„Bestandteile eines den Menschen betreffenden Lebenskreislaufes“

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Brigitte und Franz Bayer zeigen im Landschaftsmuseum Fotografien „Pilze des Seligenstädter Stadtwalds“.

Seligenstadt (paw) ‐ Weltweit gibt es geschätzte 25 000 Pilzarten, in Mitteleuropa sollen es rund 3 000 sein. Wer weiß schon, dass es im Stadtwald weit über 200 Versionen gibt?

Sie bilden eine dauerhafte Lebensgemeinschaft mit Bergahorn Birke, Buche, Eiche, Fichte, Kiefer und anderen Baumarten. Franz Bayer, bisher einziger Umweltpreisträger (1986) der Stadt Seligenstadt, war mehrere Jahre mit seiner Frau Brigitte auf Fotopirsch im Stadtwald. Das Ergebnis präsentieren die Bayers bis zum 27. März auf mehr als 130 eindrucksvollen Bildern im Landschaftsmuseum.

Pilze seien Bestandteil eines auch den Menschen betreffenden Lebenskreislaufs. „Brigitte und Franz Bayer begeistern mit ihren meisterlichen Fotografien. Sie zeigen die Schönheit, Farben- und Formenvielfalt“, so Museumsleiter Achim Zöller zur Ausstellungseröffnung. Wald und Pilze seien geistiges und kulturelles Lebensmittel für die Menschen. Deshalb könne er sich keinen besseren Ort für die Ausstellung als das Landschaftsmuseum vorstellen, ergänzte Peter Fischer, Vorsitzender des Ortsverbands Seligenstadt, Hainburg und Mainhausen in der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald.

Leidenschaftliche Interesse für Pilze

„Als mein Mann im Herbst vor fünf Jahren sagte, wir gehen in den Wald und schauen nach Pilzen, hat das alles andere als einen Begeisterungssturm ausgelöst. Für Pflanzen war ich zu motivieren, aber nicht für Pilze. Diese unscheinbare, farblose und auch noch giftige Spezies weckte bei mir kaum Interesse“, fasste Brigitte Bayer ihre ganz persönliche Vorgeschichte zusammen. Später entwickelte sie ein fast schon leidenschaftliche Interesse für Pilze. Das sei schlagartig im Herbst 2006 bei einer Wanderung im Taunus geweckt worden, so die Biologie-Lehrerin an der Merianschule.

„Unsere Neugier war geweckt. Wir beschlossen einmal zu untersuchen, welche Pilze es im heimischen Stadtwald gibt.“ Bereits der erste Pilzherbst habe eine ausgiebige Fotoauswahl erbracht. Mittlerweile sei das Archiv auf hunderte von Motiven angewachsen. Dabei war die Bildausbeute in den vergangenen Jahren unterschiedlich. „Mal war es lange Zeit zu trocken, ein andermal waren wir nicht zur richtigen Zeit unterwegs, oder Pilzsammler haben uns die schönsten Exemplare buchstäblich vor der Nase weggeschnappt.“ Dennoch: Die Farben- und Formenvielfalt im Seligenstädter Stadtwald sei für beide überraschend gewesen.

Heimatbund veröffentlicht einen Bildband

 „Franz Bayer, Pädagoge im Ruhestand, hat bereits 2006 mit seiner Fotoausstellung „Mein Freund der Baum“ im Landschaftsmuseum für Furore gesorgt. Er ist seit über 40 Jahren Hobbyfotograf und zudem Autor von Büchern und Schriften zum Thema Naturschutz. So hat er 1989 eine botanisch-geschichtliche Untersuchung im Bereich der östlichen Untermainregion unter dem Titel „Feuchtgebiete – vergessene Kulturdenkmäler“ über den Essener Beleke-Verlag herausgebracht.

Zum 60. Geburtstag veröffentlichte 1996 der Heimatbund einen Bildband „Seligenstadt am Main – Wiesen, Felder und Wälder“. Autor dieses mit viel Akribie und exzellenten Bildern ausgestatteten Buch ist ebenfalls Franz Bayer. Über viele Jahre war er Mitorganisator von Grenzgängen in der Gemarkung Seligenstadt. Für sein großes ehrenamtliches Engagement wurde ihm 1986 der bis dato einzige Umweltpreis der Stadt verliehen.

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