Stadt lässt Konzept für zentralen Bushalt erstellen

Bahnhof wird Zug um Zug saniert: Mieter bis ins Dachgeschoss

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Seligenstädter Bahnhofsgebäude: Restaurant, Café und Herrenausstatter eröffnen im Sommer.  

Seligenstadt - Das ehemalige Bahnhofsgebäude in Seligenstadt wird Zug um Zug saniert. Nachdem die ersten Mieter eingezogen sind, wollen nach Auskunft des Investors in Kürze weitere ihr Geschäft eröffnen. Von Sabine Müller

Wie das dazugehörige Gelände künftig genutzt wird, kann sich laut Seligenstadts Bürgermeister erst entscheiden, wenn über das Konzept für den geplanten zentralen Busbahnhof beschlossen wurde.
Immer mehr Gewerbetreibende und Dienstleister führen „Alter Bahnhof Seligenstadt“ in der Adresse. Im Frühjahr hatte der Eigentümer des ehemaligen Bahnhofgebäudes, Investor Karl Ludwig Toth (VT Ingenieurbau/Altenstadt), die Sanierung des denkmalgeschützten Hauses so weit abgeschlossen, dass im mittleren Haupttrakt der Friseursalon „Hauptsache“ einziehen konnte. Felix Keil, der bis vor fünf Jahren in der Bahnhofstraße frisierte, kam im Februar mit seinem dreiköpfigen Team in die Eisenbahnstraße 5d. Mit dem Geschäft ist er „grundsätzlich zufrieden“, wünscht sich aber, „dass der Bahnhof endlich mal fertig würde“. Das Besondere: Es ist ein Barber-Shop angeschlossen; außerdem wird Zweithaar angepasst.

Über dem Friseur ist mittlerweile die Privatpraxis für Osteopathie von Angelika und Bernhard Hirsch untergebracht. Die Therapeuten betrieben seit 1990 eine Praxis für Physiotherapie und Osteopathie im Ärztehaus am Wasserturm; nach der Spartentrennung blieb die Physiotherapie im Kortenbacher Weg, die Osteopathie wurde in den Gebäudekomplex Alter Bahnhof verlegt.

„Im ausgebauten Dachgeschoss wird Ende Juni die Firma Bauunit GmbH meines Sohnes einziehen, der sich auf hochwertig ausgestattete Wohnimmobilien spezialisiert hat“, informiert Karl Ludwig Toth im Gespräch mit unserer Zeitung. Derzeit laufen im rechten Gebäudetrakt die Innenbauarbeiten, die besonders aufwändig sind, weil die Natursteinmauern sowie die alten Bögen über den Fenstern erhalten werden. „Die Wände werden mit Kalkmörtel verfugt“, erläutert der Hauseigentümer. Läuft alles nach Plan, will Ende Juli, Anfang August der Herrenausstatter „Gleis 1“ eröffnen. Die restlichen 140 Quadratmeter, verteilt auf zwei Stockwerken, pachtet die Seligenstädter Bäckerei Haas GmbH, um im August ihren Café- und Bistro-Betrieb mit Außenbestuhlung am Bahnhof aufzunehmen. Das alte Bahnwärterhaus zwischen Fahrradabstellplatz und P+R-Fläche, das einen Glasanbau erhält, soll laut Karl Ludwig Toth ein Restaurant werden. Mehrere Bewerber hätten Interesse angemeldet, eine Entscheidung für den Betreiber sei aber noch nicht gefallen.

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Links vom Haupttrakt wird jetzt das Schieferdach erneuert, dann sind auch hier Außen- und Innenausbau nach Denkmalschutzkriterien fällig. „Mit einem Anbau sind dort weitere knapp 200 Quadratmeter zu vermieten“, informiert Toth, der sein Haus gerne bis Ende des Jahres ausgelastet sähe. An einer rentablen Bewirtschaftung des Gebäudes ist dem Investor vor allem deshalb gelegen, weil immer noch nicht klar ist, wie er das Gelände des Bahnhofsareals, das ebenfalls ihm gehört, nutzen kann. „Ich habe nach wie vor Interesse an Wohnbebauung“, erklärt Karl Ludwig Toth, „muss aber warten, bis die Stadt sagt, was sie will.“

Nach Auskunft von Bürgermeister Dr. Daniell Bastian (FDP) ruht der Bebauungsplan 81 derzeit. Über die weitere Entwicklung des Geländes könne erst entschieden werden, wenn klar sei, wie viel Fläche der Busbahnhof benötige. „Wir sind noch in der Entwurfsphase“, erläutert der Verwaltungschef. Ein Büro habe den Auftrag, die zentrale Umsteigestelle für Busse und Sammeltaxen zu entwickeln. Das fertige Konzept werde nach interner Diskussion der Stadtverordnetenversammlung frühestens in der Septembersitzung vorgelegt. „Erst dann kann der Bebauungsplan weitergeführt werden, der auch die Flächen für Pkw-Stellplätze ausweist.“

In diesem Zusammenhang sei die Stadt nach wie vor an einem eventuellen Grundstückstausch mit Nachbar Toth interessiert. Und: „Wir haben das Bahngelände für einen günstigen Preis gekauft; wenn Wohnbebauung kommen soll, könnte es teurer werden, dann müssen wir noch nachlegen.“ Die Endplanung und Ausführung des Busbahnhofs stellt Bürgermeister Bastian für 2018 in Aussicht.

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