„Nichts entschieden“

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Seligenstadt (sam) - Als versierter Mediator erwies sich Karl-Christian Schelzke, als er die eineinhalbstündige Diskussion in der Bürgerversammlung betont launig moderierte und sich bemühte, sie in ruhigem Fahrwasser zu halten.

„Als Seligenstädter Bahnhofsdepression“ kommentierte er Fotos vom Areal, erklärte aber im Gegenzug, man könne nicht gegen die Bürger planen. „Die Frage der Bürgerbeteiligung ist nicht ob, sondern wie. “ Die BI „Stoppt die Stadtbildzerstörung“ präsentierte ein Konzept, das die Pendler-Parkplätze aufstockt, um die angrenzenden Straßen zu entlasten und den Knotenpunkt Bahnübergang zu verbessern. In diesem Zusammenhang tauchte mehrfach die Frage auf, welchen Spielraum die Stadt denn noch habe: „Sind dem Investor verbindliche Zusagen bezüglich seiner Pläne gemacht worden?“

Ein BI-Mitglied sagte, Karl-Ludwig Toth habe angekündigt, er wolle den Klageweg gehen, wenn er von der Stadt keine Genehmigung für seinen Entwurf bekomme. Da sei noch nichts entschieden, sagte Bürgermeisterin Dagmar B. Nonn-Adams: „Es gibt eine Planung, die diskutiert wird, und es wird ein Bebauungsplan mit Bürgerbeteiligung erstellt. “ Ihr selbst sei unterstellt worden, sie befürworte die vorgeschlagene Blockbauweise. Sie plädiere jedoch für eine adäquate Restaurierung des Bahnhofgebäudes, die Erweiterung des Park-and-Ride-Platzes sowie für stadtnahe, barrierefreie Wohnungen. „Ich denke, dass das Gelände dann eine gute Visitenkarte für die Stadt ist. “.

Mehrere Wortmeldungen bezogen sich auch darauf, wie man den städtebaulichen Rahmenplan absichern könne. Immerhin müssen laut Architekt Ulf Begher rund eineinhalb Jahre veranschlagt werden, und selbst dann kann dieser „Fachplan“ unerwünschte Bauvorhaben nicht verhindern: „Hier werden nur die städtebaulichen Ziele definiert.“

Wenn Paragraf 34 des Baugesetzbuches nicht ausreiche, um die bauliche Entwicklung zu steuern, brauche die Stadt einen Bebauungsplan und eine Gestaltungssatzung als Regelwerk, das konkretes Recht schaffe. Fehlten sie, komme als „Notanker“ nur Zurückstellung oder Veränderungssperre in Frage. Auf die Kritik, zu vielen Bauvorhaben würden „großzügige Befreiungen erteilt“, antwortete die Stadtchefin, diese sollten die Ausnahme bleiben. Letztendlich wünschten sich viele Bürger künftig „viel mehr Transparenz und Information“. Die Bürgermeisterin lud zu den öffentlichen Sitzungen ein und verwies darauf, dass die Verwaltung Richtlinien für eine vorgezogene Bürgerbeteiligung an der Bauleitplanung erarbeitet habe, die in der Parlamentssitzung am Dienstag, 28. August, vorgestellt würden.

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