Sprachheilklassen: Stadt hat keinen Einfluss / Ganztagsausbau im Blick

„Befürchtet, dass das so kommt“

Die Sprachheilklassen der Konrad-Adenauer-Schule sollen nach Vorstellungen von Kreis und Staatlichem Schulamt ab dem Schuljahr 2021/22 an die Don-Bosco-Schule verlagert werden. Foto: wronski

Seligenstadt – Der Kreis Offenbach verteidigt sein Vorhaben, die Sprachheilklassen von der Seligenstädter Konrad-Adenauer-Schule an die Don-Bosco-Schule zu verlagern. Wie eine Kreissprecherin auf Anfrage mitteilte, soll die KAS dann „zügig“ zur Ganztagsschule ausgebaut werden. VON OLIVER SIGNUS

Langfristig solle sich auch die Inklusion durchsetzen, die Zahl der Sprachheilschulen würde dann geringer werden. Nach Abschluss der Zeit in der Sprachheilklasse sollen die Kinder auch wieder an ihre jeweiligen Schulen zurückkehren und die Regelklassen besuchen. Die KAS deckt den Bedarf an Sprachheilunterricht im Ostkreis ab. Für den Westkreis ist die Friedrich-Fröbel-Schule in Neu-Isenburg zuständig.

„Ich habe befürchtet, dass das so kommt“, kommentiert Bürgermeister Dr. Daniell Bastian die Entwicklung im Sprachheilunterricht. Das Thema werde seit einem Jahr diskutiert. Als Stadt sei man da raus, betont der Rathauschef, die Frage der Organisation sei eine Angelegenheit vom Kreis als Träger und dem Staatlichen Schulamt. Landrat Oliver Quilling habe ganz klar zum Ausdruck gebracht, dass er die Lösung mit der Don-Bosco-Schule präferiere, sagt Bastian. In bisherigen Gesprächen hätte die Vertreter der KAS auch „noch keinen Widerstand signalisiert“.

Die Stadt werde in die Entscheidung nicht eingreifen: „Uns geht es um die Förderung des Ganztagsausbaus“, macht Bastian klar. Dazu gehörten die Erweiterung der Betreuung, mehr Räume, eine größere Mensa. Würde der Kreis die KAS baulich erweitern, könne die Sprachheilschule bleiben. Doch diesem Vorhaben hatte Quilling in der Vergangenheit ganz klar eine Absage erteilt und den städtischen Vorschlag, die Hälfte der Baukosten zu übernehmen, abgelehnt. Die andere Hälfte - die Rede war seinerzeit von Gesamtkosten in Höhe von rund 800 000 Euro - wollte die Stadt Seligenstadt tragen.

„Was ist bezahlbar? Was ist machbar? Das sind immer die Fragen in der Schuldebatte“, sagt Bastian, der es „schade“ fände, wenn sich aus der Diskussion nun ein Streit entwickle.

Die KAS wird nach Aussage von Leiterin Gudrun Bickert künftig vier- statt dreizügig geführt, da die Emmaschule keine Kapazitäten mehr habe und auch nicht erweitert werden kann (wir berichteten). Die Sprachheilklassen besuchen maximal zwölf (in der Vorklasse maximal acht) Kinder. Die Mädchen und Jungen verbringen ihre gesamte Grundschulzeit in diesem Klassenverband, jedoch findet der Sportunterricht gemeinsam mit den Regelschülern statt. Das sei für die Entwicklung der Kinder ebenso wichtig wie das Zusammentreffen und die Möglichkeit zum Spielen und Austausch in den Pausen, betont Gudrun Bickert. Diese Möglichkeiten hätten die Kinder in der Don-Bosco-Schule nicht mehr.

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