Zwischenfall in Seligenstadt

Busfahrer übersieht rote Ampel am Bahnübergang

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Vermutlich übersah der Mann beim Abbiegen von der Dudenhöfer auf die Frankfurter Straße die rote Ampel am Bahnübergang.

Seligenstadt – Glimpflich endete ein Zwischenfall, den ein Busfahrer bereits am vergangenen Montagmorgen am Bahnübergang an der Dudenhöfer Straße verursacht hat. Von Oliver Signus  

Vermutlich übersah der Mann beim Abbiegen von der Dudenhöfer auf die Frankfurter Straße die rote Ampel am Bahnübergang und wollte die Schienen just in dem Moment überqueren, als sich die Schranke senkte, erläuterte Andreas Maatz, Geschäftsführer der Kreisverkehrsgesellschaft (kvgOF). Es habe sich um einen Bus der Linie 85, die zwischen Obertshausen und Mainhausen pendelt, gehandelt. Das in Froschhausen ansässige Unternehmen Transdev bedient im Auftrag der KVG unter anderem diese Strecke. Der Bus war an diesem Morgen wie üblich mit Schülern voll besetzt. Der Fahrer habe seinen Fehler schnell bemerkt und den Bus gestoppt. Die zumeist jugendlichen Fahrgäste verließen das Fahrzeug, der aus Richtung Hainstadt nahende Zug stoppte auf der kerzengeraden Strecke. Eine Sprecherin der Vias GmbH, die die Odenwaldbahn betreibt, sagte auf Anfrage, der Zugführer habe die Gefahr rechtzeitig erkannt.

Verletzt wurde nach Angeben von Maatz niemand. Der Fahrer habe den Bus zurückgesetzt. Die Schranke, die sich bereits gesenkt hatte und am Dach des Fahrzeugs hängen geblieben war, wie ein der Redaktion vorliegendes Video zeigt, sei unbeschädigt geblieben.

Kurios: Bei dem Zwischenfall war keine Polizei im Einsatz. Zwar hatte ein Beamter, der mit dem Fahrrad auf dem Heimweg war, den Zwischenfall beobachtet, doch, so Seligenstadts Polizeichef Josef Michael Rösch, habe er keinen Handlungsbedarf gesehen. Er selbst habe von dem Zwischenfall erst eineinhalb Tage später erfahren und räumte ein, dass der Kollege hätte Bescheid geben müssen. Da es weder Personen- noch Sachschaden zu beklagen gebe, handelt es laut Rösch aber „formal noch nicht mal um einen Unfall“.

Die irrsten Autofahrer der Welt

Nach Aussage von kvgOF-Geschäftsführer Maatz wurde der Busfahrer zum Vorfall befragt und vorläufig vom Dienst freigestellt. Da die Evakuierung des Busses nicht ganz reibungslos über die Bühne gegangen sei und der Fahrer offensichtlich über Defizite beim Vorgehen in solchen Situationen verfüge, habe die kvgOF Transdev angemahnt, ihre Busfahrer entsprechend umfassend auszubilden, so Maatz abschließend.

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