„Heterogenes Stimmungsbild“

„Seligenstädter Modell“ nur bei breiter Mehrheit

Seligenstadt - In der Frage der Beitragsfreistellung im Kindergarten in der Stadt Seligenstadt ist die Meinungsbildung im Rathaus noch nicht abgeschlossen. Das sagte Bürgermeister Dr. Daniell Bastian im Nachgang zu einer Befragungsaktion unter den Elternbeiräten.

Nach Info-Veranstaltungen mit Elternvertretern, in deren Verlauf Bastian die beiden in Frage kommenden Modelle (komplette Beitragsfreiheit oder geringerer Betrag plus Qualitätsverbesserung) erläuterte, hat etwa die Hälfte der Elternvertreter eine Stellungnahme abgegeben. Herausgekommen sei „ein heterogenes Stimmungsbild“, bilanziert der Bürgermeister.

Mehr zum Thema:

Beitragsfreistellung im Kindergarten: Zwei Modelle

Während beispielsweise in der Kita St. Margaret in Froschhausen eine Zwei-Drittel-Mehrheit für Modell 2 („Seligenstädter Modell“) errechnet worden sei, verhalte es sich bei St. Marien in der Kernstadt genau umgekehrt. Also eine deutliche Mehrheit für die Variante, nach der die komplette Kita-Betreuung in Seligenstadt für Eltern kostenlos ist. Gezeigt habe sich, dass in Einrichtungen mit hohem Ganztagsplatz-Anteil das (kostenlose) Modell 1 favorisiert werde – für Bastian Indiz dafür, dass die Eltern mit dieser Einrichtung zufrieden seien.

Um die im inzwischen beschlossenen Gesetzesentwurf von CDU und Grünen in Wiesbaden genannten 135,60 Euro pro Kind/Monat aus dem Landesprogramm im Umfang von sechs Stunden einzusetzen, hatte Bastian zwei Modelle vorgestellt und angekündigt, er werde der Stadtverordnetenversammlung eine Variante empfehlen. Klar sei, dass die Stadt nicht beide Modelle umsetzen könne. Zwar habe er eine Priorität, so Bastian dieser Tage, doch wolle er seine Position vor Bekanntgabe noch mit den Fraktionen von SPD, FDP und FWS erörtern. Für ihn liege jedoch auf der Hand, dass das Seligenstädter Modell nur Sinn macht, „wenn es dafür eine breite Mehrheit gibt.“ Eine 50:50-Situation sei problematisch.

Klagen auf den Kita-Platz - aber wie?

Für das Modell 2 würden die Beitragssätze angehoben, und zwar davon ausgehend, dass der landesweite Durchschnitt für sechs Stunden bei 135,60 Euro und damit pro Stunde bei 22,60 Euro liegt. Das würde bedeuten: 113 Euro für fünf Stunden, 158 Euro für sieben Stunden und 214 Euro für 9,5 Stunden. Demnach müssten Eltern für die sieben Stunden (abzüglich der Landesmittel) 22 Euro, für 9,5 Stunden 79 Euro zahlen. Dieses Geld soll zweckgebunden in zusätzliches Personal investiert werden. Für viergruppige Kindertagesstätten soll dann eine volle Zusatzstelle herausspringen. J   mho

Rubriklistenbild: © dpa

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Kommentare