Alternativer Blues-Rock: CD öffnet Türen 

Seligenstädter Band „Vanilla Junction“ geht ihren Weg

Im selbst ausgebauten Studio in Klein-Welzheim feilen (v.l.) Tobias Wehner, Maximilian Völk und Moritz Zange am Sound ihrer Band „Vanilla Junction“. Ende dieses Monats kommt die erste CD.  
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Im selbst ausgebauten Studio in Klein-Welzheim feilen (v.l.) Tobias Wehner, Maximilian Völk und Moritz Zange am Sound ihrer Band „Vanilla Junction“. Ende dieses Monats kommt die erste CD.  

Seligenstadt -   Kein Warmlaufen, kein Einspielen. Der erste Beat sitzt. Ohne hörbare Mühe arbeiten sich Tobias Wehner, Moritz Zange und Maximilian Völk in eine starke, gemächlich getaktete Bluesnummer hinein. Das Stück ist neu, heißt „Believer“ und läuft wie ein Uhrwerk.

So hört sich die Zukunft von „Vanilla Junction“ an. Die Gegenwart wird am Sonntag, 27. September, wahrnehmbar: Mit einem Release-Konzert ab 21 Uhr im Frankfurter „Nachtleben“ präsentiert die Seligenstädter Band ihre erste CD. Was hinter „Vanilla Junction“ steckt und aktuell passiert, ist spannend genug. Mit eigenen Songs und eigenem Sound ist das Trio laut Moritz Zange, Bassist und mit 26 Jahren der älteste der drei, seit Anfang 2014 unterwegs. Gefunden hat sich die Truppe schon 2009. „Maximilian kannte ich schon aus der Grundschule“, erzählt Zange. Drummer Tobias lernte er in der Musikschule kennen. Als „Vanilla Junction“ starteten die Drei mit einem Cover-Programm, spielten Hendrix und andere Rock-Legenden nach.

Als Schlagzeuger hat der 22-Jährige eine Doppelfunktion: Er ist auch der Lead-Sänger der Band und interpretiert die meist von Moritz verfassten Texte mit einer Stimme, die im selbst ausgebauten Home-Studio an der Klein-Welzheimer Kettelerstraße ohne Mikrofon die elektronisch verstärkten Gitarren-Riffs durchdringt. Um Liebe geht es da oft, überhaupt um Gefühle mit einem würzigen Nachhall von Soul. „Was auf uns eindringt“, beschreibt Moritz den Quell der Inspiration. Immer auf Englisch, der Sprache des Rock´n´Roll, in einfachen Sätzen und nicht zu schwer verdaulich. Denn, betont Tobias, „es geht doch um die Musik“.

Die passt nur schwer in eine der genormten Schachteln, die Szene-Beobachter gern aufstapeln. „Alternativer Blues-Rock“, schlägt Moritz vor. Vielleicht auch „Independent“ - im Wortsinn unabhängig. Meist entstehe ein Stück aus einer zündenden Idee. „Das entwickeln wir dann gemeinsam. Wir schreiben uns nicht vor, wie wir klingen wollen“. So gebe es auch keine Vorbilder, allenfalls „Einflüsse“: Blues, Soul, Funk und britische Rockmusik - auch Jazz oder HipHop, ergänzt Maximilian (23), wenn es denn passt. Aber, betont Tobias, sie hören immer zu. Anderen Bands bei Festivals wie Sound Season oder Brüderschaft der Völker in Aschaffenburg, oder dem Museumsuferfest in Frankfurt, wo „Vanilla Junction“ dieses Jahr aufhorchen ließ. Die Studio-Arbeit für die CD bei Oliver Rüger im Offenbacher Tonstudio Bieber habe sie alle weitergebracht und Türen geöffnet.

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In ihrer bodenständigen Lässigkeit spüren die Newcomer Aufwind. Der cool-konzentrierte Auftritt an Stelle schweißtreibender Bühnengymnastik werde geschätzt. Oft reagiere das Publikum verblüfft auf den singenden Drummer und die Dynamik, die sie zu Dritt entwickeln. Ungeachtet des Erfolgs bleiben die Ziele bescheiden: Mehr Auftrittsmöglichkeiten in Seligenstadt und Umgebung. „Die Cover-Szene ist gut entwickelt“, sagt Moritz, „aber es gibt kaum eine Plattform für Bands mit eigener Musik“.

Das Sound-of-Seligenstadt-Festival des Kunstforums dieses Jahr - „Vanilla Junction“ waren dabei - sei eine rühmliche Ausnahme. Gemeinsam träumen die drei von einer Tournee. „Muss nicht viel sein“, meint Tobias, „mal so zwei, drei Wochen durchs Land“. Wohl noch dieses Jahr will die Band ein Video vorstellen. Die erste CD ist für die Fans in der Region gedacht: „Etwas, das sie zuhause oder im Auto hören können“. Zu bekommen ist der Tonträger erst einmal nur bei den Musikern selbst. (rdk)

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