Bei Bürgern angekommen

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Rund 200 Interessenten nahmen am Seligenstädter Grenzgang teil. Unser kleines Foto zeigt (von links) Ex-Bürgermeister Rolf Wenzel, den Organisator, zusammen mit den Referenten Georg Giwitz und Dieter Burkard.

Seligenstadt (paw) ‐ Rekordbeteiligung beim Seligenstädter Grenzgang. Mehr als 200 Teilnehmer pilgerten am Sonntagmorgen entlang der nördlichen Stadtgrenze vom Stadtteil Amaliasee aus über Mainuferweg, vorbei an Grubensee Amalia, dem Krausse-Loch, und dem FFH-Gebiet Pechgraben-Schwarzbruch zur Heimatbundhalle.

Heute sind doppel so viele Interessenten gekommen wie erwartet, das zeigt, dass der Grenzgang bei den Bürgern angekommen ist“, freute sich Ex-Bürgermeister Rolf Wenzel, der vor 18 Jahren die Idee für den Marsch entlang der Gemarkungsgrenzen hatte. Gemeinsam mit Jürgen Euler hatte Wenzel jetzt die Anlaufpunkte für Erläuterungen und Informationen festgelegt. Die gab es nicht nur vom ehemaligen Bürgermeister, sondern auch von Forstamtsdirektor Kurt Schäfer, Stadtarchivar Dieter Burkard und dem Heimatforscher Georg Giwitz. Der rund fünf Kilometer lange Kurs war in drei Abschnitte aufgeteilt, an denen es jeweils Infos zu Geschichte, Naturschutz und Politik gab. Der mögliche Verlauf des dritten Bauabschnitts der Umgehung sorgte für gespanntes Interesse - besonders bei einige Gemeindevertreter aus dem Nachbarort Hainburg. Dies vor allem vor dem Hintergrund, dass es zaghafte Anzeichen von Gesprächsbereitschaft zum Thema Trassenführung von dort gibt.

Auskunft über den Namen „Krausse-Loch“

Immerhin handelt es sich um ein Projekt von mehr als zehn Millionen Euro, das jetzt unter der Planungshoheit des Landes steht“, erläuterte Dieter Burkard den dicht an dicht stehenden Grenzgangteilnehmern. Rolf Wenzel gab Auskunft über den Namen „Krausse-Loch“. Entstanden sei er 1961 unter der Regie des damaligen Bautruppleiter der Stadt, Fritz Krauß. Aus dem Areal sei seinerzeit Auffüllmaterial für den neuen Friedhof an der Aschaffenburger Straße gewonnen worden. Später sei es Deponie für die alten Pflastersteine aus der Kernstadt gewesen, mittlerweile aber längst wieder verbaut. Nach dieser Station ging es weiter zum nächsten Halt am FFH-Gebiet Pechgraben-Schwarzbruch.

Mitten in die Erklärungen von Forstdirektor Kurt Schäfer zur Geschichte des Naturschutzgebietes schwirrten plötzlich hunderte kleiner Marienkäfer über den Köpfen herum. „Die warme Oktobersonne heute hat wohl den kleinen gepunkteten Käfern schon den Frühling vorgegaukelt“, meinte eine Teilnehmerin, die mit heftigen Handbewegungen die Insekten von ihrer Kleidung wischte. Am Bahnübergang der verlängerten Robert-Bosch-Straße empfingen Lothar und Walter Burkard die Grenzgänger mit dem sonoren Klang ihrer Alphörnern. Beendet wurde der Rundgang in der Halle des Seligenstädter Heimatbundes.

Die Mannen des THW kredenzten dort eine deftige Suppe zur Stärkung. Mit angeregten Gespräch ließen die Teilnehmer den Grenzgang Revue passieren. Für das musikalische Intermezzo dazu sorgten Otto Disser und Lothar Seebacher.

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