Naturschutz und Geselligkeit

Der ASV Mainfisch Seligenstadt feiert sein 90-Jähriges

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Blick auf den Harressee, das Vereinsgewässer des ASV Mainfisch Seligenstadt: Mit viel Engagement und Arbeitseifer haben die Mitglieder aus einer alten Kiesgrube ein Vorzeige-Areal geschaffen.

Seligenstadt -   Feststimmung rund um den Froschhausener Harresee: Der ASV Mainfisch Seligenstadt feiert am Wochenende sein 90-jähriges Bestehen. Eine Erfolgsgeschichte, wie ein Blick in die Vereinschronik belegt.

Der Verein wurde am 7. Januar 1928 unter dem Namen „Angelsport-Club Mainfisch“ in Seligenstadt gegründet. Das Protokoll der Gründungsversammlung liegt vor und beschreibt den formalen Ablauf im Gasthaus „Zum goldenen Stern“ in Seligenstadt. Demnach waren Karl Spielmann, Georg Kunkel, Fritz Gottlieb, Peter Kuhn, Michael Stenger, Franz Andraschky, Joseph Zöller, Valentin Mock, Peter Mock, Balthasar Guth, Gabriel Rausch, Heinrich Spielmann, Ferdinand Gallus, Franz Kuchenbrod, Eduard Gohr, Jakob Andraschky, Franz Rieder und Karl Burkard dabei. Neben der Namensgebung einigten sich die Gründungsmitglieder auch auf den „Goldenen Stern“ als Vereinslokal. Die Vorstandswahl ergab dieses Ergebnis: Erster Vorsitzender wurde Karl Spielmann, sei Stellvertreter Fritz Gottlieb. Interessant ist die Feststellung, dass von der Gründung bis in die 70er Jahre die Amtsperioden der Vorsitzenden relativ kurz waren, in der Regel nur zwei bis drei Jahre. Erst mit Josef Ostheimer (1972-1989) finden wir mit 17 Jahren den bis heute am längsten amtierenden Vorsitzenden.

Angler brauchen nicht nur ein Vereinslokal, sie benötigen vor allem ein Gewässer, um ihren Sport und Hobby nachgehen zu können. Der heutige Ehrenvorsitzende Klaus Roßkopf berichtet, dass der Verein in den Anfangsjahren die Seen in Seligenstadt von der Zeche „Amalia“ in Dettingen gepachtet hatte, dann von der „Seligenstädter Lederwarenfabrik“ an der Steinheimer Straße (später AEG-Gelände). Das heutige Vereinsgelände samt Harressee wurde im Januar 1958 von den damaligen Eigentümern, den Grafen Schönborn, gepachtet und 1962 für 28.000 Mark erworben.

Der ASV hatte damit eine Heimat gefunden, in der er sich entfalten konnte. Für die Gemeinde Froschhausen war der Verein ein verlässlicher Partner, der das Areal pflegte und in Ordnung hielt. Mit dem eignen Gelände erlebte der Verein einen starken Schub. Das Gebiet musste begehbar gemacht und eingezäunt werden. Von nun an wurde verstärkt Landschafts- und Gewässerschutz betrieben - mit allen Überlegungen und Arbeiten, die dazugehörten. Für viele Mitglieder wurde ein Teil Campingplatz und Freizeitgebiet mit der dazugehörigen Infrastruktur. Nach Übergangslösungen beschloss man schließlich den Bau eines eigenen Vereinsheims. Das alles forderte erhebliche finanzielle Opfer und großen Arbeitseinsatz. Andererseits förderte diese Zielstrebigkeit den Zusammenhalt.

Zum 50. Geburtstag erhielt der ASV als erster Verein in der Bundesrepublik die Goldene Verbandsehrenplakette des Bundesverbandes der Sportfischer. Im Jahr 1980 wurde Bettina Güttler deutsche Meisterin der Seniorinnen, ihr Bruder Andreas Güttler bei den Junioren. Das belegt auch die erfolgreiche Jugendarbeit, die der Verein nie vernachlässigte.

Als im Jahr 1979 das neue Vereinsheim eingeweiht werden konnte, wurden fast zeitgleich die Teammitglieder des Vereins Sieger in der Hessischen Verbandsmeisterschaft und sicherten sich die Teilnahme an den deutschen Angelsportmeisterschaften in Berlin. Der Verein erlebte eine Blütenzeit, die bis heute anhält. Ein prall gefüllter Leitzordner enthält eine Fülle von Presseberichten über die Erfolge. Auch das ehrenamtliche Engagement von Mitgliedern und Vorstandschaft wurde belohnt: durch die öffentliche Anerkennung der städtischen Gremien und der Kommunalpolitik. So fand auch mancher Zuschuss den Weg in die Vereinskasse. Dies zeigte sich bei dem 50. und dem 75. ASV-Geburtstag.

Gewürdigt werden muss auch das außerordentlich gute und freundschaftliche Verhältnis zu den im Vereinsring Froschhausen vertretenen Gemeinschaften. Wer auch immer in Froschhausen ein Fest feiert, der kann sich immer auf die Unterstützung der Angelsportler verlassen.

So stellt sich der Angelsportverein ASV Mainfisch 1928 heute als eine Gemeinschaft dar, die mit 157 Mitgliedern - darunter 18 Jugendliche - hervorragende fachliche Vereinsarbeit leistet, im Landschafts- und Gewässerschutz spitze ist, eine eigene Heimstatt besitzt, die Geselligkeit pflegt und in der Vereinsfamilie geachtet ist. (zbo)

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