Nur kurzen Stopp eingelegt

Transdev muss neue Betriebsstelle wieder aufgeben

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Die Busflotte im Depot im Seligenstädter Norden: Dieses Kapitel ist wieder Geschichte, nach Differenzen mit dem Nachbarn parkt die Firma Transdev ihre Busse vorrübergehend in Zellhausen.

Seligenstadt - Seit 11. Dezember nutzte die Transdev Rhein-Main GmbH das Gelände der ehemaligen Firma Pälzer Druckguß in Seligenstadt-Nord als neue Betriebsstelle. Von Sabine Müller 

Der private Nahverkehrsanbieter parkte dort seine Busflotte, die im Auftrag der Kreisverkehrsgesellschaft Offenbach (KVG) in der Region unterwegs ist. Wegen Differenzen mit einem weiteren Pälzer-Mieter ist damit schon wieder Schluss. Die lokale Verkehrsgesellschaft Transdev mit Sitz in Frankfurt hatte nach der jüngsten Ausschreibung den Zuschlag erhalten und bedient jetzt auch drei Strecken im Kreis Offenbach: Die Linien OF-85, OF-86 und Regional 567 von Seligenstadt, Mainhausen und Hainburg nach Obertshausen und Hanau. Das Unternehmen verfügt über Betriebsstellen in Frankfurt-Kalbach und Bad Homburg, seit dem Fahrplanwechsel am 11. Dezember war eine weitere in Seligenstadt dazugekommen. Auf dem ehemaligen Pälzer-Gelände im Gewerbegebiet-Nord war die benötigte große Parkfläche für die 13 Busse vorhanden.

Mit dem Eigentümer kam ein Mietvertrag zustande, der sich über acht Jahre erstreckte. Geschäftsführer Max Kaiser war erleichtert, eine räumlich nahe Lösung zur Stationierung der Flotte gefunden zu haben. Für die 24 Busfahrer, die auf die neuen Strecken geschult worden waren und im Schichtbetrieb arbeiten, gab es einen Aufenthaltsraum im Firmengebäude. Doch mittlerweile ist der Betriebshof am Nordring schon wieder verwaist. „In einer Nacht- und Nebelaktion“, informiert Max Kaiser auf Anfrage unserer Zeitung, „sind wir nach nur drei Wochen nach Mainhausen gezogen.“ Der Grund: Der Betreiber des Indoor-Spielplatzes auf der Rückseite des Gebäudes habe mehrfach die Überfahrt der Fahrzeuge auf seinem Parkplatz verwehrt. „Ich konnte mich auf diesen Vertragspartner nicht mehr verlassen.“ Für die 18 Meter langen Gelenkbusse sei es schwierig zu rangieren, erläutert der Transdev-Geschäftsführer, sie könnten nur durch eine Rundfahrt ihre Stellplätze erreichen. Dies sei auch mit dem zweiten Mieter so vereinbart worden.

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Dann jedoch gab es „zwei, drei verständliche Beschwerden, die aber abgestellt wurden“. Dass der Spielplatzbetreiber dennoch die Vereinbarung gekündigt habe, indem er einfach das Tor schloss, ist für Max Kaiser ein starkes Stück: „So ein Verhalten habe ich noch nie erlebt.“ Obwohl ihn der Vermieter vorzeitig aus dem Vertrag entließ, bedauert er den Vorgang sehr. Momentan parkt Transdev seine Busse im Zellhäuser Ostring. „Dies ist aber nur ein Übergangskonzept“, sagt Max Kaiser, „wir müssen jetzt weiter suchen.“

Das Risiko, von den Nachbarn wegen Lärmbelästigung belangt zu werden, sei in Mainhausen nicht gegeben – im Seligenstädter Gewerbegebiet waren in dieser Hinsicht Beschwerden laut geworden, weil die Busfahrer in den frühen Morgenstunden die Motoren warm laufen lassen.

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