„Enttäuschend für uns“

Bau des dritten Abschnitts der Ortsumfahrung verzögert sich

Seligenstadt - Auf den dritten Abschnitt der Ortsumfahrung werden die Seligenstädter wohl noch einige Jahre warten müssen. Hessen Mobil wollte eigentlich bereits in diesem Sommer eine Vorplanung präsentieren, beginnt aber erst in diesem Monat damit. Von Oliver Signus 

„Wir hatten eigentlich gehofft, dass innerhalb von fünf Jahren mehr passiert“, sagt Bürgermeister Dr. Daniell Bastian. Fast fünf Jahre sind vergangen, seit die Stadt - damals noch unter der Ägide von Bastians Vorgängerin Dagmar B. Nonn-Adams, eine Vereinbarung (Hessisches Kommunalinteressenmodell II, kurz KIM II) über die Finanzierung des dritten Bauabschnitts unterzeichnet hatte. Weil die Landeskassen seinerzeit leer waren, sollte die Stadt die zehn Millionen Euro vorfinanzieren. In der Summe enthalten sind Bau- und Grunderwerbskosten sowie die Darlehenszinsen. Das Land sollte den Betrag mit jährlich einer Million Euro abstottern. Frühestens ab 2020, hieß es in dem Vertrag.

Zurzeit sieht es jedoch so aus, als ob sich das Bauvorhaben zeitlich kräftig nach hinten verschiebt. „Eigentlich sollten im Sommer die Vorplanungen fertig sein“, sagt Bastian. Darin geht es unter anderem um Knotenpunkte, Anschlüsse an das Gewerbegebiet Nordring und die Stadtwerke im Eichwald. Des Weiteren enthalten die Pläne Details wie Entwässerung, Lärmschutz und vieles mehr.

Doch nach Angaben von Hessen Mobil gegenüber der Stadtverwaltung habe die EU-weite Ausschreibung zu Verzögerungen geführt. Mit der Vorstellung des Entwurfs werde daher erst im Sommer 2019 gerechnet. Und bis dann die Bagger anrollen, werden laut Bastian wahrscheinlich noch einige Jahre ins Land gehen. Denn im Anschluss sind zunächst der Artenschutzfachbeitrag und der Landespflegerische Begleitplan bezüglich der Abarbeitung der Umweltbelange zu erstellen. Nach der Abstimmung der Pläne, so schreibt Hessen Mobil weiter, wird die Genehmigungsplanung erstellt, die wiederum Grundlage für baurechtlich erforderliche Planfeststellungsverfahren ist. Dabei werden die Öffentlichkeit, Behörden und Träger öffentlicher Belange beteiligt.

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Die Aussicht auf die lange Verzögerung nennt Bürgermeister Bastian „enttäuschend für uns“. Suzanne Braake, Sprecherin von Hessen Mobil, teilte mit, dass mit den Vorplanungen noch im Juni begonnen werde. Die Kosten belaufen sich derzeit auf geschätzte 13,2 Millionen Euro für den letzten, dreieinhalb Kilometer langen Abschnitt. Die Arbeiten sollen in einem Stück vollzogen werden, einen konkreten Zeitablauf mit Fertigstellung nannte die Sprecherin hingegen nicht. Die vor fünf Jahren geschlossene Verwaltungsvereinbarung KIM II sei aber weiterhin gültig.

Rubriklistenbild: © dpa

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