser geht ja immer. Aber beim ersten Blick in den Rückspiegel dürften Händler, Marktmanager und nicht zuletzt die Kunden wenig Grund zur Klage finden.

Seligenstadt - Nach feuchtkaltem Start am Donnerstagabend hat der Adventsmarkt im historischen Ortskern schnell Fahrt aufgenommen und sich am Wochenende im ersten großen Ansturm bewährt.

Schwung gab neben der Initialzündung mit dem verlängerten Einkaufsabend am Freitag und einem sonnigen Samstag wohl nicht zuletzt die Aussicht auf Schnee am ersten Advent. Am frühen Samstagabend nach Einbruch der Dunkelheit herrschte auf dem Marktplatz erwartungsvolle Stimmung - auf jeden Fall überall dort, wo es wärmende Getränke oder leckere Happen gab. Wo Winzerglühwein dampfte, bildeten sich schnell Menschentrauben und kleine Feierkreise. Gut gingen auch Glühweinpunsch und Fruchtig-Hochprozentiges.

Runde drei Jahrzehnte - so genau weiß das niemand, weil sich der Budenzauber bis Ende der 1980er gleichsam organisch aus bescheidensten Anfängen entwickelt hat - haben den Organisatoren aus den Reihen des Gewerbevereins und im Rathaus mit der Erforschung der Geschmäcker und ihres Wandel viel Zeit gelassen. Das gilt nicht nur für die kollektive Speisekarte, die sich auch diesmal mit einer Wahlspanne vom Flammkuchen über Crêpes und Herzhaftem vom Balkan oder der italienischen Stiefelspitze bis zu Germknödeln nicht auf Saisontypisches beschränkt - wenngleich die Auswahl aus der Weihnachtsbäckerei keinen Vergleich zu scheuen braucht.

Marktfeeling im Städtchen: Gesellschaft genießen in gemütlicher Runde.

Seligenstadt: Gute Geschäfte für Vereine auf dem Adventsmarkt

Vor allem die Vereine, Kirchengruppen und Initiativen, meist mit karitativem Hintergrund, die zwischen Deko-Profis, Kunsthandwerkern, Gastronomen und den Heimspielern aus den Innenstadtgeschäften ihre Stammplätze haben, verzeichneten zum Auftakt gute Geschäfte mit Selbstgebackenem. Als Trend-Barometer taugen die auf den ersten Blick erkennbaren Angebotsspitzen abseits der - freilich wie immer dominierenden - kulinarischen Schiene: Gefragt sind demnach kreativ gedachter Schmuck, schicke Schals und Mützen, generell textile Handarbeit aus möglichst naturnahem Material.

Wurst vom Grill geht immer!

Adventsmarkt Seligenstadt: Es gibt auch Änderungen

Alles also wie gehabt, so gar nichts Neues? Wer genauer hinschaut erkennt Entwicklungslinien. In der Kooperation zwischen Kommune und Gewerbe haben sich die Grenzlinien der Arbeitsteilung in Bewegung gesetzt. Der aktive Beitrag der gemeinsamen Stadtmarketing-GmbH wird jedes Jahr größer, mit ihm das Angebot saisongerechter Souvenirs - diesmal neben der neuen Sammel-Christbaumkugel, Fotokalender und dem sonst bekannten Sortiment auch eine schmucke Seligenstädter Einkaufstasche. Im Fluss ist auch die Markt-Geografie: Der Wochenmarkt ist an den Samstagen auf der Frankfurter Straße angedockt, dafür der „Kleine Budenzauber“ auf dem Freiheitsplatz schon von Beginn an präsent und nicht wie früher erst als - wenn auch beliebter - Lückenbüßer auf der Zielgeraden vor Heiligabend. Nahe der Klosterpforte kann der Vorposten als Brücke zum Kloster wirken und wird zudem vom Adventskranz aus sechs Metern Höhe markant beleuchtet.

VON OLIVER KLEMT

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