Seit 2013 laufende Verhandlungen auf der Zielgeraden

Bahngelände: Kaufpreis liegt bei 385.000 Euro

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Seligenstädter Bahnhof: Investor Karl-Ludwig Toth renoviert das Gebäude, die Stadt hat die Möglichkeit, rund 6 000 Quadrameter Fläche zu erwerben.

Seligenstadt - Die seit Anfang 2013 laufenden Verhandlungen zwischen der Stadt Seligenstadt und der Deutschen Bahn über den Ankauf des 6000 Quadratmeter großen südlichen Bahngeländes gehen nun auf die Zielgerade, berichtet Bürgermeisterin Dagmar B. Nonn-Adams. Die Kosten liegen bei rund 385.000 Euro.

Für das Gelände hatte die Bahn bereits im Jahr 2009 ein Wertgutachten in Auftrag gegeben. Der Gutachterausschuss war bei der Bewertung jedoch davon ausgegangen, dass die Umwandlung in Wohnbaufläche möglich sei. Daher wurde ein Wert festgelegt, der dem von Bauerwartungsland entsprach und bei 240 Euro pro Quadratmeter lag. „Viel zu hoch aus Sicht der Stadt“, so die Bürgermeisterin. Nachdem die Stadtverordnetenversammlung im Dezember 2012 die Aufstellung eines Bebauungsplanes für diese Fläche beschlossen hatte, der nur Flächen für den ruhenden Verkehr, für den öffentlichen Personennahverkehr sowie für Grünanlagen ausweist, seien die vom Gutachterausschuss festgelegten Werte für die Stadt noch weniger akzeptabel gewesen.

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In dann folgenden Verhandlungen mit der Bahn habe sie mit ihren Mitarbeitern in der Verwaltung erreicht, dass Bahn und Stadt unter Berücksichtigung des Stadtverordnetenbeschlusses gemeinsam ein neues Gutachten in Auftrag gaben. Das neue Gutachten vom Januar 2015 legt nun einen wesentlich geringeren Wert fest, nämlich 60 Euro pro Quadratmeter. Die Bahn hatte bereits signalisiert, dass sie das Grundstück der Stadt zu diesem Preis verkaufen wolle, wenn sich kein anderer Käufer findet, der mehr bietet und wenn das Gelände tatsächlich so genutzt wird, wie im Aufstellungsbeschluss vorgesehen. Die Bahn besteht jedoch zu ihrer Sicherheit auf eine Preisanpassungsklausel im Kaufvertrag, für den Fall, dass das Grundstück innerhalb von 20 Jahren nach Verkauf doch in Wohnbaufläche umgewandelt wird. In diesem Fall besteht sie auf dem Wert, der 2009/2010 für das Grundstück im ursprünglichen Gutachten ermittelt wurde.

Bilder: Bahnhof des Jahres 2015 in Marburg

Die Verwaltung hatte bereits zu Beginn der Verhandlungen für die unterschiedlichen Preiskonstellationen vorsorglich entsprechende Gelder im Haushalt angemeldet, so dass im Etatjahr 2015 nun ausreichend Mittel zur Verfügung stehen, um den geforderten Kaufpreis in Höhe von rund 385.000 Euro einschließlich der Grunderwerbsnebenkosten zu finanzieren. Die Beschlussfassung durch den Magistrat ist nach Angaben der Bürgermeisterin erfolgt. Eine abschließende Zustimmung durch die Stadtverordneten ist in der Sitzung am 28. September möglich. Da es sich beim Ankauf um eine neue investive Ausgabe handelt, die gemäß der Auflagen der Kommunalaufsicht der Einzelgenehmigung bedarf, „wird parallel zum Beschlussverfahren die Genehmigung beim Kreis eingeholt,“ so die Rathauschefin abschließend.

mho

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