Ansturm auf Seen im Ostkreis blieb aus

Auftakt der Badesaison: SPD Seligenstadt kritisiert späte Freibad-Öffnung

Sportliches Stand-Up-Paddling oder eine gemütliche Fahrt im Gummiboot: beides möglich auf dem Klein-Krotzenburger Badesee.
+
Sportliches Stand-Up-Paddling oder eine gemütliche Fahrt im Gummiboot: beides möglich auf dem Klein-Krotzenburger Badesee.

Im Ostkreis hat die Badesaison begonnen – zumindest partiell. Denn während in Hainburg und Mainhausen die Seen wieder Gäste einlassen, lässt das Seligenstädter Freibad noch auf sich warten: Erst im Juli wird geöffnet, so die Information aus dem Rathaus.

Ostkreis – Dafür gibt es nun Kritik von der SPD, die nach eigenem Bekunden mehrfach auf die späte Öffnung angesprochen worden ist, vor allem von Älteren, die das Bad sonst täglich aufsuchen. Während das Schwimmbadgelände bereits auf Vordermann gebracht wurde, haperte es offenbar an der rechtzeitigen Verabschiedung einer neuen Gebührenordnung.

Verwaiste Wasserrutsche im Seligenstädter Freibad, das erst im Juli für Gäste öffnen soll.

Vorerst also keine Abkühlung in der Einhardstadt, auch wenn das Thermometer in den kommenden Tagen weiter steigen soll. 21 Grad Wassertemperatur vermeldet derweil die Gemeinde Hainburg für den Knochensee in Klein-Krotzenburg, der seit Mittwoch vergangener Woche mit entsprechendem Hygienekonzept geöffnet ist. 600 Personen dürfen demnach auf das Gelände. Die Auslastung können Schwimmwillige live auf der Homepage der Gemeinde verfolgen: Ein Einlasszähler übermittelt in Echtzeit Daten und verrät so, ob sich die Anreise lohnt. Am Montagnachmittag vermeldete die Homepage beispielsweise noch 300 freie Plätze. Voller war es am Wochenende, hier kam der Sonntag mit 500 Besuchern deutlich näher an die Kapazitätsgrenze heran.

Der große Ansturm blieb auch an den beiden Badeseen in Mainhausen aus. Laut Jens Kretzschmar, Leiter des Eigenbetriebs Campingplatz und Badeseen Mainhausen, kamen von Freitag bis Sonntag insgesamt 2 500 Badegäste nach Zellhausen, in Mainhausen waren es an den drei Tagen 1 600. Der Eigenbetrieb gestattet jeweils bis zu 1 000 Besuchern gleichzeitig Einlass auf die Gelände. Über den Ablauf unter Corona-Bedingungen kann Kretzschmar nicht klagen: „Es hat alles reibungslos funktioniert. Die Menschen sind froh, dass sie wieder schwimmen gehen können“, schildert er seinen Eindruck. Und das bei 21 Grad Wassertemperatur in beiden Badeseen.

Dass das Seligenstädter Schwimmbad zu den Spätzündern der Region zählt, stößt laut SPD insbesondere auf Unmut, weil kein offensichtlicher Grund erkennbar sei. Ein Blick über den Zaun habe offenbart: Schon vor dem 1. Juni war das Schwimmbecken gefüllt, die Wiese gemäht, und bis auf den Kinderbereich schien alles für eine Öffnung vorbereitet gewesen zu sein. In einer Pressemitteilung der Stadt ließ Bürgermeister Daniell Bastian verlauten, dass es an einer Formalie hängt. „Anscheinend war die Badesaison so plötzlich gekommen, dass es nicht rechtzeitig möglich war, eine neue Gebührenordnung zu verabschieden“, spöttelt die SPD.

Ayla Sattler, Stadtverordnete aus den Reihen der Partei, bedauert den Umstand: „Dass die Verzögerung wirklich nur an der Gebührenordnung hängt, die keine großen Überraschungen bereit hält und höchstwahrscheinlich von allen Parteien einstimmig verabschiedet wird, ist eine sehr enttäuschende Antwort für die Schwimmerinnen und Schwimmer. Man hätte die Ordnung auch im Frühling einbringen können und fast einen Monat Badezeit gewonnen“.

Die Vorsitzende des Sozialarbeitskreises der SPD-Fraktion, Jelena Ebert, hätte sich an der Stelle mehr Engagement gewünscht: „Die Leute werden in der Krise mit wenig Freizeitmöglichkeiten wegen einer juristischen Kleinigkeit auf dem Trockenen sitzen gelassen. Da hätte ich mir eine pragmatischere Lösung als Aussitzen von der Rathausspitze erhofft.“ (Von Franziska Jäger)

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Kommentare