Bebauungsplan für Giselastraße?

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Unmut regt sich unter Bewohnern der Giselastraße, seit Pläne bekannt geworden sind, denen zu Folge dort auch größere Mehrfamilienhäuser auf den zum Teil recht großzügigen Grundstücke errichtet werden sollen.

Seligenstadt ‐ Unmut regt sich unter Bewohnern der Giselastraße, seit Pläne bekannt geworden sind, denen zu Folge dort auch größere Mehrfamilienhäuser auf den zum Teil recht großzügigen Grundstücke errichtet werden sollen. Von Oliver Signus

Unterstützung erhalten die Anwohner nun von den Fraktionen der CDU, der FDP und der SPD, die sich in Anträgen mit der Problematik befassen. Am weitestgehenden formuliert es die Union, die sich für eine Veränderungssperre und die Aufstellung eines Bebauungsplanes ausspricht, um den derzeitigen Bebauungszustand zu erhalten - eine Position, die auch die Grünen vertreten. Ausgleichend zwischen den Interessen aller Beteiligten will die FDP-Fraktion ihren Antrag verstanden wissen und setzt sich für eine maximale Bautiefe von 25 Metern und eine maximale Bauhöhe von zehn Metern ein.

Innenverdichtung ist nach Ansicht der SPD prinzipiell wünschenswert, benötige jedoch eine konkrete Bauleitplanung, um die nötigen Grenzen aufzuzeigen. In einem Änderungsantrag zum FDP-Antrag fordern die Sozialdemokraten den Aufstellungsbeschluss für einen Bebauungsplan „Beiderseits der Giselastraße“ sowie eine Veränderungssperre.

Festsetzung der Höhe der Gebäude möglich

Bürgermeisterin Dagmar B. Nonn-Adams weist auf einen Magistratsbeschluss vom vergangenen September hin, der eine Bautiefe von 25 Metern vorsieht. Dies könne noch ergänzt werden durch die Festsetzung der Höhe der Gebäude und die Zahl der Wohneinheiten. „Das ist praktikabel und preiswert“, sagt die Verwaltungschefin, die diese Regelung dann auch für ausreichend halten würde. Klar spricht sie sich gegen einen Bebauungsplan aus. Der würde die Stadt etwa 120.000 Euro kosten, zudem nehme die Aufstellung viel Zeit in Anspruch und schränke letztlich die Eigentümer der Grundstücke sehr ein. Auch die von der CDU angeregte Veränderungssperre sieht Nonn-Adams eher skeptisch: „Da kann es passieren, dass die Eigentümer zwei Jahre nicht wissen, was Sache ist.“

„Große Wohnblocks sind in diesem Gebiet fehl am Platz und passen einfach nicht ins Bild der dort seit Jahrzehnten gewachsenen Wohnbebauung“ argumentiert Steffen Thiel, Vorsitzender der Kernstadt-CDU. Möglich sei eine solche Bebauung allerdings nur, da derzeit kein Bebauungsplan für dieses Gebiet bestehe. Bereits in seiner konstituierenden Sitzung im vergangenen November habe der Ortsverband Vertreter der Interessengemeinschaft Giselastraße um Ewald Bruder eingeladen, um dieses Thema mit den Anwohnern zu diskutieren.

Im Nachgang zu dieser Sitzung habe der Ortsverband seine Vertreter im Magistrat aufgefordert, sich künftig sämtliche Bauanträge in diesem Gebiet von der Verwaltung vorlegen zu lassen, damit rechtzeitig Fehlentwicklungen entgegengewirkt werden könne. Darüber hinaus werde die CDU-Fraktion im Stadtparlament den Erlass einer Veränderungssperre für dieses Gebiet und die Aufstellung eines Bebauungsplanes in der kommenden Stadtverordnetenversammlung beantragen, der den derzeitigen Bebauungszustand bewahren soll.

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