Entfall der Kosten oder Obolus zur Qualitätsverbesserung

Beitragsfreistellung im Kindergarten: Zwei Modelle

Seligenstadt - In der Diskussion um die Beitragsfreistellung im Kindergarten will Seligenstadts Bürgermeister Dr. Daniell Bastian (FDP) ein Stimmungsbild einholen. Vor Elternbeiräten der katholischen Kitas erläuterte er zwei Modelle der Mittelverwendung.

Ganz egal, wie die Gelder aus der von der Landesregierung beschlossenen Beitragsfreistellung im Kindergarten in der Stadt Seligenstadt eingesetzt werden: Sie werden nicht verwendet, um die städtischen Ausgaben im Kita-Bereich, die inzwischen bei fünf bis sechs Millionen Euro liegen dürften, zu dämpfen. Das versicherte Seligenstadts Bürgermeister Dr. Daniell Bastian dieser Tage vor Elternbeiräten, die er ins Rathaus gebeten hatte, um ein Stimmungsbild einzuholen. Zum Auftakt waren die Eltern der katholischen Kitas zu Gast, die evangelischen und freien Träger sowie städtische Kita folgten. Um die im Gesetzesentwurf genannten 135,60 Euro pro Kind/Monat aus dem Landesprogramm im Umfang von sechs Stunden einzusetzen, stellte Bastian zwei Modelle vor:

  • Die komplette Kita-Betreuung in Seligenstadt ist für Eltern kostenlos.
  • Eltern, die ihre Kinder länger als sechs Stunden zur Betreuung abgeben, zahlen einen geringeren Betrag als momentan.

Dieses Geld soll in die von Bastian stets geforderte Qualitätsverbesserung (sprich mehr Personal) fließen. Am Beispiel der städtischen Kita Käthe Münch rechnete er dies exemplarisch durch: Nach aktuellem Stand kostet die Betreuung dort 76 Euro für fünf Stunden (7.30 bis 12.30 Uhr), 107 Euro für sieben Stunden (7.30 bis 14.30 Uhr) sowie 146 Euro für 9,5 Stunden (7.30 bis 17 Uhr). Nach Modell 1 wären die ersten beiden Gruppen beitragsfrei, für die lange Betreuungszeit müssten Eltern dagegen noch 10,40 Euro zuzahlen. Unter diesen Umständen, so Bastian zu den Eltern, könne die Stadt auch gleich alles beitragsfrei gestalten.

Klagen auf den Kita-Platz - aber wie?

Für Modell 2 würden die Beitragssätze angehoben, und zwar davon ausgehend, dass der landesweite Durchschnitt für sechs Stunden bei 135,60 Euro und damit pro Stunde bei 22,60 Euro liegt. Das würde bedeuten: 113 Euro für fünf Stunden, 158 Euro für sieben Stunden und 214 Euro für 9,5 Stunden. Demnach müssten Eltern für die sieben Stunden (abzüglich der Landesmittel) 22 Euro, für 9,5 Stunden 79 Euro zahlen. Dieses Geld soll zweckgebunden in zusätzliches Personal investiert werden. Für viergruppige Kindertagesstätten soll dabei eine volle Zusatzstelle herausspringen. (mho/nkö)

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