Geschäftsfrau Angela Prokoph-Schmitt will auf Rathaus-Chefsessel

„Offen und unbelastet“

Seligenstadt - Die Runde der Bürgermeister-Kandidaten hat sich von drei auf vier erweitert. Mit dem Slogan „Gemeinsam. Parteilos. Seligenstadt“ präsentiert Angela Prokoph-Schmitt ihre Person und Ziele im Internet. Von Sabine Müller

Aber auch im Rathaus hat sie schon vorgesprochen, Kontakt zu Bürgern aufgenommen und sich bei Amt- und Würdenträgern vorgestellt.  Nach Erster Stadträtin Claudia Bicherl (CDU), Jörg Krieger (SPD) und Dr. Daniell Bastian, liberaler Politiker, der jedoch als Unabhängiger kandidiert, strebt nun auch die 47-Jährige Unternehmerin offiziell das Amt des Seligenstädter Stadtoberhaupts an. Ihr Steckbrief: geboren in Seeheim-Jugenheim (Kreis Darmstadt-Dieburg), aufgewachsen in Darmstadt, verheiratet, zwei Söhne.

Mit ihrem Mann und dem elfjährigen Sohn Paul Benedikt lebt Angela Prokoph-Schmitt seit 2003 in Leidersbach (Untermain). Sie ist selbständige Beraterin für Werbung und Marketing, seit 1995 mit eigener Agentur. Die Versicherungsfachfrau agierte als Geschäftsführerin der optura Rhein-Main GmbH in Frankfurt und arbeitete im Privat- und Geschäftskundenbereich der Deutschen Bank AG.

Seligenstadt als "attraktive Stadt mit Zukunft"

Seligenstadt sei „eine attraktive Stadt mit Zukunft“, die sie von Ausflügen sowie durch geschäftliche Beziehungen kenne, begründet sie ihre - übrigens erste – BM-Kandidatur im Online-Auftritt. Sie könne sich gut vorstellen hier zu leben und Verantwortung für die Stadt, ihre Ortsteile sowie ihre Menschen zu übernehmen. Als größte Herausforderungen nennt Angela Prokoph-Schmitt die Konsolidierung der Finanzen, eine gesicherte Nahversorgung der Ortsteile, die Integration, bezahlbaren Wohnraum schaffen sowie den gesellschaftlichen Wandel. Ihr jahrelanges soziales und gesellschaftspolitisches Engagement sowie ihre betriebswirtschaftlichen und rechtlichen Kenntnisse könnte sie hierfür gut einbringen.

Bis 7. Mai, 18 Uhr, können Bewerbungen für den Wahlgang am 15. Juli eingereicht werden. Danach will Prokoph-Schmitt mit einem ausführlichen Wahlprogramm an die Öffentlichkeit gehen.

Nachdem die amtierende Bürgermeisterin Dagmar B. Nonn-Adams eine dritte Amtszeit ablehnte, habe sie Anfang Januar im Rathaus publik gemacht, dass sie die Chefposition anstrebe, sagt Angela Prokoph-Schmitt auf Anfrage unserer Zeitung: „Ich will realistisch sein.“ Sie habe bereits jetzt gute Unterstützung in Seligenstadt, unter anderem durch die Vernetzung über Facebook und Twitter. „Die neuen Medien einbeziehen und das Persönliche nicht weglassen“, ist auch ihre Maxime, um eine moderne Stadtverwaltung weiterzuentwickeln. Persönliche Treffen hat die Aspirantin auf den Bürgermeistersessel schon hinter sich: Am Donnerstag besuchte sie die Aktion „Spieligenstadt“ und sprach mit Pfarrerin Leonie Krauß-Buck, gestern war sie mit dem Ausländer- und Jugendbeirat verabredet, die Lokalpolitiker sollen folgen. Mit Heimatbund-Chef Richard Biegel hatte sie Kontakt, holte Stimmen und Stimmung beim Weihnachtsmarkt und bei den Info-Ständen der BI Umgehungsstraße ein. „In Seligenstadt gibt es viel Unruhe und Uneinigkeit“, meint sie und wirbt für sich: „Ich gehe offen und unbelastet an die Aufgaben des Amtes heran.“ Dialog sei der erste Weg, sie fühle sich aber keiner Interessensgruppe oder Einzelinteressen verpflichtet, sondern wolle Entscheidungen im Sinne des Allgemeinwohls treffen.

Die Köpfe der Wirtschaft in Stadt und Kreis Offenbach

Die Köpfe der Wirtschaft in Stadt und Kreis Offenbach

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Kommentare