„Geruchsbelästigung nicht bekannt“

Ärger um Bahnhof-Umgestaltung in Seligenstadt: Anwohner beklagen Umgruppierung der WC-Anlage

Neuer WC-Standort nahe der Eisenbahnstraße: „Gewisse öffentliche soziale Kontrolle.“
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Neuer WC-Standort nahe der Eisenbahnstraße: „Gewisse öffentliche soziale Kontrolle.“

Neuester Aufreger rund um die Umgestaltung des Bahnhofbereiches in Seligenstadt: Anwohner klagen über den Standort einer Toilettenanlage, die in einer hinteren Ecke geplant war, nun aber vor ihrer Nase platziert wurde.

Seligenstadt – Die Umgestaltung des Bahnhofbereiches zu einem ÖPNV-Verknüpfungspunkt stößt bei direkten Anwohnern der Eisenbahnstraße nicht gerade auf Begeisterung. Auf Transparenten wehrten sie sich anfangs gegen den ihrer Ansicht nach drohenden Bau von Hochhäusern, dann - vergeblich - gegen die Fällung der Linden. Der neueste Aufreger: Eine Toilettenanlage, die in einer hinteren Ecke geplant war, steht nun vor ihrer Nase.

Es sei richtig, „dass die WC-Anlage ursprünglich in der nordwestlichen Ecke des Grundstückes vorgesehen war“, räumt Erster Stadtrat Michael Gerheim ein. Doch sei dieser Standort „unter Aspekten der öffentlichen Sicherheit nochmals näher analysiert“ worden. Ergebnis: Die Eingänge der WC-Anlage, insbesondere der Zugang für die Frauen, wäre durch die hintere Lage und die davorliegenden Fahrradboxen nicht einsehbar. „Es wäre somit eine dunkle Ecke entstanden“, so Gerheim weiter. Aus diesem Grund sei die Anlage auf die östliche Seite verschoben worden, „um eine gewisse öffentliche soziale Kontrolle durch die vordere Lage zu erzeugen.“ Optisch aufgewertet werden soll die Toilette durch die Anlage von seitlichen Grünflächen. Neben Gerheim weist auch Bürgermeister Daniell Bastian Kritik an der Rochade zurück. Im Bebauungsplan-Beschluss sei zwar die Bauausführung beschrieben, doch bestehe da durchaus Spielraum für die Fachleute der Stadt, wie am Bahnhof nun geschehen. Dazu sei auch kein erneuter Beschluss nötig.

Die umstrittene WC-Anlage, so Stadtrat Gerheim, sei baugleich mit den seit Jahren im Einsatz befindlichen Anlagen an der Steinheimer Straße und an der Aschaffenburger Straße. „Die Anlage besteht aus einem geschlossenen System, eine Geruchsbelästigung außerhalb ist uns nicht bekannt.“

Bekanntlich modernisiert die Stadt ihre Infrastruktur im Bereich der Eisenbahnstraße. Planmäßig haben die Bauarbeiten für einen modernen ÖPNV-Verknüpfungspunkt im Februar begonnen.

Wie berichtet, liegen die Straßenbauarbeiten im Zeitplan. Um den weiteren Bauablauf zu optimieren, wurden die arbeits- und zeitintensiven Wasser- sowie die Gasleitungsarbeiten in dem Abschnitt Würzburger Straße bis Bahnhofstraße bereits parallel zur ersten Bauphase erledigt. „Dies führte zu einem deutlichen Gewinn bei der Gesamtbauzeit“, fasst Gerheim zusammen. Für den Abschluss dieser Sanierungsarbeiten müssen die neuen Leitungen auf Höhe der Bahnhofstraße an das bestehende Netz eingebunden werden. Dazu ist eine Vollsperrung in der Eisenbahnstraße inklusive der Kreuzung Bahnhofstraße/Würzburger Straße erforderlich.

Die Umleitung des Buslinienverkehrs über die Einhardstraße wurde mit der Kreisverkehrsgesellschaft abgesprochen und organisiert. Somit befinden sich die Ersatzhaltestellen für die Fahrtrichtungen Obertshausen, Weiskirchen und Langen in der Einhardstraße/Ecke Bahnhofstraße. Für die Fahrtrichtung Mainhausen und Aschaffenburg wie bereits zuletzt in der Babenhäuser Straße/Ecke Bahnhofstraße. Die Bahnhofstraße wird im Abschnitt Emmastraße bis Eisenbahnstraße zur Sackgasse. Diese Regelung trat inzwischen bereits in Kraft.

Die Fertigstellung aller insgesamt vier Bauphasen ist, bei entsprechender Witterung, im März 2022 geplant. Bis zum Abschluss der Baumaßnahme werden in dem Bereich rund 40 neue Bäume gepflanzt, die Baukosten (Stadtanteil) betragen etwa drei Millionen Euro. (Von Michael Hofmann)

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