Erweiterung nicht ausgeschlossen

Asklepios-Tagesklinik für psychische Erkrankungen offiziell eröffnet

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In der ehemaligen Delonghi-Zentrale im Froschhausener Gewerbegebiet am Reitpfad hat Asklepios eine neue Tagesklinik für Psychiatrie und Psychotherapie eingerichtet. Chefarzt Dr. Stefan Hornung führt von Langen aus die neue Außenstelle.

Froschhausen - Einen weißen Fleck auf der Landkarte psychiatrischer Versorgung hat die Asklepios-Kliniken-GmbH im Ostkreis geschlossen.

Im Gewerbegebiet am Reitpfad in Froschhausen eröffnete Philipp Heistermann, Geschäftsführer der in Langen ansässigen Klinik für psychische Gesundheit, eine Tagesklinik mit zunächst zwölf Plätzen. Angegliedert ist eine Ambulanz für Akutfälle und chronisch erkrankte Patienten. Besser hätte es Asklepios nach Worten Philipp Heistermanns kaum treffen können. Allein das Erdgeschoss der früheren Delonghi-Zentrale bietet dem Psychiatrie-Team und seinen Patienten mit rund 600 Quadratmetern hinreichend Platz zu ebener Erde. Hinter dem großzügigen Eingangsbereich, wo sich zur offiziellen Eröffnung zahlreiche Ehrengäste trafen, reihen sich an zwei Korridoren ebenso großzügige Patientenzimmer, Therapieräume, Versorgungs- und Sanitäreinrichtungen sowie Büros, etwa das der hauseigenen Sozialberatung. Baulich habe Asklepios nur einige Wände versetzen und renovieren müssen, so der Geschäftsführer. Dass trotzdem rund 100.000 Euro Investitionen anfielen, erklärt er mit speziellen Klinik-Bedürfnissen, etwa an Haustechnik und IT.

Behandelt werden können in der Tagesklinik vor allem solche Patienten, die aufgrund ihres Krankheitsbildes nicht stationär in der Psychiatrie aufgenommen werden müssen, für die eine rein ambulante Behandlung aber nicht ausreicht. Montags bis freitags kommen sie tagsüber in die Klinik, nach den Erfahrungen der Mediziner in der Regel sechs bis acht Wochen lang. Die Nächte und die Wochenenden können die Patienten zuhause im gewohnten Umfeld verbringen. Die Regie hat der Langener Psychiatrie-Chefarzt Dr. Stefan Hornung, Chefin vor Ort ist die Oberärztin Frauke Conrad. Zu ihrem Team gehört neben Pflegekräften und diversen Therapeuten auch ein Psychologe.

Fertig wird diese Mannschaft laut Asklepios-Flyer sowohl mit allgemeinpsychiatrischen wie mit psychotherapeutischen Herausforderungen. Behandelt werden etwa Depressionen, Angst-, Zwangs- und Persönlichkeitsstörungen und Psychosen – Suchterkrankungen nur, soweit Unterstützung bei der Abstinenz in Frage kommt. Ein Entzug wird nicht in der Tagesklinik, sondern stationär in der Psychiatrie in Langen gemacht. Auch hochgradig erregte oder akut selbstmordgefährdete Patienten kommen dort unter. Menschen mit chronischen psychischen Leiden, die einer komplexen und flexiblen Behandlung bedürfen, steht die Institutsambulanz in Froschhausen als regelmäßige Anlaufstelle offen.

Für Asklepios sei das Konzept in dieser Konstellation neu, so Philipp Heistermann im Gespräch mit unserer Zeitung. In medizinischen Belangen werde die ansonsten von Langen aus verwaltete Einrichtung eng mit der Asklepios-Klinik Seligenstadt kooperieren. Den Versorgungsauftrag vom Land Hessen für den Ostkreis habe die Langener Psychiatrie schon seit einigen Jahren, den Aufbau einer Außenstelle rechtfertige jetzt der steigende Bedarf. Zahlen dazu hatte Landrat Oliver Quilling mitgebracht. Entsprechend dem bundesweiten Trend sei die Zahl psychischer Erkrankungen in den vergangenen zehn Jahren um 50 Prozent angestiegen. Der Anteil der Patienten, die aufgrund solcher Diagnosen nicht mehr arbeitsfähig seien, habe sich im gleichen Zeitraum um 70 Prozent erhöht.

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Den Standort in Froschhausen hat Asklepios laut Heistermann unter anderem wegen der verkehrsgünstigen Lage und einer vergleichsweise ruhigen Umgebung ausgesucht. Auch biete das Gebäude im Obergeschoss noch Platz für eine mögliche Erweiterung. Bürgermeister Dr. Daniell Bastian sagte aktive Unterstützung der Stadt beim Aufbau zu.

Und Landtagsvizepräsident Frank Lortz, der ebenfalls ein Grußwort sprach, sieht die Entscheidung für die Partnerschaft des Kreises mit Asklepios vor 16 Jahren erneut gerechtfertigt: Asklepios werde seiner Zusage, den Medizinstandort Seligenstadt kontinuierlich aufzuwerten, mehr als gerecht. (zrk)

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