„Mit Brechstange durchsetzen“

Seligenstadt (sig) - „Mit aller Schärfe“ weist die CDU-Fraktion die vom Verein Wohnikum erhobenen Vorwürfe zur Initiative zur Rettung des Seligenstädter Freischwimmbades und der angrenzenden Sportanlage zurück.

Joachim Bergmann, Fraktionsvorsitzender der Union, betonte, „dass wir generationenübergreifende Wohnprojekte grundsätzlich befürworten“. Unverständlich sei aber, warum ein solches Projekt „mit der Brechstange zu Lasten wichtiger Freizeiteinrichtungen der Stadt durchgesetzt werden soll“.

„Natürlich haben wir auch Verständnis dafür, wenn der Verein versucht, sein Bauvorhaben zu glorifizieren und die Bedenken, die vom Hessischen Städte- und Gemeindebund erhoben werden, abwiegeln will“, so Bergmann weiter. Der CDU aber deswegen vorzuwerfen, sie sage die Unwahrheit, ist „eine bodenlose Unverschämtheit“. Die CDU habe lediglich aus einem Bericht des Magistrats zitiert, in dem die Juristen, die die Interessen der Stadt Seligenstadt vertreten – in Kenntnis aller vom Wohnikum zitierten Verträge – zu dem Ergebnis gekommen seien, dass eine Überplanung des Gebietes in der angedachten Form aller Wahrscheinlichkeit nach unzulässig sei.

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Eine Bereicherung mit Restrisiko

Im Hinblick auf die Überschreitung der Lärmschutzwerte dürfe die Gemeinde nicht so planen, dass im Plangebiet schädliche Umwelteinwirkungen vorprogrammiert seien. Eine im Zuge der Abwägung in Kauf genommene Überschreitung der Immissionsrichtwerte sei bei der vorliegenden Größenordnung nicht möglich. „Von der Aufstellung des Bebauungsplanes wird daher abgeraten“, betont Bergmann. FDP-Mann und Immobilienmakler Raimund Wurzel, der sich für den Verein Wohnikum äußerte, „wird seine Gründe dafür haben, die Gefahren für das Schwimmbad und die angrenzenden Sportanlagen zu verharmlosen“, meint Bergmann. Schließlich stehe bei der Umwandlung des Gebietes in ein Wohngebiet viel Geld auf dem Spiel. „Wir gehen von einer Wertsteigerung von mehr als zwei Millionen Euro aus.

Jugendarbeit gefährdet

Bei der Behauptung des Vereins, die Stadt sei optimal abgesichert, „war sicher der Wunsch Vater des Gedankens, da die Juristen, die die Interessen der Stadt und damit der Bürgerinnen und Bürger vertreten, zu einer völlig anderen Einschätzung kommen“. Im Gegensatz zum Wohnikum werde diese Einschätzung von allen Fraktionen der Stadtverordnetenversammlung geteilt, betont Bergmann. Lediglich die daraus resultierenden Konsequenzen seien unterschiedlich. Während die CDU-Fraktion sich mit einer möglichen Schließung des Freibades und einer möglichen Sperrung von Sportanlagen nicht abfinden wolle, nähmen die anderen Fraktionen (SPD, Grüne, FES und FDP) diese Gefahr billigend in Kauf. Dabei würden die Interessen eines kleinen Vereins, der ein privatrechtliches Bauvorhaben zum Vorteil seiner Mitglieder realisieren wolle, über die Interessen tausender Besucher des Freibades gestellt. Darüber hinaus bestehe die Gefahr, dass die Jugendarbeit eines ganzen Vereins gefährdet werde, wenn die Sportanlagen nicht mehr, oder nur noch mit Einschränkungen zu nutzen seien. Die CDU-Fraktion hoffe allerding, dass es gelingt, andere Fraktionen davon zu überzeugen, dass die Freizeitanlagen wichtiger sind, als die Realisierung einer Bebauung neben dem Schwimmbad. Daher hoffe die CDU auf eine Mehrheit für ihren Antrag, die bisherigen Beschlüsse zu diesem Thema aufzuheben.“

Rubriklistenbild: © dpa

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