Pandemie

Bitteres Corona-Aus für Rosenmontagszug in Seligenstadt – Heimatbund sagt weitere Veranstaltungen ab

Der Heimatbund hat alle Fastnachtsveranstaltungen der Kampagne abgesagt.
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Kein Rosenmontagszug, keine Galasitzung: Der Heimatbund hat alle Fastnachtsveranstaltungen der Kampagne abgesagt.

In Seligenstadt wird aufgrund der pandemischen Lage der Rosenmontagszug abgesagt – doch er ist nicht die einzige Veranstaltung, die Corona zum Opfer fällt.

Seligenstadt – Es hatte sich bereits in der vergangenen Woche angedeutet, nun ist die Entscheidung gefallen: Der Rosenmontagszug 2022 in Seligenstadt ist wegen der aktuellen Corona-Lage abgesagt. Das hat der Heimatbund offiziell mitgeteilt. Doch eine schlechte Nachricht kommt in diesen Zeiten selten allein: Auch die drei Galasitzungen fallen den pandemiebedingten Schwierigkeiten zum Opfer.

Geplant waren die drei Galasitzungen des Seligenstädter Heimatbunds für das Wochenende vom 14. bis zum 16. Januar – erst am vergangenen Sonntag hatte die Frist für Kartenbestellungen geendet. Nicht nur die fehlende Planungssicherheit, auch die Sorge um die Gesundheit der Aktiven und der Besucher veranlassen den Heimatbund Seligenstadt schweren Herzens zu diesem Schritt. Bisher bestellte Karten werden als storniert betrachtet, niemand muss selbst aktiv werden.

„Wir mussten uns in den vergangenen Tagen immer mehr die Frage stellen, ob in dieser Zeit, in der die Dynamik der Coronapandemie unaufhaltsam zu sein scheint und auf den Intensivstationen sehr hart gearbeitet wird, um viele Covid-Erkrankte zu retten“, schreibt der Heimatbund auf seiner Webseite, „wir unter diesen Voraussetzungen die Galasitzungen mit Freude und Spaß angehen, dabei bedenkenlos schunkeln und lachen können. Im Moment ist jedenfalls nicht vorstellbar, dass die Zahlen in den nächsten Wochen stagnieren könnten.“

Heimatbund Seligenstadt sagt alle Fastnachts-Veranstaltungen wegen Corona ab

Der Heimatbund sei sich seiner Verantwortung bewusst und reagiere entsprechend mit der Absage seiner Galasitzungen im Januar, des Kinderumzugs sowie des Rosenmontagszugs und aller anderen geplanten fastnachtlichen Veranstaltungen in der Kampagne.

Zudem trat vor einigen Tagen ein ganz praktisches Problem auf: Die Stadt Seligenstadt stellt die Bürgerhäuser ab sofort nur noch für Veranstaltungen unter 2Gplus-Regel zur Verfügung (wir berichteten). Die zulässigen Geimpften und Genesenen müssen demnach zusätzlich einen tagesaktuellen Schnelltest vorweisen. Darüber machte sich der Heimatbund durchaus Sorgen und sah auch hier die Praktikabilität in Gefahr: Schließlich hätte man für alle drei Sitzungstage jeweils mehr als 500 Schnelltests für Publikum und Mitarbeiter sicherstellen müssen – zusätzlich zu den üblichen angeforderten Tests.

Corona stand bei Planungen für Rosenmontagszug in Seligenstadt immer im Mittelpunkt

Bis vor kurzem galt der Rosenmontagszug als problematischste Veranstaltung der Kampagne 2022. Grund war die teils unklare und widersprüchliche hessische Coronaschutzverordnung, vor allem in Bezug auf Festumzüge. Dabei stand Corona bei den bisherigen Planungen schon immer im Mittelpunkt. Als besonders schwierig angesehen wurde im Kreis des Vorstands unter anderem die Situation auf dem Marktplatz während des Umzugs mit dichtem Gedränge. Wie sich hier die Einhaltung von Abstandsregelungen einhalten ließe, rief Zweifel auf. Eine Lösung war nicht in Sicht.

Ebenfalls schwierig: die Situation an den Einlassstellen. Plakettenverkauf, Kontrolle der Glasverordnung und jetzt noch die Überprüfung des Impfstatus von Zuschauern hätten eine Menge Aufwand bedeutet, die den Einsatz zusätzlicher Sicherheits-Mitarbeiter notwendig gemacht hätten. Das hätte auch zusätzliche Kosten für den Heimatbund bedeutet. Vorschläge, die Mehrkosten auf das Publikum umzulegen, unter anderem über die Erhöhung des Plakettenbeitrags, wurden schnell ad acta gelegt.

Absage wegen Corona schützt auch den Heimatbund Seligenstadt vor möglichen finanziellen Verlusten

Die Umzüge schon so frühzeitig abzusagen, sorge nicht nur für Planungssicherheit: Nach den verlustreichen unwetterbedingten Absagen in den Jahren 2016 und 2019, dem Ausfall in diesem Jahr, würde eine weitere kurzfristige coronabedingte Absage den Verein in große Schwierigkeiten bringen und die finanzielle Substanz womöglich nachhaltig beeinträchtigen. Diese Entscheidung sei nicht leichtgefallen, aber man wolle auch in Zukunft noch Rosenmontagszüge ausrichten können. (jo)

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