Integration mit Struktur

„Willkommen in Seligenstadt“ bietet Deutschunterricht für Flüchtlinge

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Seligenstadt - Mit einem neuen Projekt wollen die Mitglieder des Arbeitskreises „Willkommen in Seligenstadt“ die Eingliederung von Flüchtlingen erleichtern. „FLIDUM“ steht für „Flüchtlinge lernen integrativ Deutsch und mehr“. Von Oliver Signus 

Die ehrenamtlichen Helfer des Arbeitskreises „Willkommen in Seligenstadt“ waren im vergangenen Jahr überaus aktiv und haben neben einem Lager für Sachspenden eine Fahrradwerkstatt eingerichtet. „Nun führen wir unsere Willkommenskultur einen Schritt weiter und schaffen mit ,FLIDUM" eine zentrale Anlaufstelle für den Deutschunterricht im besonderen und die Integration von Flüchtlingen im allgemeinen“, erläutert Burkard Müller, Organisator des Arbeitskreises. „FLIDUM“ ist die Abkürzung für „Flüchtlinge lernen integrativ Deutsch und mehr“. Nach den Vorstellungen der Initiatoren soll es ein Ort der Begegnung werden, an dem sich Flüchtlinge Kontakt zu Seligenstädter Bürgern bekommen und sich von ihnen helfen lassen können. „Und das auf strukturierte Art und Weise,“ betont Müller.

Mit Unterstützung der Stadt Seligenstadt soll in den kommenden Wochen eine zentrale Einrichtung entstehen. Vorgesehen sind unter anderem mehrere feste Klassenzimmer sowie ein virtueller Klassenraum. „Somit können verschiedene Deutschkurse parallel unter einem Dach stattfinden“, sagt Müller. Die räumliche Bündelung der zur Zeit noch an vielen unterschiedlichen Standorten stattfindenden Deutschkurse für Flüchtlinge solle einen effektiveren Unterricht ermöglichen.

„Win-win-Situation“

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Des Weiteren sei es Ziel, einen zentralen Ort für für Ausbildung, Arbeitsplatzsuche und Austausch mit Behörden, Bürgern und Vereinen zu schaffen. Mit ins Boot sollen neben Sprachlehrern auch Wohnungseigentümer, Unternehmensvertreter, Industrie- und Handelskammer sowie die Agentur für Arbeit kommen, um die Integration zu fördern. Das alles kostet natürlich Geld. Der Arbeitskreis selbst bringt laut Burkard Müller 10.000 Euro an Spendengeldern für die Ausstattung von „FLIDUM“ ein. Etwa 80 Wochenstunden Unterricht leisten darüber hinaus ehrenamtlich tätige Lehrer und Sprachhelfer. „Sprache ist das Kernelement der Integration. Nur mit Hilfe eines fundierten Unterrichts und dem Anwenden des Erlernten durch Kontakt mit Einheimischen können sich die Flüchtlinge schnell eingewöhnen“, meint Hanne Auer, beim Arbeitskreis zuständig für die Koordination des Deutschunterrichts. So kämen die Menschen schneller „in Lohn und Brot“ und können ihr Leben in Deutschland selbstständig meistern. „Eine Win-win-Situation für alle,“ ist Hanne Auer überzeugt.

Bilder: Einblicke in die Notunterkünfte für Flüchtlinge

Dank des Engagements der ehrenamtlichen Sprachlehrer spare die Öffentliche Hand nach Berechnungen des Arbeitskreises etwa 150.000 Euro an Gehältern. Benötigt werde aber mehr Geld. Zuschüsse in Höhe von 25.000 Euro oder - wesentlich günstiger - die Bereitstellung von Unterrichtsräumen würden laut Arbeitskreis gebraucht, um sieben Flüchtlinge so auszubilden, dass sie schnell eine Wohnung und Arbeit vermittelt bekommen. Letzteres müsse erklärtes Ziel sein, um die Kosten der Öffentlichen Hand zu senken.

Wer den Arbeitskreis - auch finanziell - unterstützen möchte, kann sich mit Burkard Müller, Tel.: 0160/94854747, in Verbindung setzen (E-Mail: Fluechtlinge.Seligenstadt@gmail.com). Weitere Infos gibt es auch auf der Internetseite www.willkommenskultur-fluechtlinge-seligenstadt.de.

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