Investor hält an Plänen fest

Stillstand am Bahnhof

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Der Bahnhof in Seligenstadt.

Seligenstadt - „Wir harren der Dinge.“ So fasst Karl-Ludwig Toth die derzeitige Situation rund um den Seligenstädter Bahnhof zusammen. Von Thomas Hanel

Bekanntlich hatte der Investor das Gelände gekauft - konnte bislang aber nur einen Bauzaun statt Wohnungen, Geschäfte und Parkplätze errichten. Die Politik und aufgebrachte Bürger haben ihm einen Strich durch seine Planungen gemacht. „Der Stillstand ist da“, sagt Karl-Ludwig Toth auf Anfrage unserer Zeitung. Gespräche mit der Stadtverwaltung und Politikern habe es gegeben. Diese fanden nichtöffentlich statt, deshalb wundert sich Toth, dass Details an die Öffentlichkeit gelangten. Vier Termine habe es gegeben. Resultat: Stillstand, keine Fortschritte. Ausdrücklich lobt er aber die Seligenstädter Verwaltung. Die gehe sehr professionell mit dem Thema Bahnhofsgelände um. An seinem Ziel hält Toth, seit 25 Jahren als Bauunternehmer und Investor tätig, fest. „Eine moderate Bebauung dieses innerstädtischen Kerngebiets in Seligenstadt ist sinnvoll.“ Der Feinschliff müsse jetzt kommen.

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Die Hoffnung auf Befriedung

Deutlicher wird er in seiner Meinung über andere Pläne. „Aus dem Gelände eine Grünanlage und Parklandschaft zu machen, ist unrealistisch.“ Wer solle dort spazieren gehen oder es anders als Gassi-Platz für den Hund benutzen? „Eine privat gepflegte Anlage sehe ich positiv, eine städtische Grünanlage nicht“, sagt der Bauunternehmer Karl-Ludwig Toth. Und Toth wird noch deutlicher. Der Seligenstädter Bahnhof sei kein Bahnhof im ursprünglichen Sinne mehr. Er stehe zwar an Gleisen, werde aber kaum mehr als Station genutzt. Dem denkmalgeschützten Gebäude gelte jetzt seine Aufmerksamkeit. „Unter den Gesichtspunkten des Denkmalschutzes muss dort saniert werden.“ Den genauen Verwendungszweck des alten Gebäudes will er noch nicht nennen, kennt er vermutlich noch gar nicht. „Geschäfte, Wohnungen“, formuliert Toth. Einen Zeitplan habe er nicht. Allerdings habe es bereits Anfragen von potentiellen Mietern gegeben.

Die Gesamtzukunft des Geländes mitten in der Stadt ist also weiterhin offen. Karl-Ludwig Toth, der im Oktober vergangenen Jahres das Bahnhofsareal inklusive Gebäude für einen sechsstelligen Betrag erworben hatte (einen genauen Preis nennt er nicht), übt sich in Geduld. „Langfristig sehen wir eine Bebauung am Bahnhof. Städtebaulich angepasst. Ob das jetzt ein Jahr dauert oder zehn Jahre, kann ich heute nicht abschätzen.“ Er hoffe, dass sich „städtebauliche Vernunft“ durchsetzen werde. Aber: „Wenn Politik und Bürgerinitiativen mitspielen, ist der Zeitrahmen eines solchen Projekts eher längerfristig“, weiß er von ähnlichen Vorhaben aus seiner beruflich Vergangenheit. Einmal habe es 13 Jahre gedauert, bis schließlich ein Bau in einer anderen Stadt habe umgesetzt werden können. „Jeder, der ein Grundstück kauft, will doch bauen“, stellt Karl-Ludwig Toth fest. Bleibt zu hoffen, dass Seligenstadt nicht auch 13 Jahre auf einen Bauzaun gucken muss.

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