Behandlungsqualität weiter verbessern

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Die ärztliche Notdienstzentrale ist in der Asklepios Klinik untergebracht.

Ostkreis ‐ Die Ärztliche Notdienstgemeinschaft Seligenstadt, die für die ärztliche Versorgung der Bevölkerung in Seligenstadt, Hainburg und Mainhausen außerhalb der üblichen Sprechzeiten zuständig ist, hat einen neuen Obmann gewählt. Von Rudi König

Für die nächsten sechs Jahre versieht der Klein-Krotzenburger Arzt für Allgemeinmedizin, Dr. med. Axel Althen, Wilhelm-Leuschner-Straße 44, Telefon 990096, dieses Amt. Sein Vertreter ist Dr. med. Winfried Winter, Seligenstadt, Babenhäuser Straße 3, Telefon 3440. Der seitherige Obmann, Dr. Jörg A. Hintze aus Hainstadt, kandidierte nicht mehr. Der Bereitschaftsdienstgemeinchaft gehören alle Haus- und Fachärzte an, ausgenommen sind die Kinder- und Augenärzte, die haben einen eigenen Notdienst.

Wer hat wann Dienst? Das ist eine der meist gestellten Fragen der Patienten im Krankheitsfall. Darüber gibt neuerdings die Internetseite ausführliche Auskunft. An den so genannten Hintergrunddienst können sich die Patienten unter der Woche außerhalb der normalen Sprechzeiten des behandelnden Arztes oder falls dieser nicht erreichbar ist, wenden. Name und Telefonnummer sind dem Notdienstkalender im Internet zu entnehmen oder können über die Telefonnummer des Hausarztes erfragt werden. Nur Mittwochs ist ab 18 Uhr bis Donnerstags morgens um 7 Uhr und Freitags ab 18 Uhr sowie an Samstagen, Sonntagen und an Feiertagen die Notdienstzentrale in den Räumlichkeiten der Asklepios Klinik Seligenstadt, Dudenhöfer Straße 9, Telefonnummer 06182 19292, zuständig. „Wir streben an, die Notdienstzentrale an jeden Abend in der Woche zu öffnen“, kündigen Dr. Althen und Dr. Winter in einem Gespräch mit unserer Zeitung an.

Ursprünglich befand sich die Seligenstädter Notdienstzentrale an der Frankfurter Straße, wo heute die Kinderbetreuung „Weibernest“ untergebracht ist. Seit etwa zehn Jahren hat die ärztliche Bereitschaftsdienstgemeinschaft Seligenstadt Räume in der Asklepios Klinik. Da fängt das Problem an. Viele Patienten können das nicht auseinander halten, sie denken sie gehen ins Krankenhaus. Das sind aber zwei paar verschiedene Schuhe.

Die Räume in der Notdienstzentrale sind vergleichbar mit einer kleinen Arztpraxis. Sie sind ausgestattet mit den üblichen Sprechstundenutensilien, die eine Arztpraxis auch zur Verfügung hat. „Wir sind aber keine Notfallambulanz, wir sind nicht vergleichbar mit einer internistischen oder chirurgischen Aufnahme. Die Notdienstzentrale übernimmt nur hausärztliche Aufgaben,“ so Dr. Althen. „Wir sind zuständig für Erkrankungen und Verletzungen mit denen die Menschen normaler Weise zum Hausarzt gehen.“ Als Beispiele nannte der Mediziner unter anderen Hexenschuss, gestauchte Finger, umgeknicktes Sprunggelenke, Durchfall, Erbrechen, Fieber, grippale Effekte...

Für akute Notfälle und in lebensbedrohlichen Situationen (Schlaganfall, Herzinfarkt) ist der Rettungdienst, Telefonnummer 112, der erste Ansprechpartner.

„Wir sind sehr froh, dass wir Räume in der Klinik haben. Dies ist für beide Seiten von großem Vorteil. Ein Patient kann in Notfällen per Überweisung schnell in die chirurgische und internistische Ambulanz weitergeleitet werden. Die Kooperation mit der Klinik hat sich bestens bewährt“, ziehen Dr. Althen und Winter eine positive Bilanz. Bisher seien die Räume mietfrei gewesen. Der bestehende Vertrag laufe aber im nächsten Jahr aus, dann müsse neu verhandelt werden.

Ziel der beiden neugewählten Obleute ist es, dass die Qualität der Behandlung stimmt. Das sei nicht immer optimal in der Vergangenheit gewesen, räumen Winter und Althen ein. Das Beschwerdemanagement sei in erster Linie ihre Angelegenheit. „Wir nehmen jede Kritik ernst. Diensttuende Ärzte, denen ein Versäumnis nachgesagt wird, werden zum Gespräch gebeten.“ Patienten, die sich schlecht behandelt fühlen oder sonstige Mängel zu beanstanden haben, werden aufgefordert, dies auch zu tun. Dafür sei extra auch ein Kummerkasten eingerichtet worden. Allerdings geben die Obleute zu bedenken, dass der dienstverrichtende Arzt selbstverantwortlich für sein ärztliches Handeln ist.

In der Notdienstzentrale muss immer ein Arzt anwesend sein. Das sind in der Regel externe Ärzte, aber sie müssen approbiert sein. Die Hausärzte selbst verrichten eher weniger Notdienst. Sie haben ihre hauptberufliche Praxis, die sie komplett ausfüllt. Zeiten, in denen die Hausärzte rund um die Uhr zur Verfügung standen, gehören längst der Vergangenheit an.

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