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Argumente mit gezacktem Rand

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Briefmarkenmotive aus der Einhardstadt zur Steigerung des Bekanntheitsgrades: Einhardhaus © paw

Seligenstadt - In Zeiten merklich ansteigender Bundestagswahl-Aktivitäten unserer Politiker lohnt gelegentlich ein Blick ins weiß-blaue Nachbarland. Von Michael Hofmann

Denn während sich die Einsätze der Volksvertreter im Bundestagswahlkreis 187 („Odenwald“) derzeit auf Firmenbesuche und Knipstermine zu konzentrieren scheinen, entfaltete sich dieser Tage im schönen Spessart-Dörflein Weibersbrunn eine Diskussion, deren Folgen durchaus erfolgversprechend und - auch für uns angrenzende Hessen - nachahmenswert sein könnten.

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Wasserschloss © paw

Auf Einladung des Bayerischen Hotel- und Gaststättenverbands referierte dort Ernst Hinsken (CSU), Bundestagsabgeordneter und Tourismusbeauftragter der Regierung, und brachte mit dem Satz „Gereist wird immer, auch wenn es den Leuten nicht so gut geht“ seine Vorstellungen vom Tourismus als „Leitökonomie der Zukunft“ auf den Punkt. Angesichts von 2,8 Millionen Menschen, die im Tourismus in Deutschland beschäftigt sind, eines jährlichen Umsatzes von zwei Milliarden Euro sowie jährlich 117 000 Auszubildender sei die Branche mit ihrem Top-Wachstumssegment Freizeit auch in bislang eher vernachlässigten Gebieten weitaus gewinnbringender zu vermarkten als bisher, versicherte der Experte.

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Ehemalige Abtei © paw

Da diese Idee erfolgversprechend scheint, und da auch der Ostkreis Offenbach in dieser Hinsicht weit unter Wert gehandelt wird, könnte Ernst Hinskens Vorschlag für den Spessart auch für unsere Region interessant sein: Briefmarken mit markanten und gut vermarktbaren Motiven sollen für einen größeren Bekanntheitsgrad sorgen. Was dem Spessart sein Schloss Mespelbrunn, das sind in Seligenstadt die Klosteranlage oder das Romanische Haus oder das Einhardhaus oder die Fähre oder die mittelalterliche Altstadt allemal. Die Liste ist längst nicht vollständig, deshalb am besten gleich einen ganzen Seligenstadt-Briefmarkensatz.

Kaum eine andere Stadt hat einen dichter gedrängten Veranstaltungskalender

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Mittelalterlicher Marktplatz © paw

Über die entsprechende Infrakstruktur (Übernachtungsmöglichkeiten, Gastronomie) verfügt die Einhardstadt ebenso wie über eine höchst interessante Geschichte mit Einhard, Biograph Karls des Großen, oder Kaiser Barbarossa, der vermutlich das Palatium am Mainufer als Jagdschloss errichtete, als herausragenden Persönlichkeiten. Die Stadt ist stolz auf Landschafts- und Fastnachtmuseum sowie die wunderschöne frühere Benediktinerabtei, deren Geschichte sich ebenso über Führungen erschließen lässt, wie die der mittelalterlichen Stadt (Nachtwächterführung, Kinderführung, Auf jüdischen Spuren oder öffentliche Stadtführungen). Ein reiches Kulturleben mit den weithin bekannten Klosterkonzerten, Ausstellungen des Kunstforums in der Galerie Altes Haus sowie ein höchst lebendiges Vereinswesen sind weitere Pfunde, mit denen die Einhardstadt wuchern kann. Bestens aufgehoben sind auch Gäste, die gerne Feste feiern - kaum eine andere Stadt weit und breit hat einen dichter gedrängten Veranstaltungskalender mit Rosenmontagszug, Zunft- und Handwerkermarkt oder Geleitsfest als Publikumsmagneten. Sportliche Aktivitäten wie Skate-Night bieten zusätzliche Anreize, stehen ebenso für den hohen Freizeitwert der Stadt wie Themen-Radtouren in die Region. Abstecher nach Aschaffenburg, Darmstadt und Frankfurt runden denkbare touristische Aktivitäten ab. Wir wissen natürlich, dass die Deutsche Post seit Februar 2008 die Möglichkeit bietet, Privat- oder Geschäftspost mit einer eigenen Briefmarke zu frankieren - ab einer Mindestzahl von 20 Stück. Auch der Online-Service „Internetmarke“, der persönliche Motive und deren sofortigen Ausdruck ermöglicht, ist uns bekannt.

Allein, es geht um die Unterstützung der StadtMarketing-GmbH, die prominente Fürsprecher an exponierter Stelle gebrauchen kann. Immerhin sieht der CSU-Experte Hinsken die Gäste der Zukunft aus fernen Ländern kommen: China, Indien oder die Emirate - ihr Interesse gelte es zu wecken, warum nicht mit 'ner originellen Briefmarke? Dass wichtige Rahmenbedingungen (Mehrwertsteuer- sowie Rundfunk- und Fernsehgebühren-Absenkung, Gema) auf den Prüfstand müssen, scheint für Hinsken ebenfalls klar.

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